Dr. Horst Niemeyer verstorben

02.06.2005 - (idw) Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft

Im Alter von 76 Jahren ist der Generalsekretär a. D. und Ehrenkurator des Stifterverbandes, Dr. Horst Niemeyer, nach schwerer Krankheit am 26. Mai 2005 verstorben. Niemeyer leitete von 1979 bis 1996 die Hauptverwaltung des Stifterverbandes in Essen. In dieser Zeit setzte er sich mit besonderem Nachdruck für die private Wissenschaftsförderung über Stiftungen ein. Allein im Stifterverband stieg die Zahl der Stiftungen in Niemeyers Amtszeit von 77 auf 232. Der Stifterverband und die von ihm verwalteten Stiftungen stellten in dieser Zeit 800 Millionen Euro der Wissenschaftsförderung zur Verfügung.

Ein Schwerpunkt der Tätigkeit von Horst Niemeyer lag in der Durchsetzung struktureller Verbesserungen für Wissenschaft und Forschung, z.B. durch Einrichtung von Stiftungsprofessuren oder die Gründung des Historischen Kollegs in München. Darüber hinaus regte er die Gründung des Zentrums für Türkeistudien, Essen, an, das der Stifterverband 1985 gemeinsam mit der Freudenberg-Stiftung einrichtete. Insbesondere in seinen letzten Amtsjahren hat sich Dr. Niemeyer verstärkt der Förderung des internationalen Stiftungswesens zugewandt. So war er Mitbegründer und Chairman des European Foundation Centre in Brüssel.

Der gebürtige Dortmunder studierte nach dem Krieg evangelische Theologie und Philosophie in Münster und Rechtswissenschaften in Bonn, wo er 1957 mit einer Arbeit aus dem Verfassungsrecht promoviert wurde. Nach dem Assessorexamen war Niemeyer von 1958 - 1962 Referent bei der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) in Bonn. Der Wissenschafts- und Forschungsförderung blieb er auch in seiner weiteren beruflichen Tätigkeit eng verbunden, so als geschäftsführender Vorstand der Deutschen Forschungs- und Versuchsanstalt für Luft- und Raumfahrt (1962 - 1973), als Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft der Großforschungseinrichtungen in der Bundesrepublik Deutschland (1970 - 1973) und als Direktor der Kommission der Europäischen Gemeinschaften am Forschungszentrum in Ispra, Italien (1974 - 1978).

Für seine Verdienste um die Forschungsförderung erhielt er 1974 das Bundesverdienstkreuz. Seine Bemühungen um die internationale wissenschaftliche Zusammenarbeit würdigte 1985 der französische Staatspräsident durch die Verleihung des Ordre National du Mérite.
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