Freiberger Mineralogen erneut bei Analyse-Weltmeisterschaft platziert

26.06.2006 - (idw) Technische Universität Bergakademie Freiberg

Dr. Reinhard Kleeberg, Leiter des Röntgenlabors des Instituts für Mineralogie der TU Bergakademie Freiberg, belegte beim Reynolds Cup, einem internationalen Analysewettbewerb, den dritten Platz. Aufgabe war es, aus drei künstlichen Mischungen die Art und Menge der enthaltenen Minerale zu ermitteln. Von den 60 Teilnehmern aus 15 Ländern gelang es dem Freiberg Labor, die meisten der Minerale zu identifizieren. Dr. Reinhard Kleeberg erhielt den Preis am 7. Juni 2006 auf der gemeinsamen Tagung der französischen und amerikanischen tonmineralogischen Gesellschaften auf der französischen Insel Ile d'Oleron. Ausgetragen wird der Wettbewerb seit 2002 alle zwei Jahre von der amerikanischen Clay Mineralogy Society. Die größte Tonmineralogischen Gesellschaft der Welt erinnert mit dem Preis an den Mineralogen Robert C. Reynolds jr.

"In diesem Jahr war es besonders schwierig", erklärt Reinhard Kleeberg. "Die Mischungen enthielten bis zu 17 verschiedene Minerale. Darunter waren auch schlecht kristalline Substanzen und Minerale in teilweiser sehr niedriger Konzentrationen von 0,2 Prozent." Mit Hilfe des Röntgendiffraktometers und des Rasterelektronenmikroskops wiesen die Freiberger Mineralogen selbst die geringsten Spuren nach. Unterstützt wurde das Labor durch Dr. Ulf Kempe, ebenfalls Mitarbeiter des Institutes für Mineralogie. "Wir waren die einzigen Teilnehmer, die in einer Probe Turmalin mit einem Gehalt von 1,5 Prozent entdeckt haben", erklärt der Freiberger Wissenschaftler. Die Nachweisgrenze von Substanzen mit Hilfe der Röntgenbeugung wird üblicherweise mit fünf Prozent angegeben.

Für Dr. Reinhard Kleeberg war das bereits die zweite Auszeichnung bei der zweiten Teilnahme am Reynolds-Cup. Beim ersten Wettbewerb im Jahr 2002 belegte er den ersten Platz. Den zweiten Wettbewerb 2004 richtete das Freiberger Labor den Regeln entsprechend selber aus.

Das Röntgenlabors des Instituts für Mineralogie der TU Bergakademie Freiberg besitzt fünf Röntgendiffraktometer und zwei Geräte zur Thermoanalyse. Diese kommen neben der Forschung auch der Ausbildung zu Gute. So nutzen Mineralogen, Geologen, Geoökologen und Geotechniker in ihrem Studium die Einrichtung. Das Labor übernimmt auch Analysen für andere Fakultäten und die Industrie.

Kontakt:
Dr. Reinhard Kleeberg
Institut für Mineralogie
TU Bergakademie Freiberg
Brennhausgasse 14
09596 Freiberg
Tel.: 03731 - 39 3244
E-Mail: kleeberg@mineral.tu-freiberg.de
Weitere Informationen: http://www.clays.org/reynoldscup.html