Interkulturelle Kommunikation in virtuellen Gemeinschaften

11.01.2006 - (idw) Fachhochschule Koblenz / RheinAhrCampus Remagen

EU-Forschungsprojekt media-net-works erfolgreich abgeschlossen - Ergebnisse wurden am RheinAhrCampus Remagen der FH Koblenz vorgestellt Seit 2004 entwickelten sieben Partner aus fünf europäischen Ländern ein Studienmodul für die Hochschul- und Erwachsenenbildung im Rahmen des Projekts media-net-works ("Intercultural ICT-mediated Communication competencies as a key to enable participation in a network society"). Im Vordergrund der Arbeit des Konsortiums stand die Erforschung der Schlüsselqualifikation "Medienkompetenz mit dem integralen Bestandteil der interkulturellen Kompetenz in virtuellen Gemeinschaften".

Dabei wurden technische, soziale und interkulturelle Mechanismen virtueller Gemeinschaften untersucht. Die Interessennetzwerke, die sich zumeist über Foren organisieren, erfordern ein hohes Maß an Kommunikation und Kooperation. Dabei sind wichtige Aspekte der zwischenmenschlichen Beziehungen wie Gestik und Mimik meist nicht darstellbar. Dies kann z.B. Missverständnisse zwischen den einzelnen Mitgliedern hervorrufen.

Deshalb entwickelte das Konsortium mediendidaktische Modelle und Methoden zur Ausgestaltung von virtuellen Gemeinschaften und erprobte diese pilothaft im Rahmen eines Online-Kurses und einer Interaktionsphase im Ausland.

"Unsere Teilnehmer können nun eigenständig virtuelle Gemeinschaften gründen, moderieren oder sich daran beteiligen - und dabei auf fundiertes Wissen zur interkulturellen Kommunikation zurückgreifen", betonte Projektleiter Dr. Elmar-Laurent Borgmann beim Abschlusstreffen am RheinAhrCampus Remagen der Fachhochschule Koblenz. Mittels verschiedener Lernszenarien konnte die Kommunikationskompetenz der Teilnehmer deutlich gestärkt und deren Beobachtungsgabe auch im Medienumfeld verbessert werden.

Thomas Berger vom Forschungsinstitut inter.research e.V. verwies auf die Einsatzmöglichkeiten der Online-Lernszenarien und Materialien in europäischen Mobilitätsprogrammen wie z.B. Leonardo da Vinci. Aspekte der interkulturellen Kommunikation spielen bei Arbeits- und Studienaufenthalten eine immer größere Rolle und neue Medien wie das Internet bieten bisher ungenutzte Lernmöglichkeiten z.B. bei der Vorbereitung und Durchführung bzw. Begleitung eines Auslandsaufenthalts.

Den Einfluss neuer Medien auf die Lehre unterstrich auch Anne Fox vom dänischen Partner Grenaa Handelsskole. Sie baut gerade eine virtuelle Gemeinschaft von Lehrenden im Bereich Fremdsprachen und interkulturelle Kommunikation auf und berichtete von ihrer Präsentation der media-net-works Projektergebnisse auf einer internationalen Online-Konferenz im Internet.

Die Projektergebnisse werden auf der Webseite www.media-net-works.de zur Verfügung gestellt. Insgesamt wurde das Projekt mit rund 138.000 Euro im Rahmen des E-learning Programms der Europäischen Union gefördert.

Ansprechpartner und Leiter des Projekts:
FH-Koblenz
RheinAhrCampus Remagen
Dr. Elmar-Laurent Borgmann
Tel.: 02642/932329
Borgmann@fh-koblenz.de
Weitere Informationen: http://www.media-net-works.de