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Michael Löwy wird Rosenzweig Gastprofessor 2005 an der UNIK

13.04.2005 - (idw) Universität Kassel

Michael Löwy, brasilianischer Sozialwissenschaftler wird 2005 im Rahmen der Rosenzweig-Gastprofessur philosophische Seminare und eine Vorlesung an der Universität Kassel anbieten. Die Franz-Rosenzweig-Gastprofessur wird jährlich an einen von den Nationalsozialisten ins Exil vertriebenen Philosophen, Geistes- oder Sozialwissenschaftler vergeben. Löwy emigrierte mit seiner Familie aus Österreich 1934. Kassel. Franz-Rosenzweig-Gastprofessor des Jahres 2005 wird der brasilianische Sozialwissenschaftler Dr. Michael Löwy. Er wurde 1938 in Sao Paulo, Brasilien, geboren. Seine Eltern waren 1934 aus wirtschaftlichen und politischen Gründen aus dem austro-faschistischen Österreich ausgewandert. Löwy wuchs in Brasilien auf und schloss an der Universität Sao Paulo sein Studium der Sozialwissenschaften mit dem Magister ab. Nach seiner Promotion an der Universität in Paris arbeitete Löwy an den israelischen Universitäten in Haifa, Jerusalem und Tel Aviv sowie Manchester. Später kehrte er nach Paris zurück. Seit 1977 ist Michael Löwy mit eigenen Forschungsprojekten am Centre National de Recherche Scientifique (CNRS) tätig, wobei sich sein Forschungsschwerpunkt mehr und mehr auf die Soziologie der Religion verlagerte. Die wichtigste Veröffentlichung auf diesem Gebiet ist sein auch ins Deutsche übersetztes Buch "Erlösung und Utopie - Jüdischer Messianismus und libertäres Denken (1988, dt. 1997), das Löwy international bekannt machte. Er geht darin der Entstehung religiöser und a-religiöser Eschatologien und geschichtsphilosophischer Utopien nach, arbeitet deren gemeinsame Herkunft aus dem jüdischen Messianismus und die Differenzen ihrer Befreiungsperspektiven heraus. Die Eschatologie ist die Lehre vom Endschicksal des einzelnen Menschen und der Welt.

Die Franz-Rosenzweig-Gastprofessur ist eine in der Deutschen Universitätslandschaft einmalige Einrichtung. Sie wird jährlich jeweils im Sommersemester an einen von den Nationalsozialisten ins Exil vertriebenen Philosophen, Geistes- oder Sozialwissenschaftler vergeben, um Gelegenheit zu geben, etwas von dem in Europa zerstörten jüdischen Erbe Studierenden, Wissenschaftlern und interessierten Zuhörern in Erinnerung zu bringen. Sie erinnert damit auch an das religionsphilosophische Werk und die Bildungsarbeit von Franz Rosenzweig, des großen jüdischen Sohnes der Stadt Kassel.

Dr. Michael Löwy bietet im Sommersemester zwei Seminare autonom und eines in einer Kooperation an. Zu ersteren gehören "Erlösung und Utopie im Werk von Walter Benjamin" und "Franz Kafkas Judentum: Die Religion der Freiheit". Zusammen mit Professor Dr. Wolfdietrich Schmied-Kowarzik wird Dr. Michael Löwy das Seminar "Philosophie-Politik-Ökonomie beim jungen Marx" veranstalten. Alle drei Seminare beginnen in der dritten Aprilwoche zum Start des Sommersemesters.

Seine Antrittsvorlesung hält Professor Dr. Michael Löwy am 21. April um 18 Uhr im Raum 0207 auf dem UNIK-Campus in der Nora-Platiel-Str-. 6. Er spricht zu "Erlösung und Utopie - Ein Thema der Soziologie der Religion".

mwü
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Universität Kassel
Jens Brömer
Kommunikation und Internationales
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