Alte Universität hat 350. Gründungsjubiläum - Die neue Uni feiert die alte Uni

12.10.2005 - (idw) Universität Duisburg-Essen

Vor 350 Jahren ist Duisburg Universitätsstadt geworden - und mit einer Pause von 154 Jahren auch geblieben. Am 14. Oktober 1655 wurde die "alte Universität" feierlich eröffnet. Anlässlich dieses Jubiläums lädt die Uni Duisburg-Essen zu einem Kolloquium in das Gerhard-Mercator-Haus ein: Am 19. und 20. Oktober dreht sich ab 9 Uhr alles um die "Geschichte der Universität Duisburg 1655-1818".

Es werden Vorträge gehalten, Zeit für Diskussionen wird es auch geben. Vor allem an interessierte Bürger richtet sich der Abendvortrag von Prof. Dr. Dieter Geuenich am 19. Oktober um 19.30 Uhr. Er wird von der feierlichen Eröffnung der Universität vor 350 Jahren erzählen. Weitere Vortragsthemen sind: das Verhältnis zwischen niederländischen und der Duisburger Universität, die vier Fakultäten von damals - Medizin, Jura, Theologie, Philosophie - und der Ursprung der Matrikelnummer.

Heute erinnern nur noch einige Straßenschilder an die alte Universität in Duisburg. Johann Clauberg war deren erster Rektor und ist Namenspatron für die Claubergstraße. Auch die Universitätsstraße erinnert an die vom preußischen Kurfürsten Friedrich Wilhelm von Brandenburg gegründete Bildungsstätte.

Die ursprüngliche Idee, einen geistigen Mittelpunkt in der Umgebung zu schaffen, kam von Herzog Wilhelm V. von Jülich-Kleve-Berg, vielleicht besser bekannt als Wilhelm der Reiche. Jedoch dauerte es noch fast 100 Jahre, bis es zur feierlichen Universitätsgründung kam. Als der Hochschulbetrieb 1655 endlich aufgenommen werden konnte, gab es die klassischen vier Disziplinen, eine theologische, eine juristische, eine medizinische und eine philosophische Fakultät. Es war damit eine für die damalige Zeit voll ausgebaute Universität. Für die nächsten hundert Jahre war sie die Bildungsstätte fast aller Ärzte, hohen Beamten und reformierten Pfarrer der preußischen Westprovinzen. In den Jahren des Bestehens studierten hier insgesamt etwa 6000 Studenten.

Mit den Jahren bekam die Uni jedoch Konkurrenz von niederländischen Hochschulen. Die Duisburger Bildungsstätte war protestantisch und in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts schickten die meisten lutherischen und katholischen Bürger ihre Söhne an andere Universitäten. Die Universität in Duisburg verfiel zusehends und wurde am 18. Oktober 1818 auf Grund einer Kabinettsorder von Friedrich Wilhelm III. offiziell aufgehoben. Im selben Jahr wurde die Bonner Universität gegründet. Große Teile der alten Universitätsbibliothek, auch Zepter und Siegel gingen nach Bonn.

Erste Anzeichen für eine neue Universität nach 150 Jahren war die Verlegung der Pädagogischen Hochschule 1968 von Kettwig nach Duisburg. Auch die Umstrukturierung der Maschinenbau- und Hüttenschule zur Fachhochschule ließ auf einen Wandel hoffen. Am 7. August 1972 war es dann soweit und die Stadt Duisburg bekam wieder eine Universität, zunächst nach dem Gesamthochschulkonzept. Sie erhielt im Jahre 1994 den Namen Gerhard-Mercator-Universität. Der weltberühmte Kartograph und Universalgelehrte lebte im 16. Jahrhundert in Duisburg.

2003 verschmolz die Gerhard-Mercator-Universität mit der Universität Essen zur neuen Universität Duisburg-Essen. Heute sind etwa 30.000 Studierende hier eingeschrieben. Schirmherren des Jubiläumskolloquiums sind Prof. Dr. Lothar Zechlin, Gründungsrektor der Universität Duisburg-Essen, und Adolf Sauerland, Oberbürgermeister der Stadt Duisburg.

Redaktion: Kerstin Artz, Tel 0203/379-1487
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