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Damit Sicherheit in Zukunft noch sicherer wird

24.03.2005 - (idw) Friedrich-Schiller-Universität Jena

Europaweit erste Langzeitstudie zur Tätigkeit von Fachkräften für Arbeitssicherheit unter Jenaer Leitung gestartet Jena (24.03.05) Unfälle in Betrieben haben in den letzten Jahren stetig abgenommen. Ursache dafür ist sicherlich auch die Etablierung von Fachkräften für Arbeitssicherheit, die der Gesetzgeber zur Pflicht gemacht hat. Wie ihre Qualifikation und ihr Arbeitsumfeld aussieht, ist bislang wenig erforscht. Dies soll sich in Zukunft ändern. Dazu hat der Hauptverband der gewerblichen Berufsgenossenschaften eine Langzeitstudie in Auftrag gegeben, deren erste Erhebung in diesem Monat begonnen hat. Unter der Leitung von Prof. Dr. Rüdiger Trimpop von der Universität Jena untersucht ein zehnköpfiges Team erstmalig in Europa das Berufsbild der Fachkraft für Arbeitssicherheit und deren berufliche Kompetenzentwicklung. "Das Forschungsprojekt", so Trimpop, "wird erstmals aufzeigen, welche Schwerpunkte, Kompetenzen und Weiterbildungsangebote für eine erfolgreiche Berufsausübung unter sich ständig verändernden Arbeitsbedingungen notwendig sind". Dadurch würden die Forschungsergebnisse auch die Qualitätssicherung in den Betrieben und den weiteren Rückgang von Arbeitsunfällen unterstützen, erwartet der Arbeits-, Betriebs- und Organisationspsychologe von der Universität Jena.

Das Forschungsprojekt, an dem auch die Universitäten Dresden und Potsdam sowie eine Kölner Beratungsgesellschaft beteiligt sind, ist als Acht-Jahres-Langzeitstudie angelegt. Die so genannte "Sifa-Langzeitstudie" wird in Form einer repräsentativen Online-Befragung durchgeführt. "Zwischen 2005 und 2011 werden über 4.000 Sicherheitsfachkräfte zu vier Erhebungszeiträumen mit einem Online-Fragebogen über ihre Einstellungen und Berufserfahrungen befragt", erläutert Trimpop. Ziel des Forschungsvorhabens ist es, wissenschaftlich verlässliche Erkenntnisse über Struktur und Wirksamkeit der Tätigkeit von Fachkräften für Arbeitssicherheit zu gewinnen, die im Rahmen des neuen Ausbildungskonzeptes qualifiziert wurden. Daher wendet sich die Befragung vorrangig an Absolventen der Jahrgänge 2003 bis 2006. Erste Ergebnisse der Studie erwarten die Wissenschaftler bereits in der zweiten Jahreshälfte 2006.

Die erste Befragung erfolgt in der Regel im Rahmen der Ausbildung zur Fachkraft für Arbeitssicherheit, alle weiteren Erhebungen werden im Zwei-Jahres-Turnus online oder schriftlich durchgeführt. Ergänzend zur Fragebogenstudie werden, ebenfalls im zweijährigen Turnus, in einer betrieblichen Vertiefungsstudie in 300 Unternehmen weiterführende Befragungen mit den Fachkräften für Arbeitssicherheit sowie u. a. Führungskräften, Betriebsräten, Betriebsärzten zur Tätigkeit der Fachkraft im betrieblichen Alltag geführt.

"Mit dieser einzigartigen Langzeitstudie haben wir die Chance, den Wandel in den Unternehmen und in der beruflichen Tätigkeit der Sicherheitsfachkräfte systematisch zu analysieren und aufzuzeigen, wohin der Trend geht", beschreibt Rüdiger Trimpop das Potenzial der Studie. "Wir gehen davon aus, dass uns die Ergebnisse einen großen Erkenntnisfortschritt bieten und alle Beteiligten im Arbeits- und Gesundheitsschutz bei ihrer Arbeit noch besser unterstützen werden."


Ansprechpartner:
Prof. Dr. Rüdiger Trimpop
Institut für Psychologie der Friedrich-Schiller Universität Jena
Humboldtstr. 27, 07743 Jena
Tel.: 03641 / 945130, Fax: 03641 / 945132
E-Mail: info@sifa-langzeitstudie.de

Dr. Ulrich Winterfeld
Berufsgenossenschaftliches Institut Arbeit und Gesundheit (BGAG)
Königsbrücker Landstraße 2, 01109 Dresden
Tel.: 0351 / 4571900
E-Mail: ulrich.winterfeld@hvbg.de

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