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Leopoldina und acatech setzen Arbeitsgruppe "Chancen und Probleme einer alternden Gesellschaft" ein

28.04.2005 - (idw) Deutsche Akademie der Naturforscher Leopoldina

Die Deutsche Akademie der Naturforscher Leopoldina und der acatech-Konvent für Technikwissenschaften haben vom 21. bis 23. April 2005 auf Schloss Marbach am Bodensee die konstituierende Sitzung ihrer ersten gemeinsamen interdisziplinären Arbeitsgruppe abgehalten. Sie trägt den Namen "Chancen und Probleme einer alternden Gesellschaft: Die Welt der Arbeit und des lebenslangen Lernens" und wird sich unter Vorsitz des Leopoldina-Mitglieds Professor Dr. Jürgen Kocka, Berlin, einer hochbrisanten gesellschaftlichen und damit auch politisch relevanten Thematik widmen. Das finanzielle Sponsoring erfolgt durch die in Zürich ansässige Jacobs Stiftung. Hintergrund für die Einrichtung dieser Arbeitsgruppe ist die Tatsache, dass die Bevölkerung in den Industrienationen immer älter wird. Damit verbunden stellen sich Fragen, die einer breit angelegten interdisziplinären Analyse bedürfen. Diese Problemstellung ist historisch gesehen neu. Weder das Bildungswesen noch gesellschaftliche Institutionen, Wirtschaftsunternehmen oder die Gesetzgebung noch der Einzelne sind hinreichend darauf vorbereitet.
Altern bezieht sich sowohl auf die lebenslange Weiterentwicklung des Einzelnen wie das Älterwerden der Bevölkerung. So stellt sich beispielsweise für eine älter werdende Gesellschaft die Frage, ob sie die gesellschaftliche Produktivität besitzt, um langfristig ihren Lebensstandard zu erhalten und im internationalen Wettbewerb mit im Alter jüngeren Gesellschaften zu bestehen. Vor dem Hintergrund dieser und zahlreicher weitere Fragen bedarf es gemeinsamer Anstrengungen von Wissenschaft, Bildungswesen, Industrie und Politik, eine neue Sicht vom Lebensverlauf und der Arbeitswelt zu schaffen, die alle Lebensalter optimal aktiviert und damit auch alternsfreundlich ist.
Das Ziel der auf drei Jahre angelegten Arbeitsgruppe ist, die beste wissenschaftliche Evidenz und Alternativen für umfassende gesellschaftliche Reformoptionen zu erarbeiten und zu präsentieren. Entsprechend der interdisziplinären Aufgabe gehören der Arbeitsgruppe Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der verschiedensten Disziplinen an: Mediziner, Neurowissenschaftler, Historiker, Soziologen, Ökonomen, Rechtswissenschaftler, Technikwissenschaftler, Kulturwissenschaftler und Psychologen. Expertisen bringen auch in personellen Angelegenheiten erfahrene Führungskräfte aus Großunternehmen ein. Die Arbeitsgruppe plant, zu gegebener Zeit einen Zwischen- und einen Abschlussbericht mit entsprechenden Empfehlungen öffentlich zu präsentieren.

Bisherige wissenschaftliche Mitglieder der Arbeitsgruppe:
Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Jürgen Kocka, Wissenschaftszentrum für Sozialforschung (WZB) Berlin, (Vorsitzender der AG, Leopoldina-Mitglied)
Prof. Dr. Uschi Backes-Gellner, Universität Zürich, Institut für Strategie und Unternehmensökonomik, Lehrstuhl Allgemeine Betriebswirtschaftslehre, Zürich
Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Paul B. Baltes, Max-Planck-Institut für Bildungsforschung, Berlin (Leopoldina-Vizepräsident)
Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Jürgen Baumert, Max-Planck-Institut für Bildungsforschung, Berlin (Leopoldina-Mitglied)
Prof. Dr. Ulrich Becker, Max-Planck-Institut für Ausländisches und Internationales Sozialrecht, München
Prof. Dr. Josef Ehmer, Universität Wien, Institut für Wirtschafts- und Sozialgeschichte, Wien
Prof. Dr. Dr. h.c. Otfried Höffe, Eberhard-Karls-Universität Tübingen, Philosophisches Seminar, Lehrstuhl für Philosophie, Tübingen
Prof. Dr. Reinhard F. Hüttl, Technische Universität Cottbus, Lehrstuhl für Bodenschutz und Rekultivierung, Cottbus (Mitglied des Vorstands von acatech)
Prof. Dr. Ulrich Keil, Universitätsklinikum Münster, Institut für Epidemiologie und Sozialmedizin, Münster
Prof. Dr. Dr. h.c. Kurt Kochsiek, em. Direktor der Medizinischen Universitätsklinik Würzburg, Würzburg (Leopoldina-Mitglied)
Prof. Dr.-Ing. Günther Schuh, RWTH Aachen, Lehrstuhl für Produktionssystematik, Aachen (acatech-Mitglied)
Prof. Dr. Ursula Staudinger, International University Bremen, Jacobs Center for Lifelong Learning and Institutional Development, Bremen (Leopoldina-Mitglied)
Prof. Dr. Dr. h.c. Wolfgang Streeck, Max-Planck-Institut für Gesellschaftsforschung, Köln
Prof. Dr. Gert G. Wagner, Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung, Forschungsbereich Soziales Risikomanagement, Berlin
N.N. Medizin / Neurowissenschaften
N.N. Technikwissenschaften

Bisherige assoziierte Mitglieder aus der Unternehmenswelt:
Dipl.-Ing. Ernst Baumann, Bayerische Motoren Werke AG, München, Vorstand Personal- und Sozialwesen
Dr. Norbert Bensel, Deutsche Bahn AG, Berlin, Vorstand für Transport und Logistik
Dr. Christian Jacobs, Rechtsanwalt, White & Case LLP, Hamburg, Vorsitzender der Jacobs Stiftung, Zürich
Herbert Schiller, T-Systems - International GmbH, Eschborn, Mitglied des Konzernbetriebsrats

Deutsche Akademie der Naturforscher Leopoldina:
Die Deutsche Akademie der Naturforscher Leopoldina mit Sitz in Halle an der Saale ist eine überregionale Gelehrtengesellschaft mit gemeinnützigen Aufgaben und Zielen. Sie ist die älteste naturwissenschaftliche Akademie in Deutschland. Sie trägt durch ihre Aktivität "zum Wohle des Menschen und der Natur" bei. Zu Mitgliedern werden Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus medizinischen, naturwissenschaftlichen, technik-, sozial-, verhaltens- und kulturwissenschaftlichen Disziplinen gewählt, die sich durch bedeutende Leistungen ausgezeichnet haben. Der Akademie gehören derzeit etwa 1200 Mitglieder in aller Welt an. Drei Viertel der Mitglieder kommen aus den Stammländern Deutschland, Schweiz und Österreich, ein Viertel aus weiteren ca. 30 Ländern. Unter den derzeit lebenden Nobelpreisträgern sind 32 Mitglieder der Leopoldina. Präsident der Leopoldina ist der klinische Virologe Professor Dr. Volker ter Meulen, Würzburg. Weitere Information unter http://www.leopoldina-halle.de

acatech:
acatech steht für die Symbiose von Akademie und Technik. Der gemeinnützige Verein "acatech - Konvent für Technikwissenschaften der Union der deutschen Akademien der Wissenschaften e.V." wurde im Februar 2002 offiziell gegründet. Erstmalig sind damit die technikwissenschaftlichen Aktivitäten der sieben Länderakademien der Wissenschaften unter einem Dach vereint. acatech strebt an, die selbstbestimmte, unabhängige und anerkannte Institution in Deutschland für alle technikwissenschaftlichen Belange nach innen und nach außen zu vertreten. Der Verein versteht sich als Forum für die kritische Beleuchtung technik-wissenschaftlicher Fragen mit gesellschaftspolitischem Hintergrund. Zu den aktuell 209 Mitgliedern acatechs zählen herausragende Persönlichkeiten aus Wissenschaft und Wirtschaft. Präsident von acatech ist Prof. Dr.-Ing. Joachim Milberg. Er ist zugleich Leopoldina-Mitglied. Weitere Information unter http://www.acatech.de


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