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"Die edel kunst der truckerey"

02.05.2005 - (idw) Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg

Ausgewählte Inkunabeln der Universitätsbibliothek Heidelberg werden in einer Ausstellung gezeigt - Zur Eröffnung in der Alten Aula der Universität Heidelberg am 18. Mai 2005 um 19.00 Uhr laden wir Medien und interessierte Öffentlichkeit herzlich ein Eine der vornehmsten Aufgaben großer Bibliotheken ist es, ihre kostbaren, über Jahrhunderte gesammelten Bestände von mittelalterlichen Handschriften und frühneuzeitlichen Drucken für künftige Generationen zu erhalten. Wertvolle Altbestände sind deshalb in der Regel nur einem beschränkten Kreis von Wissenschaftlern und Forschern zugänglich. In den kommenden Wochen bietet die Universitätsbibliothek Heidelberg nun jedoch einem breiten Publikum Gelegenheit, hochrangige Inkunabeln aus nächster Nähe in Augenschein zu nehmen.

Als Inkunabeln oder Wiegendrucke bezeichnet man alle bis zum Ende des Jahres 1500 erschienenen Drucke, die mit beweglichen Lettern hergestellt worden sind. Die Ausstellung präsentiert eine Auswahl von 75 ästhetisch und wissenschaftlich herausragenden Wiegendrucken aus dem Bestand der Universitätsbibliothek und erinnert an die epochale Bedeutung, die der um 1450 erfolgten Erfindung des Buchdrucks durch Johannes Gutenberg zukommt. Mit der im Gegensatz zur handschriftlichen Buchherstellung möglich gewordenen Produktion größerer Auflagen begann eine Revolution des Bildungs- und Wissenschaftswesens.

Zusammen mit den großen Entdeckungen und der Reformation bildet das Aufkommen des Buchdrucks bekanntlich die Epochengrenze zwischen Mittelalter und Neuzeit. Mit Recht hat Georg Christoph Lichtenberg bereits vor über 200 Jahren festgestellt, dass "mehr als das Blei in den Kugeln das Blei in den Setzkästen die Welt verändert hat". Und im Jahr 2000 wurde Gutenberg anlässlich seines 600. Geburtstages in den USA sogar zum "Man of the Millenium", zum Mann des Jahrtausends, gewählt.

Insgesamt 1.793 Inkunabeln und Inkunabelfragmente, an deren wissenschaftlicher Erschließung zur Zeit gearbeitet wird, finden sich heute im Besitz der Universitätsbibliothek Heidelberg. Nach den Katastrophen des 17. Jahrhunderts musste die Sammlung der Wiegendrucke zusammen mit der Bibliothek neu aufgebaut werden. Der größte Teil der Heidelberger Inkunabeln geht auf die Säkularisation badischer Klöster zu Beginn des 19. Jahrhunderts zurück. So stammen fast 900 Stücke aus den Bibliotheken der Klöster Salem und Petershausen. Besondere Schwerpunkte der Sammlung sind daher Theologie und Kirchenrecht, aber auch lateinische und deutsche Literatur sowie historische und medizinische Schriften sind in größerem Umfang vertreten.

75 herausragende Exemplare vermitteln in der Ausstellung dem Besucher Eindrücke aus den ersten 50 Jahres des Buchdruckes. Am Anfang der Präsentation stehen Handschriften aus südwestdeutschen Manufakturen und einige Blockbücher. Beide Formen waren Versuche, die Herstellung von Bücher zu ökonomisieren, konnten sich aber gegen den neu aufgekommenen Buchdruck nicht behaupten. Zu sehen ist im weiteren die älteste in Heidelberg aufbewahrte Inkunabel, ein um 1454/55 entstandener Ablassbrief. Unter den verschiedenen deutschen Bibeln ragt die Koberger-Bibel aus dem Jahre 1483 hervor. Sie trägt einen repräsentativen Prachteinband, ihre Holzschnitte sind aufwendig koloriert und zum Teil vergoldet.

Mit dem "Heidelberger Totentanz" besitzt die Universitätsbibliothek einen äußerst seltenen illustrierten Druck, der in Heidelberg selbst entstanden ist. Die Schedelsche "Weltchronik", das berühmteste Buch der Inkunabelzeit, ist in einem lateinischen und in einem deutschen kolorierten Exemplar zu sehen. Am Ende findet sich die 1499 gedruckte "Kölner Chronik", in der ausführlich über die Erfindung der Buchdruckerkunst und ihre weitreichenden Wirkungen berichtet wird.

Vom 19. Mai bis zum 29. Oktober 2005
in der Universitätsbibliothek Heidelberg, Plöck 107-109
Montag bis Samstag 10 bis 18 Uhr
Sonn- und Feiertag geschlossen
Eintritt frei

Katalog zur Ausstellung:
Die edel kunst der truckerey
Ausgewählte Inkunabeln der Universitätsbibliothek Heidelberg
Heidelberg: Winter, 2005 (Schriften der Universitätsbibliothek Heidelberg, Band 6) ISBN 3-8253-5059-2; Euro 18,-

Rückfragen bitte an
Dr. Nicole Kloth
Universitätsbibliothek Heidelberg
Referentin für Öffentlichkeitsarbeit
Tel. 06221 542570, Fax 542623
Kloth@ub.uni-heidelberg.de

allgemeine Rückfragen von Journalisten auch an:
Dr. Michael Schwarz
Pressesprecher der Universität Heidelberg
Tel. 06221 542310, Fax 542317
michael.schwarz@rektorat.uni-heidelberg.de
www.uni-heidelberg.de/presse
Weitere Informationen: http://www.uni-heidelberg.de/presse/news05/2505truckerey.html
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