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Ausstellung: Hinter den Kulissen der "Minna von Barnhelm"

26.11.2002 - (idw) Universität des Saarlandes

Vom 12. Dezember 2002 bis 8. Februar 2003 präsentiert die Saarländische Universitäts- und Landesbibliothek eine Ausstellung zu Lessings "Minna von Barnhelm" in der Inszenierung von Pit Holzwarth. Zur Vernissage von "Hinter den Kulissen" am 12. Dezember (17 Uhr) ist jeder herzlich eingeladen.

Die Ausstellung ist von der Saarländischen Universitäts- und Landesbibliothek (SULB) gemeinsam mit dem Saarländischen Staatstheater und der Fachrichtung Germanistik der Universität des Saarlandes erstellt worden. Zu besichtigen ist sie im Foyer der SULB montags bis freitags von 9 bis 23 Uhr und samstags von 9 bis 12:30 Uhr.

Ehre, Geld und Liebe - dieses Dreigestirn bildet den Spannungsbogen des Stückes von Gotthold Ephrahim Lessing. Entworfen 1763 und vom Hamburger Nationaltheater am 30.9.1767 auf die Bühne gebracht, ist das Stück auf engste Weise mit den Geschehnissen des Siebenjährigen Krieges (1756 - 1763) verwoben. Im dritten Krieg zwischen Preußen und Österreich um Schlesien war Lessing vier Jahre Gouvernementssekretär beim preußischen General von Tauentzien und erlebte aus eigener Anschauung mit, welche Notlagen aus der Auflösung der "Freibataillone" für viele Soldaten und Offiziere entstanden.

In der "Minna" wird Major von Tellheim beschuldigt, sich mit einem Wechsel der sächsischen Stände unrechtmäßig beim preußischen Staat bereichern zu wollen - ein Vergehen, auf das Zuchthaushaft oder sogar die Todesstrafe stand. Der in seinem Ruf angeschlagene Tellheim glaubt seiner Verlobten Minna von Barnhelm nicht mehr die Heirat anbieten zu dürfen. Es bedarf ihrer ganzen List und ihrer Liebe, um Tellheim von Hoffnungslosigkeit, Menschenfeindschaft und emotionaler Verhärtung zu befreien.

Der Bremer Regisseur Pit Holzwarth erarbeitete zusammen mit dem Bühnen- und Kostümbildner Matthias Karch einen Spielraum, in der die Figuren selten festen Boden unter den Füßen haben - und setzt damit ins Bild, was für jede Nachkriegsgeneration charakteristisch ist: die tiefe Verunsicherung, Labilität und Orientierungslosigkeit der Überlebenden und die Schwierigkeiten gerade der Soldaten, einen neuen Platz in der Zivilgesellschaft zu finden.
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