HU-Philosoph Perler mit Leibniz-Preis ausgezeichnet

02.12.2005 - (idw) Humboldt-Universität zu Berlin

Dominik Perler, Professor für Philosophiegeschichte und Theoretische Philosophie am Institut für Philosophie, wurde zusammen mit zehn Wissenschaftlern und einer Wissenschaftlerin heute für den Gottfried Wilhelm Leibniz-Preis der Deutschen Forschungsgemeinschaft ausgewählt. Mit dem höchstdotierten deutschen Forschungspreis erhält Perler eine Fördersumme von 1,55 Millionen Euro für seine Forschung. "Dieser Preis ist nicht so sehr ein Preis für meine Person, sondern für mein Fach und die Geisteswissenschaften im Allgemeinen, deren Bedeutung betont wird, deren Beitrag zur Forschung gewürdigt wird"; freute sich Prof. Perler nach der Benachrichtigung aus der DFG. "Der Preis ist auch eine Auszeichnung für die Humboldt-Universität und insbesondere ihre Verbundenheit mit den Geisteswissenschaften. Es ist heutzutage nicht selbstverständlich, dass den klassischen Geisteswissenschaften ein so großer Wert beigemessen wird."
Die Anerkennung und Freude über den Preis an der Universität ist groß. Der amtierende Präsident, Prof. Hans Jürgen Prömel, ist begeistert: "Wir freuen uns für die Humboldt-Universität und den Preisträger, dass ein so herausragender Preis an die Humboldt-Universität geht. Mit Prof. Perler ist ein hochkarätiger Wissenschaftler ausgezeichnet worden. Der Preis ist ein Zeichen für die hervorragende Aufbauarbeit in der Philosophie, die wir in den vergangenen Jahren - unter anderem durch zahlreiche Neuberufungen - geleistet haben. Wir sehen den Preis aber auch als Zeichen für die starke Entwicklung der Geisteswissenschaften wie sie sich im Sonderforschungsbereich "Transformation der Antike" und im soeben gegründeten "Antikezentrum" manifestiert." Zusammen mit dem neuen Preisträger konnte sich die Humboldt-Universität somit bereits vier Mal über einen Leibniz-Preis seit 1998 freuen. Der künftige Präsident Prof. Christoph Markschies ist ebenfalls Leibniz-Preisträger.

Zur Person
Prof. Dr. Dominik Perler, geboren 1965, forscht in den Bereichen Philosophie des Mittelalters und der Frühen Neuzeit als auch in der Philosophie des Geistes und in der Erkenntnistheorie. In seinen Arbeiten zu Autoren, Denksystemen und Problemen der Philosophiegeschichte hat er gezeigt, wie sich die Denktraditionen des christlich-abendländischen und des arabisch-islamischen Raumes wechselseitig beeinflusst haben. Aktuell beschäftigt sich Perler mit dem "Geist der Tiere" und der Frage nach dem Verhältnis von Emotion und Kognition aus philosophischer Perspektive. Hier arbeitet er eng mit den Naturwissenschaften zusammen - in der im Exzellenzwettbewerb geplanten Graduiertenschule "Mind and Brain", zudem ist er im geplanten Exzellenz-cluster "Kreative Zerstörung" engagiert.
Nach seinem Studium der Philosophie in Fribourg, Schweiz, und Göttingen war er Visiting Scholar an der Cornell University (Ithaca, N.Y.) und Visiting Assistant Professor an der University of California in Los Angeles, Fellow of All Souls und Lecturer in Philosophy an der Universität Oxford, bevor er 1997 Ordinarius für Philosophie an der Universität Basel wurde. Seit 2003 ist Perler Professor für Philosophie an der Humboldt-Universität zu Berlin (Inhaber des Lehrstuhls für Theoretische Philosophie). Von 2004 bis 2005 war er Fellow am Wissenschaftskolleg zu Berlin.

Gottfried Wilhelm Leibniz-Preis
Der Gottfried Wilhelm Leibniz-Preis ist der höchstdotierte deutsche wissenschaftliche Förderpreis. Ziel des 1985 eingerichteten Leibniz-Programms ist es, die Arbeitsbedingungen herausragender Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler zu verbessern, ihre Forschungsmöglichkeiten zu erweitern, sie von administrativem Arbeitsaufwand zu entlasten und ihnen die Beschäftigung besonders qualifizierter jüngerer Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler zu erleichtern. Die Förderung wird nur auf Vorschlag Dritter gewährt.
Die feierliche Verleihung der Preise im Gottfried Wilhelm Leibniz-Programm für 2006 wird durch den Präsidenten der DFG, Prof. Ernst-Ludwig Winnacker, am 8. Februar 2006 in der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften in Berlin stattfinden.

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