Stürze: Die große Gefahr für Senioren

07.09.2005 - (idw) Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg

Rund ein Drittel der über 65-Jährigen stürzt wenigstens einmal im Jahr, und mit zunehmendem Alter wächst für die Senioren die Gefahr zu fallen stetig an. Für ältere Menschen kann so ein Sturz schlimme Auswirkungen haben - psychische und physische: Viele von ihnen kämpfen mit der Angst vor weiteren Stürzen oder erleiden beim Sturz schwere Verletzungen. Wie man diese Folgen therapieren oder Stürze ganz verhindern kann, damit beschäftigen sich Wissenschaftler und Praktiker auf einem internationalen Symposium des Instituts für Sportwissenschaft und Sport der Universität Erlangen-Nürnberg, das am 7. und 8. Oktober 2005 in Erlangen stattfindet. Wie groß für Senioren die Gefahr ist, die von Stürzen ausgeht, zeigen die Statistiken: Zehn Prozent der Stürze verursachen ernsthafte Verletzungen wie Frakturen der Hüfte, der Arme oder der Wirbelkörper. Die Zahl der Schenkelhalsbrüche in Deutschland wird pro Jahr auf über 135.000 geschätzt. In etwa 40 Prozent dieser Fälle erholen sich die Gestürzten nicht völlig und müssen in ein Pflegeheim eingewiesen werden. Zwischen 25 und 33 Prozent der Betroffenen sterben innerhalb eines Jahres an den Folgen der Fraktur. Damit stehen Stürze auf der Liste der häufigsten Todesursachen bei älteren Menschen auf Platz sechs. Allein schon die Angst, nochmals zu fallen, kann weit reichende gesundheitliche Folgen haben: Viele ältere Menschen schränken aus diesem Grund ihre Aktivitäten ein und beschleunigen damit den körperlichen und geistigen Abbau. Auch die Kosten für das Gesundheitssystem sind nicht zu unterschätzen. Allein die Behandlung der Sturzfolgen bei Heimbewohnern belaufen sich jährlich auf 500 Millionen Euro, Tendenz steigend.

Stürze sind ein Phänomen mit vielfältigen Ursachen. Dies macht ihre Behandlung nicht einfach und erfordert einen interdisziplinären Zugang zu diesem Thema. Auf dem Erlanger Symposium, das von der Robert Bosch Stiftung und der Siemens-Betriebskrankenkasse gefördert wird, treffen sich aus diesem Grund Wissenschaftler und Praktiker aus den unterschiedlichsten Bereichen. International anerkannte Experten in der Sturzforschung haben sich zu Vorträgen und Workshops angekündigt, unter anderem Dr. Stephen Lord vom Prince of Wales Medical Research Institute, Australien, Dr. Katherine Berg von der University of Toronto, Kanada, Dr. Deborah Rose von der California State University, USA, und Dr. Clemens Becker, Robert-Bosch-Krankenhaus, Stuttgart. Schwerpunkte des Symposiums sind verschiedene Testverfahren zur Identifikation Sturzgefährdeter sowie Programme zur Sturzprophylaxe.

Ausführliche Informationen zum Symposium gibt es unter http://www.standfest-im-alter.de. Die Anmeldung ist noch bis zum 15. September 2005 möglich.

Weitere Informationen

Dr. Ellen Freiberger
Institut für Sportwissenschaft und Sport
Tel.: 09131/85-25000
info@sport.uni-erlangen.de