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Stellungnahme der Max-Planck-Gesellschaft zu den von der Volkswagen-Stiftung vorgelegten "Eckpunkten eines zukunfts

29.04.2005 - (idw) Max-Planck-Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaften e.V.

Die Max-Planck-Gesellschaft begrüßt den von der Volkswagen-Stiftung entwickelten Vorschlag, die längst überfällige Profilbildung und Umstrukturierung der deutschen Hochschulen verstärkt voranzutreiben. Die vorgelegten Eckpunkte machen aber auch deutlich, dass es den deutschen Hochschulen bislang nicht im erforderliche Maße gelungen ist, sich aus eigener Kraft zu erneuern. Zusätzliche Finanzmittel sind nicht die einzige Voraussetzung zur Steigerung der Leistungsfähigkeit deutscher Universitäten, vielmehr bedarf es auch verstärkter Eigenanstrengungen der Hochschulen zu strukturellen Reformen.

Außeruniversitäre Einrichtungen wie die Max-Planck-Gesellschaft haben erfolgreiche Initiativen entwickelt, um durch verstärkte Vernetzung mit den Universitäten die Leistungsfähigkeit des Gesamtsystems zu steigern und vor allem die Ausbildung des wissenschaftlichen Nachwuchses zu verbessern. Die Universitäten sind nun aufgefordert, diese Initiativen zu nutzen, um Exzellenzzentren für Forschung und Innovation zu bilden. Diese Zentren stellen eine wesentliche Voraussetzung dar für die gewünschte universitäre Profilbildung und internationale Wettbewerbsfähigkeit.

Der Vorschlag der Volkswagen-Stiftung zur Stärkung der Hochschulen durch "strukturelle Integration von außeruniversitären Forschungseinrichtungen" ist für die Max-Planck-Gesellschaft jedoch nicht akzeptabel. Als außeruniversitäre Einrichtung leistet gerade die Max-Planck-Gesellschaft einen unverzichtbaren Beitrag zur internationalen Wettbewerbsfähigkeit und Sichtbarkeit der deutschen Forschung. Dabei ist der Etat der Max-Planck-Gesellschaft nicht größer als der von zwei großen Universitäten zusammen. Die Max-Planck-Gesellschaft beschäftigt 265 Institutsdirektoren, während an den Hochschulen über 12.600 C4-Professoren beschäftigt sind. Es ist daher eine Illusion zu glauben, dass sich die Qualität der deutschen Forschung insgesamt verbessern ließe, wenn man Etat und Personal der Max-Planck-Gesellschaft in die derzeitige Hochschullandschaft integriert. Ganz im Gegenteil: Die Max-Planck-Gesellschaft warnt davor, eine Organisation, die Forschung und Nachwuchsausbildung auf höchstem wissenschaftlichen Niveau leistet sowie Spitzenforscher ständig auch wieder nach Deutschland beruft, durch unsachgemäße Vorschläge infrage zu stellen.

"Die Hochschulen sollten jetzt gemeinsam mit den außeruniversitären Wissenschaftsorganisationen für bessere Forschungsbedingungen und für ein Ende der Unterfinanzierung kämpfen", erklärt Prof. Peter Gruss, der Präsident der Max-Planck-Gesellschaft. Er appelliert daher an die Verantwortlichen in Politik und Wissenschaft, sachgerechte Initiativen zur Stärkung des gesamten Forschungssystems und insbesondere der Hochschulen zu entwickeln, ohne bewährte erfolgreiche Strukturen und Organisationen zu beschädigen. In diesem Zusammenhang verweist Präsident Gruss auf die beiden einvernehmlich von der Allianz der deutschen Wissenschaftsorganisationen unterstützten Programme "Pakt für Forschung und Innovation" sowie "Exzellenzinitiative". Die erneute Vertagung der hierzu erforderlichen Beschlüsse in der Ministerpräsidentenkonferenz am 14. April habe große Enttäuschung in der Wissenschaft ausgelöst. Es gelte nun vordringlich, sich weiterhin gemeinsam für die Umsetzung dieser Programme einzusetzen.
Weitere Informationen: http://www.mpg.de/bilderBerichteDokumente/dokumentation/pressemitteilungen/2005/pressemitteilung20050428/
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