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Hans-Olaf Henkel: "Forschungskürzungen sind verheerend"

29.11.2002 - (idw) Wissenschaftsgemeinschaft Gottfried Wilhelm Leibniz e.V.

Präsident der Leibniz-Gemeinschaft wendet sich gegen Kürzung der Forschungsausgaben - Schlag gegen Gemeinschaftsaufgabe Forschungsförderung - Leibniz-Institute rechnen mit Minus von drei Prozent

Berlin. Hans-Olaf Henkel wendet sich entschieden gegen die jüngst bekannt gewordenen Pläne des Bundesforschungsministeriums. Der Präsident der Leibniz-Gemeinschaft schrieb gestern an Bundesforschungsministerin Edelgard Bulmahn: "Dass der Plafond der Leibniz-Gemeinschaft im nächsten Jahr im Zuge der Sparmaßnahmen der Bundesregierung überrollt werden soll, findet meinen entschiedenen Widerspruch."
Es sei ein "verheerendes Signal und ein schwerer Schlag gegen die Gemeinschaftsaufgabe Forschungsförderung", wenn das Bundesforschungsministerium von seinen Finanzzusagen für das Jahr 2003 nachträglich wieder Abstand nehme, so Henkel. Im Frühjahr hatte das Bundesforschungsministerium noch erfolgreich auf das Land Berlin eingewirkt, gravierende Budgetkürzungen im laufenden Haushaltsjahr bei den 14 Leibniz-Instituten der Hauptstadt zurückzunehmen.
Die angekündigte "Nullrunde" entwerte, so Henkel weiter, das im Koalitionsvertrag formulierte Ziel, bis 2010 drei Prozent des Bruttoinlandsprodukts für Forschung und Entwicklung aufzuwenden. "Wie dieses Ziel ohne jährliche Ausgabensteigerungen im Forschungshaushalt erreicht werden soll, ist mir schleierhaft. Auf ein Wunder im letzten Jahr brauchen wir nicht zu hoffen", warnt Henkel.
Eine Überrollung der Haushalte der Leibniz-Institute im kommenden Jahr bedeute angesichts steigender Personalausgaben eine faktische Mittelkürzung um drei Prozent, schrieb Henkel. Das beschädige leistungsfähige Forschungsinstitute und Serviceeinrichtungen in ihrer Substanz und würge wissenschaftliche und ökonomische Impulse gerade in Ostdeutschland ab, wo die Leibniz-Gemeinschaft mit 34 Instituten eine Stärke hat. Die Kürzungen entmutigten den wissenschaftlichen Nachwuchs und trieben ihn ins Ausland, ärgert sich Henkel.

Rückfragen:
Dr. Frank Stäudner
Tel.: 0 30/20 60 49 42
Fax: 0 30/20 60 49 55
Mobil 0174/318 90 36
E-Mail: staudner@wgl.de

Zur Leibniz-Gemeinschaft gehören 79 außeruniversitäre Forschungsinstitute und Serviceeinrichtungen für die Forschung. Das Spektrum der Leibniz-Institute ist breit gefächert und reicht von den Natur-, Ingenieur- und Umweltwissenschaften über die Wirtschafts-, Sozial- und Raumwissenschaften bis hin zu den Geisteswissenschaften und Museen mit angeschlossener Forschungsabteilung. Die Institute beschäftigen rund 12.000 Mitarbeiter und haben einen Gesamtetat von 820 Millionen Euro. Sie arbeiten nachfrageorientiert und interdisziplinär und sind von überregionaler Bedeutung. Da sie Vorhaben im gesamtstaatlichen Interesse betreiben, werden sie von Bund und Ländern gemeinsam gefördert. Näheres unter www.wgl.de.

Leibniz-Geschäftsstelle, Eduard-Pflüger-Straße 55, 53113 Bonn; PF 12 01 69, 53043 Bonn, Tel.: 02 28/3 08 15-0, FAX: 02 28/3 08 15-2 55, E-Mail: wgl@wgl.de
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