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Leben und sterben lassen?

13.05.2005 - (idw) Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald

Greifswalder Theologen laden zum Dialog über Sterbehilfe,
moderne Bibelforschung und die Bedeutung der Religion

Der Mensch und sein Tod sowie die damit verbundene aktuelle Diskussion um Sterbebegleitung und Sterbehilfe ist ein Thema auf mehreren öffentlichen Veranstaltungen, die an der Theologischen Fakultät im Rahmen der Projektwoche der Universität Greifswald vom 17. bis 20. Mai 2005 stattfinden (s. Programm). Mit dem Diskussionsangebot zu bewegenden aktuellen Problemfeldern möchte die Fakultät alle Studierenden und Interessenten auf ihr vielfältiges Angebot in Forschung und Lehre aufmerksam machen und verdeutlichen, dass religiöse Deutungs- und Handlungskompetenzen in der heutigen Gesellschaft unerlässlich sind. So bildet den Auftakt der Projektwoche ein hochschulpolitisches Diskussionsforum unter studentischer Moderation und Beteiligung, das mit der Fragestellung "Warum gehört die Theologie in die Universität?" die Bedeutung der Theologie für die Gegenwart und Zukunft der Universität Greifswald herausstellen möchte. Mit einer zweiten fakultätsübergreifenden Veranstaltung greift die Theologische Fakultät einen brisanten Konflikt auf: 13 Tage, nachdem die künstliche Ernährung abgebrochen wurde, verstarb die seit 1990 im Wachkoma liegende US-Amerikanerin Terri Schiavo Ende März dieses Jahres in einem Hospiz in Florida. Ihr Fall beschäftige die höchsten Gerichte und entfachte weltweit eine Debatte über die Sterbehilfe. An diese Diskussion knüpft die Theologische Fakultät im Rahmen einer interdisziplinären Veranstaltung an und gibt einen Einblick in die aktuelle Sterbehilfedebatte in den USA, Europa und Deutschland. Als Grundlage dient ein im Herbst 2000 von der Theologischen Fakultät veröffentlichtes Gutachten "Der Mensch und sein Tod. Grundsätze der ärztlichen Sterbebegleitung". Nach einem Einführungsreferat vom Lehrstuhlinhaber für Praktische Theologie, Prof. Dr. Michael Herbst, soll die Thematik in verschiedenen Workshops unter medizinischen, juristischen, biblisch-theologischen und ethischen Aspekten beleuchtet werden. Anschließend werden die Ergebnisse in einem gemeinsamen Gespräch diskutiert. Abgerundet wird der Abend durch den preisgekrönten Film "Das Meer in mir" ("Mar Adentro"), der die authentische Geschichte des nach einem Badeunfall von Hals ab gelähmten Spaniers Ramón Sampedro erzählt. Fast 30 Jahre lebte er in totaler Abhängigkeit und kämpfte öffentlich für sein Recht auf einen selbst bestimmten Tod.

Eine Einführung mit praktischer Einübung in die Funktions- und Arbeitsweise der elektronischen Bibel möchte der Greifswalder Theologe Prof. Dr. Christof Hardmeier in zwei Veranstaltungen geben. Seit Sommer 2004 ist die weltweit umfangreichste elektronische Studienbibel, die Stuttgarter Elektronische Studienbibel, auf dem Markt. Diese enthält alle für das Bibelstudium notwendigen Texte, Übersetzungen und Hilfsmittel. Sie entstand in mehrjähriger Forschungsarbeit des Lehrstuhlinhabers für das Alte Testament und hat sich mittlerweile zum wichtigsten elektronischen Medium für die Bibelwissenschaften im internationalen Maßstab vor allem in Europa, Amerika und Südafrika entwickelt.

Projektwoche der Theologischen Fakultät an der Universität Greifswald

Dienstag, 17. Mai 2005, 15.00 - 17.00 Uhr
Historisches Institut, Hörsaal 12, Domstraße 9 a
"Diskussionsforum zum Thema: Warum gehört die Theologie in die Universität?"

Mittwoch, 18. Mai 2005, 10.00-12.00 Uhr
Theologische Fakultät, Seminarraum, Am Rubenowplatz 2/3
"Einführung in die Stuttgarter Elektronische Studienbibel mit Einübung I"
Prof. Dr. Christof Hardmeier, Theologische Fakultät

Donnerstag, 19. Mai 2005, 14.00-19.00 Uhr
"Der Mensch und sein Tod. Das Gutachten der Theologischen Fakultät und die aktuelle Diskussion um Sterbebegleitung und Sterbehilfe"

14.00 Uhr
Einführungsreferat zum Gutachten "Der Mensch und sein Tod."
(Prof. Dr. Michael Herbst, Theologische Fakultät)
Historisches Institut, Hörsaal 12, Domstraße 9 a

14.30 Uhr
Workshops zum Thema unter folgenden Aspekten:

Medizin - Prof. Dr. Michael Wendt, Medizinische Fakultät
Historisches Institut, Hörsaal 12, Domstraße 9 a

Jura - Prof. Dr. Wolfgang Joecks, Rechts- und Staatswissenschaftliche Fakultät
Historisches Institut, Seminarraum IV, Domstraße 9 a

Biblisch-theologische Aspekte - Prof. Dr. Christof Hardmeier, Theologische Fakultät
Historisches Institut, Hörsaal 11, Domstraße 9a

Ethische Aspekte - Prof. Dr. Bernd Hildebrandt, Theologische Fakultät
Theologische. Fakultät, Seminarraum, Am Rubenowplatz 2/3

16.00 Uhr
Gemeinsames Abschlussgespräch
Historisches Institut, Hörsaal 12, Domstraße 9 a

17.30 Uhr
Filmvorführung: "Das Meer in mir" (mar adrento)
CineStar Greifswald, Kino 5

anschließend Filmdiskussion (Prof. Dr. Roland Rosenstock)
Seminarraum, Theologischen Fakultät, Am Rubenowplatz 2/3

Freitag, 20. Mai 2005, 9.00-13.00 Uhr; 14.00-16. 00 Uhr,

Hörsaal 2, Theologische Fakultät, Rubenowstraße 1
"Einführung in die Stuttgarter Elektronische Studienbibel mit Einübung II"
Prof. Dr. Christof Hardmeier, Theologische Fakultät


Theologische Fakultät
Prof. Dr. Roland Rosenstock
Am Rubenowplatz 2/3, 17847 Greifswald
T +49 (0) 3834/86 25 22
F +49 (0) 3834/86 25 20
M +49 (0) 170-23 52 770
E roland.rosenstock@uni-greifswald.de
http://www.uni-greifswald.de/~theol/index.htm

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