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VERANSTALTUNGSHINWEIS - Rudolf Jaenisch spricht über Stammzellforschung und genomische Reprogrammierung

05.04.2005 - (idw) Klinikum der Johann Wolfgang Goethe-Universität, Frankfurt a. M.

Der Biomedizinforscher und diesjährige Rolf-Sammet Stiftungsgastprofessor Rudolf Jaenisch referiert an der Universitätsklinik Frankfurt über neueste Entwicklungen in der Stammzellforschung Am Dienstag, 12. April, wird der deutsch-amerikanische Biomedizinforscher Rudolf Jaenisch im Rahmen der Perspective Lectures in Molecular Medicine, einer gemeinsamen Vortragsreihe der Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt und Sanofi-Aventis, einen öffentlichen Vortrag in englischer Sprache über Stammzellforschung und genomische Reprogrammierung halten. Der Vortrag mit dem Titel "Nuclear Cloning, Stem Cells and Genomic Reprogramming" findet im Hörsaal 22-1 der Universitätsklinik statt (Theodor-Stern-Kai 7, Neues Hörsaalgebäude; Beginn, 18:15 Uhr). Organisatoren sind die Professoren Werner Müller-Esterl vom Institut für Biochemie II und Theodor Dingermann vom Institut für Pharmazeutische Biologie. Alle Interessierten sind hierzu herzlich eingeladen.

Rudolf Jaenisch ist diesjähriger Rolf-Sammet-Stiftungsgastprofessor der Aventis Foundation. Der herausragende Biomedizinforscher hat mit seinem wissenschaftlichen Team am renommierten Whitehead Institute des Massachusetts Institute for Technology in Boston bedeutende Beiträge zur Stammzellforschung geleistet. Er gilt als Mitbegründer der Technologie zur Herstellung transgener Tiermodelle, die heute zu den wichtigsten Methoden bei der funktionellen Erforschung von Biomolekülen in ihrem physiologischen Umfeld zählt und die für die Entwicklung neuer Arzneimittel unverzichtbar ist. Rudolf Jaenisch war außerdem maßgeblich an der Erarbeitung von Techniken zur Klonierung von Säugetieren beteiligt. Die potenzielle Klonierung von Menschen lehnt er ab mit dem Hinweis auf schwere Behinderungen, die bei Klonexperimenten mit Tieren immer wieder auftreten. Ursache dieser Probleme ist das Phänomen der "epigenetischen Programmierung", das auch zentrales Thema der gegenwärtigen Forschung von Professor Jaenisch ist: das selektive Ablesen der "richtigen" Gene im Genom eines Organismus, entsprechend seines ontogenetischen Entwicklungsstandes.

Rudolf Jaenisch, geboren 1942, studierte Medizin an der Universität München und promovierte 1967 am Max-Planck-Institut für Biochemie in Martinsried, wo er auch als Postdoc genetische Forschung betrieb. Im Jahr 1970 ging er in die USA nach New Jersey, um am Department of Biochemistry der Princeton University die Genetik des SV40-Virus zu erforschen. Nach einem Forschungsaufenthalt am Institute for Cancer Research in Philadelphia wechselte er 1972 an das kalifornische Salk Institute in La Jolla, wo er als Professor lehrte und im Rahmen seiner genetischen Forschung auch die ersten transgenen Mäuse herstellte. 1977 kehrte er nach Deutschland zurück und wurde Leiter der Abteilung Tumorvirologie am Heinrich-Pette-Institut für experimentelle Virologie und Immunologie. Im Jahr 1984 übersiedelte er erneut in die USA und forscht seitdem am damals neugegründeten Whitehead Institute for Biomedical Research in Boston über Krebsentstehung, embryonale Genregulation, Klonierung und Stammzellen. Zugleich lehrt er als Professor für Biologie am Massachusetts Institute for Technology. Rudolf Jaenisch ist Mitglied vieler wissenschaftlicher Gesellschaften, darunter der amerikanischen National Academy of Sciences und der European Molecular Biology Organization. Er wurde mit renommierten Preisen ausgezeichnet, darunter dem Boehringer-Mannheim-Preis für molekulare Bioanalytik (1996), dem Robert-Koch-Preis (2002) und dem Charles-Rodolphe-Brupbacher-Preis für Tumorforschung (2003). Im Rahmen seiner Rolf-Sammet-Stiftungsgastprofessur 2005 hält er in Frankfurt in der kommenden Woche eine Reihe von Vorträgen an der Johann Wolfgang Goethe-Universität.

Frankfurt am Main, 5. April 2005

Für weitere Informationen:

Dipl.-Biol. Stefan Kieß
Kardiovaskuläre Biochemie
Institut für Biochemie II
Universitätsklinikum Frankfurt
Theodor-Stern-Kai 7
Fon (06 9) 63 01 - 54 50
Fax (06 9) 63 01 - 55 77
E-Mail kiess@em.uni-frankfurt.de
Internet http://www.biochem2.de

Ricarda Wessinghage

Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Universitätsklinikum Frankfurt
Fon (0 69) 63 01 - 77 64
Fax (0 69) 63 01 - 8 32 22
E-Mail ricarda.wessinghage@kgu.de
Internet http://www.kgu.de
Weitere Informationen: http://www.perspective-lectures.de/home.htm -> Homepage der Perspective Lectures http://www.uni-frankfurt.de/forschung/profil/stiftgast/sammet/ -> Vortragsprogramm
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