Magnetismus, Einstein, experimentelle Highlights und ein Sommerfest

03.07.2005 - (idw) Universität Augsburg

Mit einem Sonderkolloquium am Montag und einem Einstein-Abend am Freitag sorgt das Institut für Physik für zwei Höhepunkte im Veranstaltungsprogramm der kommenden Woche
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EKM steht für "Elektronische Korrelationen und Magnetismus" und ist ein Kürzel, das selten unerwähnt bleibt, wenn in der Öffentlichkeit von der Augsburger Physik die Rede ist. Aber Hand aufs Herz: Wovon ist eigentlich die Rede, wenn von jenen elektronischen Korrelationen und von jenem Magnetismus die Rede ist, die einen ganz zentralen Forschungsgegenstand des Instituts für Physik der Universität Augsburg umschreiben? Prof. Dr. Dieter Vollhardt, Inhaber des Theorie-Lehrstuhls am EKM-Schwerpunkt des Augsburger Physik-Instituts und zugleich Sprecher das Augsburger Sonderforschungsbereichs "Metall-Isolator-Übergänge und Ordnung mikroskopischer Freiheitsgrade" (SFB 484) wird am kommenden Montag darüber Auskunft geben - und zwar so, dass auch diejenigen klüger nach Hause gehen werden, die sich für Physik interessieren, ohne sie zu ihrer Profession gemacht zu haben. Vollhardts Vortrag mit dem Titel "Magnetismus - von der Antike bis zur Gegenwart" eröffnet zum Ende des Sommersemesters eine außergewöhnlich dichte Veranstaltungswoche, die am 8. Juli mit einem weiteren Muss für alle Physik-Interessierte ausklingt: mit einem Einstein-Abend, dessen dreiteiliges Vortragsprogramm von experimentellen Präsentationen begleitet wird und ins traditionelle Sommerfest des Instituts für Physik mündet. MAGNETISMUS - VON DER ANTIKE BIS ZUR GEGENWART

Die anziehenden und abstoßenden Kräfte des Magnetismus sind der Menschheit schon seit Tausenden von Jahren bekannt. Bis in das 19. Jahrhundert war der Ursprung des Magnetismus allerdings völlig rätselhaft. In seinem Vortrag, der am 4. Juli um 18.30 Uhr im Hörsaal 1001 des Physik-Hörsaalzentrums (Universitätsstraße 1) wird Vollhardt die wichtigen Schritte in der Untersuchung des Magnetismus während der letzten 3000 Jahre ansprechen - unter anderem die Beobachtungen der Griechen und Römer, die Navigation im frühen Mittelalter, Einsteins grundlegende Arbeit zur Relativitätstheorie aus dem Jahr 1905, die Erkenntnisse der modernen Physik sowie Themen der aktuellen Forschung. Dabei werden Bezüge zur Medizin, Psychologie, Biologie, Literatur und Musik hergestellt.

EINSTEIN-ABEND AM 8. JULI

Die oben erwähnte grundlegende Arbeit zur Relativitätstheorie ist eine der vier bzw. fünf in den "Annalen der Physik" publizierten Arbeiten Albert Einsteins aus dem Jahr 1905, die Schlag auf Schlag das bis dahin gültige Weltbild erschütterten und das Jahr 2005 zum Einstein-Jahr machen.

Das Institut für Physik der Universität Augsburg begeht dieses Jubiläum mit einem Einstein-Abend am 8. Juli. Im Mittelpunkt stehen drei Vorträge, die dem Wissenschaftler, dem Humanisten und dem Juden Albert Einstein gewidmet sind (Beginn um 17.00 Uhr im Hörsaal 1001 des Physik-Hörsaalzentrums, Universitätsstraße 1):

WISSENSCHAFTLER, HUMANIST, JUDE

Zum Auftakt (17.00 bis 17.45 Uhr) reflektiert Prof. Dr. Ulrich Eckern unter dem Titel "Von Ulm über Bern und Berlin nach Princeton" Stationen des Lebens des Wissenschaftlers, Humanisten und Juden Albert Einstein. Eckern, Inhaber des Augsburger Lehrstuhls für Theoretische Physik I, ist Herausgeber der "Annalen der Physik und zeichnet als solcher verantwortlich für zwei zum Jubiläumsjahr erschienene Annalen-Einstein-Specials, darunter ein Band mit Facsimiles der bahnbrechenden Annalen-Beiträge aus dem Jahr 1905 (siehe http://idw-online.de/pages/de/news101473).

ODER WÜRFELT GOTT DOCH?

Auf Eckern folgt von 18.00 bis 18.45 Uhr der Augsburger Philosoph und Wissenschaftstheoretiker Prof. Dr. Klaus Mainzer mit einem "Gott würfelt nicht - oder doch?" überschriebenen Vortrag. Mit diesem Vortrag war Mainzer am 9. Mai dieses Jahres auch bereits zur Einstein-Tagung der Leibniz-Gemeinschaft in Bonn eingeladen.

EINE WELT OHNE ZEIT

Für den Abschluss der Einstein-Vortragstrilogie sorgt dann von 19.00 bis 19.45 Uhr Prof. Dr. Wolfgang Schleich von der Abteilung für Quantenphysik der Universität Ulm. Das Thema seines Beitrags lautet "Eine Welt ohne Zeit: Zwei Giganten - Kurt Gödel und Albert Einstein".

PHYSIK UND CHEMIE ZUM ANFASSEN

Parallel bzw. alternativ zur Vortragsveranstaltung lädt das Institut für Physik die Gäste des Einstein-Abends ein, in den Genuss experimenteller Highlights aus Physik und Chemie zu kommen. Die Stationen der Laborführungen, denen man sich um 18.00 und um 19.00 Uhr anschließen kann (Treffpunkt Foyer des Physik-Hörsaalzentrums), sind überschrieben mit:
o Oberflächlich gesehen: Physik und Chemie mit Elektronen
o Coole Experimente: flüssige Luft & flüssiges Helium
o Einkristallzucht
o Abbildung von Atomen mit dem Rasterkraftmikroskop
o Blitze zum Anfassen
o Organische Elektronik
o Ionenanalyse
o Diamantsynthese
o Vom Kristall zur Keramik
o An der Schnittstelle zwischen Physik, Biologie und Chemie: Lab-on-a-Chip

OPEN END BEIM SOMMERFEST

Und nur unter der Bedingung, dass niemand daraus jetzt fälschlicherweise den Schluss zieht, dieser Einstein-Abend könnte durstig machen (also "trocken" sein), sei hier noch vermerkt, dass im Anschluss an die Einstein-Vorträge und/oder Laborführungen alle Gäste herzlich eingeladen sind, beim traditionellen Sommerfest des Instituts für Physik der Universität Augsburg mitzufeiern. Ein Nachweis über die Teilnahme an den vorangegangen Vorträgen oder Laborführungen wird für die Zulassung zum Mitfeiern nicht unbedingt vorausgesetzt. Es genügt die Entrichtung eines kleinen Unkostenbeitrags für Imbiss und Getränke.
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KONTAKT UND WEITERE INFORMATIONEN:
Prof. Dr. Ulrich Eckern
Geschäftsführender Direktor des Instituts für Physik
Universität Augsburg
Telefon 0821/598-3200
eckern@physik.uni-augsburg.de
Weitere Informationen: http://www.physik.uni-augsburg.de/tdf.shtml