Alles Fußball oder was?

14.06.2006 - (idw) Deutsche Sporthochschule Köln

Das aktuelle Wissenschaftsmagazin der Deutschen Sporthochschule Köln ist pünktlich zur WM erschienen "Alles Fußball oder was?" Diese Frage hat sich auch die Redaktion des F.I.T.-Magazins der Deutschen Sporthochschule Köln gestellt und sie mit der aktuellen Ausgabe gleich beantwortet. Es geht um Staat und Politik, um Finanzen und Emotionen, um Frauen und Fans und schließlich um Japan und die Türkei. Das verbindende Element dieser Themen ist der Fußball, dem dieses Magazin gewidmet ist.

Das sportliche Großereignis dieses Sommers steht im Mittelpunkt des ersten Beitrages. Walter Tokarski und Michael Groll zeichnen den Weg zur FIFA Fußball WM 2006 nach Deutschland nach, nehmen den Gastgeber und sein Konzept unter die Lupe und stellen fest: Ohne Staat und Politik läuft nicht viel!

Hans Stollenwerk untersucht seit Jahrzehnten empirisch das deutsche Fußballpublikum. Sein im Institut für Sportsoziologie angesiedeltes Langzeitprojekt "Publikumsforschung" ermöglicht vielfältige Aussagen über den "Fan", seine Emotionen und Meinungen.

Die internationale Perspektive bringt Mitsuru Kurosu ein. Als Gastdozent der Sporthochschule hat er sich intensiv mit der Situation und der Entwicklung deutscher Sportvereine befasst und arbeitet nun am Ausbau des Sportvereinswesens in seiner Heimat Japan. Kurosus Beitrag richtet den Focus auf leistungssportlich orientierte Jugendfußballer und zeigt Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen Deutschland und Japan auf.

Die langjährige Nationalspielerin und derzeitige Trainerin der deutschen U-19- und U-21-Teams Maren Meinert hat bereits während ihrer aktiven Laufbahn gezeigt, dass sich Wissenschaft und Leistungssport gut verbinden lassen. Ihr Beitrag vergleicht das Publikum im deutschen Frauenfußball mit dem in der amerikanischen Profiliga der Frauen.

Den Kontrast des Fußball-Publikums in Deutschland und der Türkei hat Fuat Kilic live miterlebt. Nicht zuletzt aufgrund der letzten Vorfälle bei der WM-Qualifikation hat er einen vergleichenden Beitrag über türkische und westeuropäische Zuschauerinnen und Zuschauer vorgelegt.

Die ökonomische Perspektive nehmen Gregor Hovemann und Manfred Schubert in ihrem Beitrag zur wirtschaftlichen Lage des Profi-Fußballs in Deutschland ein. An Hand einer in den Jahren 2004 und 2005 durchgeführten Studie zeigen die Autoren, dass die wirtschaftlichen Aussichten der Fußballclubs der Bundesliga zwar recht optimistisch eingeschätzt werden, die Realität jedoch durchaus Anlass zur Skepsis bietet. Dieser Einschätzung folgt Robert Wiegand, indem er im abschließenden Beitrag feststellt: "Emotionen sind gut, Kontrolle ist besser". Dieses Fazit bezieht sich auf das Ergebnis seiner Befragung der Sponsoring-Partner der Fußballclubs in der Bundesliga.