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Lebendigkeit im Lebenden

28.11.2002 - (idw) Westfaelische Wilhelms-Universität Münster

"Lebendig oder tot!" Dass die Alternative so einfach, wie Steckbriefe im Wilden Westen uns glauben machen, nicht ist, zeigt Prof. Dr. Erwin-Josef Speckmann in einem Vortrag am Mittwoch, 4. Dezember 2002, um 20.15 Uhr im Rathaus der Stadt Münster am Prinzipalmarkt. Der Vortrag des Geschäftsführenden Direktors des Instituts für Physiologie der Westfälischen Wilhelms-Universität mit dem Titel "Lebendigkeit im Lebenden" findet im Rahmen des "Studium generale" statt, das in diesem Wintersemester unter dem Leitthema "Erstarrung und Lebendigkeit" steht.

Der Münsteraner Neurophysiologe Speckmann stellt das Gehirn in den Mittelpunkt seiner Betrachtungen. Er sieht in der Funktionstüchtigkeit des Gehirns die Voraussetzung für die Existenz der Persönlichkeit des Menschen. Dementsprechend gehören alle anderen Organe des Menschen zum Versorgungsteil des Organismus, der für die Lieferung von Grundsubstanzen des Hirnstoffwechsels und für die Entsorgung von Stoffwechselprodukten verantwortlich ist.

Weltweit besteht Übereinstimmung, dass der irreversible Tod des Gehirns mit dem Tod des Menschen gleichzusetzen ist. Während das irreversibel tote Gehirn seine erloschene Aktivität nicht ändern kann, ist das lebende Gehirn grundsätzlich dazu in der Lage. Modernste Ergebnisse der Hirnforschung zu Grunde legend verfolgt Prof. Speckmann den Gedanken, "dass das lebende Gehirn keineswegs auch immer lebendig ist", das heißt auf äußere Reize oder innere Willkürimpulse reagieren kann.

So sei es zum Beispiel möglich, dass das hochaktive Gehirn mit weiter steigender Aktivität zunehmend an Reaktionsfähigkeit verliere und schließlich seine Funktionstüchtigkeit einbüsse. Prof. Speckmann nennt das den "reversiblen Tod" und erläutert: "Wir schaffen durch unsere alltäglichen Aktivitäten häufig so viel Rahmen, dass für das Bild keine Hirnleistung mehr verfügbar ist und so der Rahmen ohne Bild bleibt".
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