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Hohe Auszeichnung für Münchner Dermatologen

22.04.2005 - (idw) Klinikum der Universität München

Gerd Plewig wird am 29. April 2005 zum Doctor honoris causa der Medizinischen Universität Breslau (Wroc?aw) ernannt. In einem akademischen Festakt empfängt der Münchner Dermatologe die Ehrendoktorwürde für seinen "großen Beitrag zur weltweiten dermatologischen Forschung, seine stete Entwicklung von neuen therapeutischen und diagnostischen Maßnahmen, dem breiten Wissen in Dermatologie und Venerologie sowie die starke Unterstützung junger Mediziner". Nach der Ehrendoktorwürde der Universität Prag erhält er damit die zweite Auszeichnung einer europäischen Universität. Laufbahn
Der gebürtige Thüringer hat nach seinem Abitur 1959 sein Medizinstudium an den Hochschulen Hamburg, Graz und Kiel absolviert. Nach Staatsexamen und Promotion im Jahr 1965 weist seine akademische Karriere auf die Dermatologie, "die schönste Braut der Medizin", wie der Direktor der Dermatologischen Klinik am Klinikum der Universität München gerne betont. Nach einer wissenschaftlichen Grundlagenausbildung bei Professor Albert Montgomery Kligman an der University of Philadelphia und der Facharztausbildung bei Professor Dr. Otto Braun-Falco habilitiert er sich 1972 und praktiziert weitere zehn Jahre in der Klinik an der Frauenlobstraße. Nach einem abgelehnten Ruf auf den Lehrstuhl für Derma-tologie an der Erasmus-Universität Rotterdam folgt er 1982 dem Ruf auf den Lehrstuhl für Dermatologie und Venerologie der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf, bis er am 1. Oktober 1991 als Ordinarius auf den Lehrstuhl für Dermatologie und Venerologie der Ludwig-Maximilians-Universität nach München zurückkehrt. Von 1999 bis 2004 war Plewig zudem Ärztlicher Direktor des Klinikums der Universität München.

Wissenschaftliches Werk und medizinisches Wirken auf internationalem Parkett
Plewigs klinischer Schwerpunkt liegt vor allem in der Behandlung von Akne und akneartigen Erkrankungen, sein wissenschaftlicher Schwerpunkt ist die Erforschung epider-maler Lipide. "There is no other scientist and teacher more involded in modern dermatology and no other person more meritourious for cooperation with our department", heißt es in dem offiziellen Schreiben des Präsidenten Professor Dr. Eugeniusz Baran.

"Die Freude, Bücher zu schreiben und damit Wissen zu vermitteln", so beschreibt Professor Plewig seinen Impuls zu über 400 klinischen und experimentellen Arbeiten, 76 Aufsätzen, 24 Büchern als Autor und Koautor und 23 Büchern als (Mit)Herausgeber. Seine internationale Anerkennung zeigt sich nicht zuletzt in 300 Vorträgen und wissenschaftlichen Ausstellungen rund um den Erdball.

Die Dermatologie, eine recht junge Disziplin der Medizin, ist seit jeher international ausgerichtet. Für Professor Plewig ist so die Teilnahme am München-Harvard-Programm, der Ausbildungsförderung auf internationaler Ebene, eine Selbstverständlichkeit. Zudem ist er Gründungsmitglied der Arbeitsgemeinschaft dermatologische Forschung (ADF) sowie der European Society for Dermatologic Research (ESDR), deren Präsident er auch war: internationale Zusammenschlüsse von Ärzten und Naturwissenschaftlern, deren Grundlagenforschung ein fundiertes Wissen über Hauterkrankungen ermöglicht und diagnostische wie therapeutische Verfahren entwickelt. 1997 wurde Plewig zum Mitglied des Royal College of Physicians (FRCP) in London gewählt.

Freund der polnischen Dermatologie
Schon seit 1972 hat Plewig intensiven Kontakt zu polnischen Dermatologen, in einer Zeit, in der das politische Klima den Forscherkontakt und -austausch sehr erschwerte. Doch trotz vielfältiger Hürden waren die polnischen Ärzte sehr schnell die größte Gruppe der ausländischen Gäste, die zur Fortbildungswoche - dem traditionellen Dermatologen-Kongress in München - kamen. Plewig schickte seit den 70er Jahren Lehr- und Lernmittel nach Breslau, zahlreiche Gastärzte der Breslauer Medizinischen Fakultät haben über Jahrzehnte in der "Derma" hospitiert . "Die meisten staatlichen und auch externen privaten Mittel gingen schon immer nach Warschau, so dass ich die Breslauer Ärzte unmittelbarer unterstützen konnte," so Plewig. In seiner Dankesrede hebt Plewig die historische Bedeutung der Breslauer Dermatologie hervor, die durch das Berufsverbot für jüdische Wissenschaftler und Ärzte einen abrupten Abbruch erfuhr. Bis dahin traten die Wissenschaftler durch wichtige Entdeckungen und Beschreibungen wie dem Gonorrhoe-Erreger (1879, Albert Neisser), Labortests zur Diagnose der Syphilis (1906, Wassermann, Neisser und Bruch) auf, die durch die Entwicklung neuer Labormethoden wie die Anfärbung von Mikroorganismen möglich wurden. Nach dem 2. Weltkrieg forschten die Breslauer Dermatologen erfolgreich auf den Gebieten der Vitamin-Derivate und der Photo-Therapie.

Weitere Informationen: http://www.klinikum.uni-muenchen.de
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