DFG vergibt erstmals Kopernikus-Preis

10.03.2006 - (idw) Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG)

50 000 Euro für deutsch-polnische Wissenschaftskooperation Nr. 8
10. März 2006

Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) und die Stiftung für die polnische Wissenschaft (FNP) verleihen in diesem Jahr zum ersten Mal den mit 50 000 Euro dotierten Kopernikus-Preis. Die Auszeichnung geht an die Pharmakologen Professor Eberhard Schlicker von der Universität Bonn und Professorin Barbara Malinowska von der Universität Bia?ystok in Polen. Die beiden Organisationen würdigen alle zwei Jahre jeweils einen deutschen und einen polnischen Wissenschaftler für ihr Engagement in der wissenschaftlichen Zusammenarbeit. Die deutsch-polnische Jury hat die beiden Preisträger von insgesamt 49 Nominierungen aus allen Fachbereichen ausgewählt. Der Preis wird von den Präsidenten der DFG und der FNP, Professor Ernst-Ludwig Winnacker und Professor Maciej ?ylicz, im Rahmen einer Festveranstaltung am 2. Mai 2006 im Max-Liebermann-Haus in Berlin verliehen.

Die Auszeichnung ist nach dem Astronomen Nikolaus Kopernikus (1473-1543) benannt. Das Preisgeld von insgesamt 50 000 Euro kommt zu gleichen Teilen von der DFG und der FNP. Die Preisträger erhalten je 25 000 Euro und können das Geld für alle wissenschaftlichen Zwecke verwenden, die die beiden Organisationen mit ihren Programmen fördern. Dabei sollte der Schwerpunkt auf der Intensivierung der gemeinsamen Nachwuchsförderung liegen. Die DFG hat bereits im vergangenen Jahr eine Vereinbarung mit der FNP geschlossen, um insbesondere die Zusammenarbeit herausragender Nachwuchswissenschaftler aus allen Fachgebieten zu unterstützen. Dadurch haben die beiden Organisationen im Jahr der deutsch-polnischen Beziehungen Akzente für eine intensive Kooperation in der Wissenschaftsförderung gesetzt.

Die beiden Preisträger:
Die Arbeitsgebiete von Eberhard Schlicker und Barbara Malinowska sind die Pharmakologie und Physiologie. Im Zentrum ihrer Forschung stehen die Cannabinoid-Rezeptoren und deren Wirkung. Cannabinoid-Rezeptoren sind Erkennungsstellen im Organismus, über die Sucht erzeugende, aber auch therapeutisch nutzbare Wirkungen von Cannabis-Präparaten, wie etwa das Haschisch, zustande kommen. Untersucht werden sowohl die neurochemischen als auch die molekularen Grundlagen der Cannabinoid-Wirkung im Gehirn. Die Forschungen sind unter anderem wichtig für das Verständnis von Funktionsstörungen des Nervensystems.

Eberhard Schlicker studierte Medizin an den Universitäten Freiburg und Heidelberg. Nach seiner Promotion war er zunächst an den Universitäten in Heidelberg und Essen tätig, bevor er sich 1986 in Pharmakologie und Toxikologie in Bonn habilitierte. Seit 1992 ist er Professor am Institut für Pharmakologie an der Universität Bonn.

Barbara Malinowska studierte Biologie an der Universität Warschau. Nach ihrer Promotion an der Universität Bia?ystok in Polen ging sie 1991 an das Institut für Pharmakologie und Toxikologie der Universität Bonn, wo sie bereits mit Eberhard Schlicker zusammenarbeitete. Seit 1998 leitet Barbara Malinowska das Institut für Experimentelle Physiologie an der Universität Bia?ystok.

Weiterführende Informationen
Ansprechpartner für den Kopernikus-Preis bei der DFG ist Dr. Torsten Fischer, Referent im Bereich Internationale Zusammenarbeit, Tel. 0228/885-2372, E-Mail: torsten.fischer@dfg.de.

Weitere Informationen finden Sie unter http://www.dfg.de/aktuelles_presse/preise/kopernikus_preis/index.html