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Exzellenzinitiative in den Geisteswissenschaften - Einrichtung des Dahlem Humanities Center an der FU Berlin

18.05.2005 - (idw) Freie Universität Berlin

Exzellenzinitiative in den Geisteswissenschaften

Einrichtung des Dahlem Humanities Center an der Freien Universität Berlin

Die Freie Universität Berlin (FU) plant ein Humanities Center, das 2006 seine Arbeit aufnehmen soll. Es wird der geisteswissenschaftlichen Forschung eine Dachstruktur geben, die interdisziplinäre Zusammenarbeit fördert und die Vernetzung mit Kultur- und Wissenschaftsinstitutionen in der Region unterstützt. Die Einrichtung des Dahlem Humanities Center ist ein großer Schritt in Richtung des übergeordneten Ziels der Freien Universität, eine international konkurrenzfähige Forschungsuniversität zu sein, deren Qualität sich unmittelbar auf das Niveau der Lehre auswirkt. "Die Freie Universität Berlin verfügt über eine deutschlandweit einmalige Vielfalt geisteswissenschaftlicher Fächer. Um diese Vielheit verstärkt als Einheit zu begreifen und sichtbar zu machen, planen wir die Einrichtung des Dahlem Humanities Center", sagt der Erste Vize-Präsident der Freien Universität, Prof. Dr. Klaus W. Hempfer. "Die FU macht damit die Geisteswissenschaften zu einer der tragenden Säulen ihrer zukünftigen Forschungsstrategie", so Hempfer weiter.

Ziel der Einrichtung des Dahlem Humanities Center ist eine grundlegende Neuordnung der geisteswissenschaftlichen Forschung in dreierlei Hinsicht:

(1) Bündelung vorhandener innovativer Forschungsvorhaben und -programme, um durch die wechselseitige Anregung ein Mehr an theoretischer und methodischer Reflexion sowie an praktischen Ergebnissen zu erzielen;

(2) Etablierung neuer Formen und Formate wissenschaftlicher Kommunikation und Kooperation, die die Grenzen traditioneller Fächerstrukturen überschreiten;

(3) Ausweitung und Vertiefung bereits bestehender Arbeitsbeziehungen zu außeruniversitären Forschungseinrichtungen, zu Theatern, Museen, Kulturinstituten, ausländischen Botschaften sowie anderen kulturellen Einrichtungen.

Für die Bündelung von Kräften, Kompetenzen und Institutionen in einer Region hat sich der Begriff des Clusters herausgebildet. Die Freie Universität überarbeitet gegenwärtig ihr Forschungsprofil unter dieser Maßgabe. Die Geisteswissenschaften haben als erste ein umfassendes Konzept vorgelegt, das unter dem Dach des Dahlem Humanities Center fünf Cluster vereinigt:

- Kulturelle Tranformationsprozesse
- Alte Welt und europäische Kultur
- Ästhetische Erfahrung
- Transkulturalität
- Europäische Sprachen und sprachliches Wissen

Übergreifender Forschungsrahmen ist die Untersuchung von Erscheinungsformen, Prinzipien und Wirkungsweisen kultureller Dynamik. 'Kultur' wird dabei als soziale Konstruktion und somit historisch wie geographisch variabel begriffen.

Die neuen Formen und Formate des Dahlem Humanities Center bestehen wesentlich in einer Graduate School, der Einrichtung von temporären Think Tanks, der Vergabe von Fellowships, der regelmäßigen Durchführung von Workshops zwischen Wissenschaft und Praxis sowie einer Hegel-Lecture als in die Stadt hineinwirkendem Kultur-Event.

Am 13./14. Mai 2005 fand an der Freien Universität ein Workshop mit Direktoren von Humanities Centers amerikanischer Spitzenuniversitäten statt, die den Aufbau des Dahlem Center weiterhin beratend begleiten werden.

Unterstützung für ihre weit reichenden Pläne erhofft sich die Freie Universität zum einen von privaten Stiftungen und Förderern, und zum anderen wird sie sich an dem Exzellenzwettbewerb beteiligen, der nunmehr doch nicht endgültig aufgehoben scheint. Die besondere Stärke ihres Konzepts sieht sie darin, dass sie auf der Basis nachgewiesener Exzellenz - durch Sonderforschungsbereiche, Graduiertenkollegs, DFG-Forschergruppen und eine Vielzahl drittmittelgeförderter Einzelprojekte - ein umfassendes Forschungsprogramm für den geisteswissenschaftlichen Bereich formuliert hat. Dieses Forschungsprogramm wird für Struktur und Profil der Freien Universität insgesamt im nächsten Jahrzehnt prägend sein.


Für weitere Informationen wenden Sie sich bitte an:
Philipp Antony, Persönlicher Referent des Ersten Vizepräsidenten
Tel.: 030 / 838-73111, Fax: 030 / 838-73117, E-Mail: antony@zedat.fu-berlin.de

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