"Gesundes Krankenhaus" macht lahmende Prozesse wieder flott

13.03.2006 - (idw) Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU)

Osnabrück. Woran Krankenhäuser kranken, wird in Medien und Öffentlichkeit zur Zeit viel diskutiert. Ob Umweltschutz ein Mittel sein kann, um lahmende Prozesse in Kliniken wieder flott zu machen - am 22. und 23. März werden Ärzte, Pflegepersonal, Mitarbeiter der Verwaltung und Techniker bei der Fachtagung "Gesundes Krankenhaus" in Osnabrück den Puls der Kliniken fühlen und nach Antworten auf diese Frage suchen. Das Institut für Umweltmedizin und Krankenhaushygiene (IUK) des Universitätsklinikums Freiburg will mit Unterstützung der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) Expertenwissen bündeln und modellhafte Praxisbeispiele vorstellen. Prominente Unterstützung findet die Veranstaltung durch die Schirmherrschaft von Prof. Dr. Klaus Töpfer, Direktor des Umweltprogramms der Vereinten Nationen. In Deutschland gibt es mehr als 2100 Krankenhäuser, in denen über 1,1 Millionen Menschen arbeiten. Die Energieagentur NRW rechnet damit, dass Kliniken bis zu 40 Prozent der Kosten für Energie einsparen könnten. Das IUK sieht im Umweltschutz die Chance, Gelder für Ressourcen und Materialien einzusparen und so finanzielle Spielräume für eine bessere Versorgung der Patienten zu schaffen. "Dadurch, dass wir nur noch festgelegte Pauschalbeträge je nach Krankheitsbild abrechnen dürfen, hat sich das Spannungsverhältnis zwischen den Interessen von Patienten, Betreibern, Kostenträgern und Gesellschaft noch verstärkt", weiß Prof. Dr. Franz Daschner, IUK-Direktor und Träger des Deutschen Umweltpreises 2000. Krankenhäuser seien deshalb mehr denn je gefordert, die Nachhaltigkeit ihrer Gesundheitsdienstleistungen zu optimieren. "Kliniken müssen sich neben dem enorm gestiegenen Kostendruck vermehrt den Herausforderungen wachsender ökologischer und sozialer Ansprüche stellen", erläutert DBU-Generalsekretär Dr. Fritz Brickwedde. Welche Rolle eine umweltverträglichere Betriebsführung spielen kann und was für Chancen und Widerstände mit mehr Umweltschutz im Krankenhaus verbunden sind - das werden Experten in Vorträgen und Podiumsdiskussionen erörtern.

Einsparpotenzial gibt es aber nicht nur in Energiefragen. "Es gibt viele Einzelbausteine, die sich zum ´gesunden Krankenhaus` zusammenfügen", erklärt Daschner. Routinemäßige Desinfektionsmaßnahmen könnten auf das unbedingt notwendige Maß beschränkt werden. In Freiburg beispielsweise fänden sie derzeit nur noch in den Operationssälen statt, in allen anderen Bereichen erfolge stattdessen eine gezielte Desinfektion. Das Universitätsklinikum spare auf diese Weise jährlich rund 32.000 Euro und leite 2,7 Tonnen Desinfektionsmittellösung weniger ins Abwasser ein. Auch könne Klinikpersonal mir Mehrwegprodukten wie wieder verwertbaren Infusionsflaschenhaltern sparen. Maßnahmen, die sich in der Summe lohnten - bei der Fachtagung werden sie vorgestellt.

Fotos zur kostenfreien Veröffentlichung unter www.dbu.de

Hinweis an die Redaktionen: Das detaillierte Programm der Tagung finden Sie unter: http://www.dbu.de/presse/img/24031647gkh.pdf
Zu der Fachtagung sind Sie herzlich eingeladen!
Weitere Informationen: http://www.dbu.de/press/artikel1145.html