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Elastischer Metallring verbessert Brustkrebs-Behandlung

13.04.2005 - (idw) Bereich Humanmedizin der Universität Göttingen

Kooperationspreis des Landes Niedersachsen für gemeinsame Entwicklung des Bereichs Human-medizin der Universität Göttingen und der Firma Labotect Labor-Technik-Göttingen GmbH (ukg) Das Land Niedersachsen hat die Abteilung Gynäkologie und Geburtshilfe des Bereichs Humanmedizin der Universität Göttingen für ihre erfolgreiche Kooperation bei der Entwicklung eines neuen Tumor-Markierungssystems bei Brustkrebs ausgezeichnet. Oberarzt Dr. Abdolhamid Huschmand Nia und Prof. Dr. Günter Emons, Direktor der Abteilung Gynäkologie und Geburtshilfe, haben zusammen mit der Firma Labotect Labor-Technik-Göttingen GmbH am (heutigen) Mittwoch den zweiten Preis des Kooperationspreises des Landes Niedersachsen 2004 erhalten. Der Preis wurde auf der Hannover Messe durch die Staatssekretäre des Nieder-sächsischen Ministeriums für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr sowie des Niedersächsischen Ministeriums für Wissenschaft und Kultur überreicht. Die Auszeichnung ist mit 7.500 Euro dotiert. Zum sechsten Mal werden damit enge partnerschaftliche Kooperationen zwischen Wissenschaft und Wirtschaft in Niedersachsen gewürdigt.

Das von Dr. Huschmand Nia, Prof. Dr. Emons und der Firma Labotect GmbH entwickelte Gewebe-Markierungssystem verbessert die Behandlung von Brustkrebs- und anderen Tumorerkrankungen. Elastische Metallringe von einem halben Zentimeter Durchmesser dienen dabei als Positions-Marker im Brustgewebe. Die Ringe werden in gestreckter Form durch eine gerade Hohlnadel in das Brustgewebe eingeführt. Dort nimmt der superelastische Draht seine Ringform wieder ein und verbleibt stabil am Ort. Mit mehreren dieser kleinen Ringe können Ärzte räumliche Positionen in der Brust und in anderen Körpergeweben dauerhaft markieren.

Die Markierung des Brustgewebes ergänzt neue Therapiekonzepte, mit denen versucht wird, Tumore bereits vor ihrer eigentlichen operativen Entfernung zu verkleinern und die Wirksamkeit der Therapie zu erkennen. Schrumpft ein Tumor bereits während der "neo-adjuvanten" (meist Chemo-) Therapie, so lassen sich die ursprünglichen Grenzen des Tumors bei der operativen Entfernung oft nicht mehr erkennen.

Mit Hilfe des neuen Markierungssystems kann der Arzt dennoch die ursprüngliche Ausdehnung des Tumors nachvollziehen. Dies ist notwendig, um entartetes Gewebe exakt und vollständig zu entfernen.
Die feinen Metallringe sind in Ultraschall-, Röntgen- und MRT-Bild gut zu erkennen. Die Patientinnen spüren die Ringe nicht. Das System eignet sich für jede Art von Körpergewebs-Markierung.

Brustkrebs ist die häufigste bösartige Erkrankung bei Frauen. Allein in Deutschland treten jährlich etwa 45.000 Neuerkrankungen auf. Moderne Therapieformen bedeuten meist eine (Chemo-) Therapie bereits vor der eigentlichen operativen Entfernung des Tumors. Ziel der Vorbehandlung ist es, den Tumor schon vor dem operativen Eingriff zu verkleinern sowie die Wirksamkeit der Therapie frühzeitig zu erkennen. Ein Problem entsteht jedoch, wenn die ursprünglichen Grenzen des Tumors nach der Therapie nicht mehr zu erkennen sind. Der operative Eingriff wird erschwert oder gar unmöglich. Der superelastische Metallring aus Göttingen hilft dem behandelnden Arzt nun, die ursprünglichen Ausmaße des Tumors dauerhaft nachzuvollziehen.


Weitere Informationen:

Universität Göttingen - Bereich Humanmedizin
Abt. Gynäkologie und Geburtshilfe
Prof. Dr. med. Abdolhamid Huschmand Nia
Robert-Koch-Str. 40
37075 Göttingen
Tel. 0551/39 - 6576
E-Mail: huschmand@med.uni-goettingen.de

Fotos sind auf Anfrage unter folgender Adresse zu erhalten:

Universität Göttingen - Bereich Humanmedizin
Stabsstelle Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Stefan Weller
Robert-Koch-Str. 42
37075 Göttingen
Tel. 0551/39 - 9959
E-Mail: stefan.weller@med.uni-goettingen.de

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