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Uni Kassel baut Hochschul-Kooperationen in Mittelamerika aus

29.03.2005 - (idw) Universität Kassel

Das Projekt hat Symbolkraft: In der viel bewunderten, aber vom Verfall bedrohten Altstadt von Havanna - von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt - soll nach dem Willen der Universität Kassel (UNIK) und kubanischen Partnern ein Kompetenz- und Demonstrationszentrum entstehen, dass modernste Möglichkeiten der Stadtrenovierung und der Stadtentwicklung aufzeigen soll - ein deutsch-kubanisches Gemeinschaftsprojekt von Architektur, Bauingenieurwesen, Stadtplanung und Denkmalschutz einerseits sowie Unternehmen, Handwerk und Ausbildung andererseits. Kassel. Das Projekt hat Symbolkraft: In der viel bewunderten, aber vom Verfall bedrohten Altstadt von Havanna - von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt - soll nach dem Willen der Universität Kassel (UNIK) und kubanischen Partnern ein Kompetenz- und Demonstrationszentrum entstehen, dass modernste Möglichkeiten der Stadtrenovierung und der Stadtentwicklung aufzeigen soll - ein deutsch-kubanisches Gemeinschaftsprojekt von Architektur, Bauingenieurwesen, Stadtplanung und Denkmalschutz einerseits sowie Unternehmen, Handwerk und Ausbildung andererseits. UNIK-Präsident Prof. Dr. Rolf-Dieter Postlep brachte das auch von der Deutschen Botschaft nachdrücklich unterstützte Vorhaben bei einer Reise auf den Weg, die dem Ausbau der internationalen Kooperationen der Kasseler Universität mit Partnern in Mittelamerika diente. Dabei unterzeichnete Postlep in Kuba ein Partnerschaftsabkommen mit der Universität St. Clara, der zweitgrößten Universität des Landes, das die bisherige Zusammenarbeit in Architektur, Stadtplanung und Landschaftsplanung, im Bauingenieurwesen und in der ökologischen Agrarwirtschaft nun auf weitere Schwerpunkte in Erneuerbaren Energien, in der Mathematisierung von Prognoseverfahren und in der Sprachenausbildung ausweitet.

Der intensive Austausch von Professoren und Studenten mit der Universität in St. Clara, einer mit Kassel in vielen Aspekten vergleichbaren Stadt in der Mitte des karibischen Inselstaats, geht bereits 15 Jahre zurück, hat auch Krisen und Widerstände überstanden und wird in Kuba als kontinuierlichste Partnerschaft geschätzt, die mit einer deutschen Hochschule besteht. Der Kasseler Architektur-Professor Mike Wilkens und die Planerin Heike Vollmann, Auslands-Referentin im Fachbereich Architektur der UNIK wurden für ihr Engagement in St. Clara mittlerweile zu Ehrenbürgern der Stadt ernannt. Inzwischen ist Prof. Alexander Eichenlaub, ebenfalls Fachbereich Architektur, als Partnerschafts-Beauftragter der UNIK Promotor dieser Kooperation.

Die Kasseler Präsenz hat nicht nur an der Partner-Universität, sondern auch in einem der Viertel St.Claras unübersehbare Spuren hinterlassen: Eine "Kasseler Straße" zeugt von der gemeinsamen Entwicklungsarbeit mit lokalen Partnern im Stadtteil Nuevo Condado, wo 20 Wohnungen nach Entwürfen Kasseler Studenten gebaut wurden, ein neues Stadtteilzentrum entstand und wo UNIK-Präsident Postlep jetzt in der neu eröffneten Stadtteil-Bibliothek willkommen geheißen wurde. 132 Studierende und 29 Lehrende der Planer-Fakultäten beider Universitäten wurden im Laufe der Jahre in den Austausch einbezogen, über 250.000 Euro Drittmittel für die Finanzierung eingeworben, über 30 Studien- und Diplomarbeiten entstanden. Und auch drei Filme dokumentieren mittlerweile diese produktive und lebendige Beziehung, auf deutscher Seite lokal u.a. unterstützt von dem eigens dafür in Kassel gegründeten Förderverein Cubanicay e.V. sowie national vom Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD).

Nach der von Fidel Castro in den Beziehungen zu Europa in den beiden letzten Jahren verhängten politischen Eiszeit soll der nun auf Universitätsebene abgeschlossene und auf weitere Fachbereiche ausgedehnte Partnerschaftsvertrag auch dazu beitragen, die Kontinuität dieser Zusammenarbeit langfristig zu sichern und ihr weiteren Auftrieb zu geben. Denn die Perspektiven für deutsch-kubanische Projekte, ob in der Stadtentwicklung, im Bauwesen und bei Infrastruktur-Projekten, im Tourismus, in der Agrarwirtschaft, in der Informationstechnologie und im Energiesektor, auch in der Verbindung von Wissenschaft und Investoren, sind weitreichend. Und die Kasseler Universität entwickelt sich zunehmend zu einem Kuba-Kompetenz-Zentrum, das seine langjährigen Erfahrungen und vielfältigen Verbindungen auch externen Interessenten hessen- und deutschlandweit zur Verfügung stellen kann.

Vor seinen Vereinbarungen mit den kubanischen Partnern und mit dem Deutschen Botschafter in Havanna hatte Präsident Postlep im Zuge seiner Mittelamerikareise Gespräche mit der wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät der Universidad National Autonoma de Mexico (UNAM) in Mexico City geführt sowie die mexikanische Partner-Universität der UNIK in Puebla besucht und auch dort einen Ausbau der Zusammenarbeit abgesprochen. Dabei wurde ein Kooperationsvertrag des Deutschen Akademischen Austauschdiensts (DAAD) für ein Ingenieur-Programm unterzeichnet, das technikwissenschaftliche Ausbildungsabschnitte an den Universitäten in Mexico und Deutschland mit Praxisphasen bei VW Mexico und VW in Deutschland verbindet und insbesondere auch den Universitäten in Kassel und Puebla sowie den großen VW-Werken in beiden Städte neue Möglichkeiten eröffnet. Mit der Partner-Hochschule der UNIK in Puebla, der Universidad de Las Americas (UDLA), einer privaten Campus-Universität amerikanischen Ursprungs, vereinbarte Postlep auch Kooperationsprojekte im Wissenstransfer und in der Management-Ausbildung für VW Puebla, bei der möglicherweise auch die von der Kasseler Universität inzwischen übernommene Kassel International Management School (KIMS) einbezogen werden kann.

Zum Abschluss seiner Mittelamerika-Reise nahm der UNIK-Präsident in Costa Rica als Repräsentant der deutschen Hochschulen auf Einladung der Konferenz mittelamerikanischer Rektoren an der Abschlusskonferenz des Gemeinschaftsprojekts "Qualitätssicherung im zentralamerikanischen Hochschulwesen" (CSUCA-InWent Projekt) teil, wo er über die Hochschulentwicklung in Deutschland berichtete und die Gelegenheit zu Gesprächen mit weiteren mittelamerikanischen Partnern der UNIK nutzte. Insbesondere durch ihr UniStaff-Programm, einem internationalen Weiterbildungsprogramm der UNIK in Witzenhausen für den Hochschul- und Management-Nachwuchs in Entwicklungs- und Schwellenländern, hat die Kasseler Universität in dieser Hochschul-Region einen besonderen Namen.


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Universität Kassel
Birgit Felmeden
Abteilung Kommunikation und Internationales
tel (0561) 804 2215
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