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Apherese-Weltkongress erstmals in Mecklenburg-Vorpommern

04.05.2005 - (idw) BioCon Valley Initiative

Erstmalig in Mecklenburg-Vorpommern und zum zweiten Mal in Deutschland findet von Mittwoch, dem 4. Mai 2005, bis Sonnabend, dem 7. Mai 2005 der Apherese-Weltkongress in Rostock/Warnemünde statt. Zu dem unter der Schirmherrschaft des Ministerpräsidenten des Landes Mecklenburg-Vorpommern, Dr. Harald Ringstorff, stehenden Kongress werden über 220 Wissenschaftler aus 23 Ländern, darunter Vertreter aus Japan, den USA, China, Indien und Kanada, in Rostocks Seebad erwartet. Für wichtige wissenschaftliche und wirtschaftliche Entwicklungen im Bereich der Apherese wurde in Rostock der Grundstein gelegt. Apherese, auch Blutwäsche genannt, therapeutische Apherese und Apherese-Technologien (siehe Hintergrund) haben eine lange wissenschaftliche und klinische Tradition, in der Wissenschaftler insbesondere der Rostocker Universität schon immer eine herausragende Rolle spielten. Für wichtige wissenschaftliche Entwicklungen im Bereich der Apherese wurde in Rostock der Grundstein gelegt. Aus diesem Grund hat die Internationale Gesellschaft für Apherese (ISFA) ihren alle zwei Jahre stattfindenden Weltkongress für 2005 nach Rostock vergeben.

Auf dem Kongress werden international führende Wissenschaftler und Praktiker der verschiedenen Richtungen der Apherese die Ergebnisse ihrer Arbeit der letzten Jahre darstellen und austauschen. Zudem sollen die mit der Apherese verbundenen Fragen der Therapie und Forschung diskutiert werden. Parallel zur wissenschaftlichen Tagung wird ein Weiterbildungsworkshop für die Ärzte, Schwestern und Pfleger angeboten, die sich auf Grund ihres Tätigkeitsfeldes mit Aspekten der Apherese konfrontiert sehen.

Erstmals wird es auf einem Apherese-Weltkongress themenorientierte Night Talks geben, die den international renommierten Medizinern Gelegenheit geben, die wissenschaftliche Diskussion zu vertiefen. An der Spitze der Tagungsleitung steht der Ärztliche Direktor des Klinikums der Universität Rostock, Prof. Dr. Peter Schuff-Werner. Zum Ehrenpräsidenten der wissenschaftlichen Tagung ernannte die Internationale Gesellschaft für Apherese (ISFA) Prof. Dr. Dr. h. c. (mult.) Horst Klinkmann. Mit der Organisation des Kongresses ist die BioCon Valley Initiative unter der Leitung von Dr. Wolfgang Ramlow beauftragt worden.

Das Kongress-Programm kann im Internet unter www.isfa2005.org eingesehen werden.

Die Vertreter der Medien sind herzlich zur Teilnahme am 5. Apherese-Weltkongress eingeladen.

Definition der Apherese und historischer Hintergrund:

Die Apherese (auch Blutwäsche genannt) ist ein traditionelles medizinisches Verfahren. In Form des Aderlasses kam sie bereits im Altertum als prophylaktische oder therapeutische Maßnahme mit "reinigender" Wirkung zur Anwendung.

Der Begriff "Apherese" leitet sich ursprünglich von dem griechischen Wort "aphairesis" an und bedeutet "entfernen, wegnehmen, absondern, trennen". Im medizinischen Sinne wird das Wort Apherese für die Abtrennung von bestimmten Substanzen aus dem Blut mittels extrakorporaler (= außerhalb des Körpers) Blutkreisläufe bezeichnet. Je nachdem, ob man Zellen (Wortstamm "zyto-") oder Plasma aus dem Blut abtrennen möchte, heißt dieser Prozess Zytapherese oder Plasmaapherese.

Der Einsatz von Apheresetechnologien erfolgt dabei einerseits mit unmittelbar therapeutischem Ziel (Apheresetherapie, therapeutische Apherese) und andererseits zur Gewinnung von Blut- und Plasmaprodukten (Donorpherese, präparative Apherese) von freiwilligen Spendern zum Zweck der späteren therapeutischen Nutzung.

Die therapeutische Apherese ist technologisch der "Künstlichen Niere" (Hämodialyse und Sonderverfahren) verwandt, basiert aber überwiegend auf anderen Trennprinzipien. Die Abgrenzung zwischen Apherese und Dialyse erfolgt dabei nicht nach den verwendeten Technologien, sondern auf Grund der zu behandelnden Erkrankungen. Dabei wird der Begriff Dialyse/künstliche Niere ausschließlich bei Verfahren zur Entgiftung des Körpers bei akutem und chronischem Nierenversagen verwendet. Bei allen anderen Indikationen für eine extrakorporale Blutreinigung wird von therapeutischer Apherese gesprochen.

Jährlich werden weltweit ca. 250.000 bis 300.000 Behandlungen mit der therapeutischen Apherese durchgeführt.

Die Apheresetherapie kommt gewöhnlich erst dann zum Einsatz, wenn medikamentöse Behandlungsmethoden nicht ausreichend wirksam sind.


Haupteinsatzgebiete sind:

- schwere Fettstoffwechselerkrankungen
- Autoimmunerkrankungen
- Störungen der Blutzirkulation (z. B. bei Hörsturz oder altersbedingter Augenerkrankung)
- akut lebensbedrohende Erkrankungen wie septischer Schock und Leberversagen


BioCon Valley® GmbH
Dr. Heinrich Cuypers
T +49 (0) 3834-515 108
F +49 (0) 3834-515 102
E hc@bcv.org
Weitere Informationen: http://www.isfa2005.org
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