Universität Erlangen-Nürnberg: Emmy-Noether-Vorlesung 2006: Alt und Jung, miteinander!

23.05.2006 - (idw) Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg

Vom künstlich herbei geredeten Generationenkonflikt hin zu gelebter Generationensolidarität: Das fordert Prof. Dr. Dr. h.c. Ursula Lehr, eine der führenden Alters- und Alternsforscherinnen in Deutschland. Die frühere Bundesministerin für Jugend, Familie, Frauen und Gesundheit hält in diesem Jahr die Emmy-Noether-Vorlesung der Universität Erlangen-Nürnberg. "Alt und Jung in Zeiten des demografischen Wandels" lautet der Titel ihres Vortrags, der am 31. Mai 2006 in der Aula des Erlanger Schlosses stattfindet und um 18.00 Uhr beginnt. Seit Jahrzehnten erforscht Ursula Lehr den demografischen Wandel und die damit zusammenhängenden gesellschaftlichen Konsequenzen. Das Verhältnis der Generationen zueinander dürfe nicht vom Gegeneinander-Aufrechnen von Beiträgen und Auszahlungen, Entgeltpunkten und Prozentsätzen bestimmt werden, sagt sie und plädiert für ein produktives Miteinander von Jung und Alt sowie für eine neue Kultur des Alterns.

Zur Emmy-Noether-Vorlesung
Mit der Emmy-Noether-Vorlesung, die von der Arbeitsgruppe "Chancengleichheit" an der Universität Erlangen-Nürnberg initiiert wurde, will die Hochschule an die große Erlanger Mathematikerin und Begründerin der modernen axiomatischen Algebra erinnern. Die Vorlesung findet jedes Jahr Ende Mai bzw. Anfang Juni statt und soll an den Tag erinnern, an dem Emmy Noether ihre hart erkämpfte Zulassung als Privatdozentin an einer Hochschule erhielt - den 5. Juni 1919.

Die Mathematikerin Emmy Noether (1882-1935) war eine der ersten Frauen, die an der Erlanger Universität studierte. Mit 25 Jahren erlangte sie die Doktorwürde. Doch erst 1919 wurde ihr an der Universität Göttingen die Lehrberechtigung erteilt. Dort arbeitete sie bis 1923 ohne Lohn, dann verdiente sie als Dozentin ohne Festanstellung ihr eigenes Geld. Die Nazis entzogen Emmy Noether, die jüdischer Abstammung war, im Jahr 1933 die Lehrbefugnis. Die Mathematikerin emigrierte in die USA, wo sie zwei Jahre später starb.

Die Arbeitsgruppe "Chancengleichheit" wurde von der Hochschulleitung der Universität Erlangen-Nürnberg eingerichtet, um das Konzept des Gender Mainstreaming - der Gleichstellung von Männern und Frauen in sämtlichen Bereichen der Hochschule - zu verankern. Eines der vielfältigen Projekte der Arbeitsgruppe zielt darauf, den Frauenanteil an den einzelnen Fakultäten zu erhöhen.

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