Ursache falscher Laborwerte aufgeklärt

05.12.2002 - (idw) Universität zu Lübeck

Otto-Roth-Preis 2002 an Dr. Christian Hennig

Dr. med. Christian Hennig erhält den Professor-Otto-Roth-Preis 2002. Der mit 2.500 Euro dotierte Preis wird Dr. Hennig am Montag, dem 9. Dezember 2002, vom Vorsitzenden der Gesellschaft der Freunde und Förderer der Universität zu Lübeck, Konsul Dr. Dietrich Schulz, in einer Feierstunde überreicht (Hoghehus, Koberg, 19 Uhr).
Dr. Hennig erhält den Preis für seine Dissertation "Charakterisierung herophiler Anti-Immunglobulin-Antikörper", die er am Institut für Immunologie und Transfusionsmedizin der Universität angefertigt hat. Doktorvater ist Prof. Dr. med. Holger Kirchner. Die Arbeit wurde mit der Bestnote "summa cum laude" beurteilt.
Dr. Hennig konnte die Ursachen bestimmter falscher Laborwerte von gesunden Blutspendern aufklären. Bislang wurden nämlich bei mehr als einem Viertel erhöhte Serumspiegel von Interferon alpha und beta gefunden, ohne dass dies durch funktionelle Messungen bestätigt werden konnte. Grund dafür ist, wie Dr. Hennig experimentell und auf wissenschaftlich außerordentlich anspruchsvolle Weise nachgewiesen hat, das natürliche Vorkommen heterophiler Anti-Immunglobulin-Antikörper im Plasma. Als Ersatz für die bisherigen Verfahren entwickelte er Testbedingungen, bei denen der Fehler nicht auftritt.
Die Arbeit von Dr. Hennig hat eine besondere klinische Relevanz. Falsche Therapieindikationen werden künftig vermieden und die Arzneimittelsicherheit erhöht. Die Ergebnisse wurden in der international renommierten Wissenschaftszeitschrift "Lancet" mit Dr. Hennig als Erstautor veröffentlicht.
Die Gesellschaft der Freunde und Förderer der Universität zu Lübeck vergibt den Otto-Roth-Preis einmal im Jahr für eine wissenschaftlich herausragende Lübecker Doktorarbeit. Der Namenspatron des Preises ist Professor Otto Roth, der erste Fachchirurg in Lübeck. Von 1897 bis 1933 leitete er die Chirurgische Abteilung im Allgemeinen Krankenhaus der Hansestadt. Zusammen mit Heinrich Dräger entwickelte er den weltbekannten Roth-Drägerschen Narkoseapparat, der am Beginn der modernen Beatmungstechnik steht.
Im Anschluss an die Preisverleihung hält Prof. Dr. rer. nat. Thomas Peters, Direktor des Universitätsinstituts für Chemie, einen Vortrag über das Thema "Biotechnologie im Aufwind - neue Wege zum Drug Design". Ein Streichquartett des Universitätsorchesters spielt Werke von Mozart und Telemann. Gäste sind herzlich willkommen.