Rüstzeug für die patientenorientierte Forschung

04.07.2005 - (idw) Westfaelische Wilhelms-Universität Münster

Zum 20. Mal wird vom 11. bis 15. Juli 2005 die vom Institut für Epidemiologie und Sozialmedizin des Universitätsklinikums Münster (UKM) organisierte internationale Epidemiologische Sommerakademie stattfinden. Sie ist damit die älteste in Deutschland stattfindende Fortbildungsveranstaltung für Epidemiologie. Die internationale epidemiologische Sommerakademie wurde 1980 in München gegründet und kam 1995 nach Münster. Sie wendet sich vorwiegend an Angehörige der Medizin- und Gesundheitsberufe. Der einwöchige Kurs beinhaltet aktuelle Einführungen in die quantitativen Methoden und Strategien epidemiologischer und klinisch-epidemiologischer Forschung und vermittelt Kenntnisse, die für die Durchführung patientenorientierter Forschung notwendig sind. Seit 1980 haben mehr als 1.000 Ärzte und Gesundheitswissenschaftler an diesem Weiterbildungsprogramm teilgenommen.

Um den internationalen Charakter der Sommerakademie zu unterstreichen, wird der Unterricht in englischer Sprache abgehalten. Großer Wert wird auf einen engen Kontakt zwischen Lehrenden und Lernenden gelegt. Aus diesem Grund werden alle Teilnehmer und Dozenten im Kolping-Tagungshotel untergebracht sein. "So verkörpert die Sommerakademie das Humboldtsche Modell von der Gemeinschaft der Lehrenden und Lernenden im Zeitalter der Massenuniversität", betont der Leiter dieser alljährlichen Veranstaltung Prof. Dr. Ulrich Keil. Die Dozenten der diesjährigen Sommerakademie kommen von der Harvard Universität in Boston, von der Universität von Massachusetts in Amherst, von den National Institutes of Health in Bethesda bei Washington, vom Arterioskleroseforschungsinstitut an der Universität Münster und vom Institut für Epidemiologie und Sozialmedizin. Insgesamt werden in diesem Jahr mehr als 50 Ärzte, Epidemiologen, Gesundheitswissenschaftler und auch einige Studierende aus Deutschland, Europa und Übersee an der internationalen epidemiologischen Sommerakademie in Münster teilnehmen.

Es werden sowohl Einführungskurse als auch Fortgeschrittenenkurse angeboten. Die Fortgeschrittenenkurse richten sich insbesondere an Wissenschaftler, die schon Erfahrungen in der klinischen Forschung haben und ihre Kenntnisse erweitern möchten. In diesem Jahr werden auch Kurse zur
Genetischen Epidemiologie, zur Neuro-Epidemiologie und zur Health Care Epidemiology angeboten. Im Rahmen der Sommerakademie wird am 12. Juli auch ein öffentlicher Abendvortrag stattfinden: Um 18 Uhr wird die in Fachkreisen bekannte Harvard-Professorin Julie Buring im Kolping Tagungshotel über das Thema "Discrepant results between observational studies and randomized trials. What lessons can we learn?" sprechen. Dieses Thema ist laut Keil unter anderem für die Praxis der Östrogentherapie in den Wechseljahren von großer Bedeutung. Aus Anlass der 20. Sommerakademie wird darüber hinaus als Abendveranstaltung "Das Treffen in Telgte" organisiert. Es handelt sich dabei um eine kleine literarische Kunstreise auf den Spuren der Erzählung von Günther Grass.
Weitere Informationen: http://www.klinikum.uni-muenster.de/institute/epi/