Organtransplantation und Menschenwürde - Disputation am 2. Juli 2006 in Halle

29.06.2006 - (idw) Deutsche Akademie der Naturforscher Leopoldina

Organtransplantationen gehören heute zum Standard der medizinischen Versorgung. Trotzdem oder gerade deshalb wird die Frage der Vereinbarkeit von Transplantation und Menschenwürde äußerst kontrovers diskutiert. Fachleute aus Medizin, Rechtswesen und Theologie nehmen hier oft sehr unterschiedliche Positionen ein. Die Doppelfrage "Wer spendet?" und "Wer empfängt?" weist - ebenso wie die Frage nach der Organspende nach dem Tode oder der Lebendspende - über den rein medizinischen Bereich hinaus und berührt ethische wie gesellschaftliche Verteilungs- und Gerechtigkeitsfragen. Darüber diskutieren die beiden Chirurgen Michael Schmoeckel, München, und Hans H. Scheld, Münster Aus Anlass der 1200-Jahrfeier der Stadt Halle/Saale 2006 richten die Martin-Luther-Universität und die Deutsche Akademie der Naturforscher Leopoldina unter der Schirmherrschaft des Kultusministers des Landes Sachsen-Anhalt, Prof. Dr. Jan-Hendrik Olbertz, eine öffentliche Disputationsreihe aus. Unter dem Motto "Wissenschaft verändert - im Pro und Contra" werden ausgezeichnete Wissenschaftler/innen brisante Themen aus Grenzbereichen zwischen Wissenschaft, Politik und Ethik kontrovers diskutieren.

Für die Disputation "Organtransplantation und Menschenwürde" konnten zwei herausragende Persönlichkeiten gewonnen werden, PD Dr. Michael Schmoeckel, Herzchirurgische Klinik am Klinikum Großhadern München, und Prof. Dr. Hans H. Scheld, Universität Münster, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Herz-, Thorax- und Gefäßchirurgie. Moderiert wird die Disputation von Professor Dr. Rolf-Edgar Silber, Halle.

Michael Schmoeckel, geb. 1963, ist seit 2005 Leiter der Herztransplantationsambulanz der Herzchirurgischen Klinik am Klinikum Großhadern, Ludwig-Maximilians-Universität München.

Hans H. Scheld, geb. 1946, ist Direktor der Klinik und Poliklinik für Thorax-, Herz- und Gefäßchirurgie der Universität Münster und Vizepräsident der Deutschen Gesellschaft für Thorax-, Herz- und Gefäßchirurgie (DGTHG).

Weitere Veranstaltungen im Rahmen der Disputationsreihe (jeweils 14.00 - 16.00 Uhr)

Sonntag, 15. Oktober 2006 "Zukunft ist Altern"
Stadthaus zu Halle, Großer Saal, Marktplatz 2, 06108 Halle (Saale)
Moderation: Prof. Dr. Reinhold Sackmann, Halle
Disputanten:
Prof. Dr. Paul B. Baltes, Direktor am Max-Planck-Institut für Bildungsforschung, Berlin
Prof. Dr. Jürgen Kocka, Präsident des Wissenschaftszentrums Berlin für Sozialforschung

Sonntag im November 2006 "Globalisierung - eine nachhaltige Entwicklung?"
Stadthaus zu Halle, Großer Saal, Marktplatz 2, 06108 Halle (Saale)
Moderation: Prof. Dr. Dr. Marlies Ahlert, Halle
Disputanten:
Prof. Dr. Klaus Töpfer, Direktor des United Nations Environment Programme,
Nairobi; Bundesminister a. D. (angefragt)
Prof. Dr. Gunter Steinmann, Wirtschaftswissenschaftliche Fakultät, Universität Halle

Den Auftakt der Disputationsreihe bildete am 29. Januar 2006 die Disputation zum Thema "Hirnforschung und Gedankenfreiheit" zwischen dem Hirnforscher Professor Dr. Wolf Singer, Frankfurt am Main, und dem Philosophen Professor Dr. Thomas Metzinger, Mainz. Es folgten Disputationen über "Gentechnik und die Verletzlichkeit des Menschen" am 21. Mai 2006 (Prof. Dr. Hans Schöler, Münster, und Kristiane Weber-Hassemer, Berlin) und über "Marktwirtschaft und Kultur" am 18. Juni 2006 (Prof. Dr. Ulrich Blum, Halle, und Prof. Chris Hann, Halle).

Die Veranstaltungsreihe ist öffentlich, es wird kein Eintritt erhoben.

Zur Akademie Leopoldina
Die Deutsche Akademie der Naturforscher Leopoldina (gegründet 1652 in Schweinfurt) mit Sitz in Halle an der Saale (seit 1878) ist eine überregionale Gelehrtengesellschaft mit gemeinnützigen Aufgaben und Zielen. Sie fördert inter- und transdisziplinäre Diskussionen durch öffentliche Symposien, Meetings, Vorträge, die Arbeit von Arbeitsgruppen, verbreitet wissenschaftliche Erkenntnisse, berät die Öffentlichkeit und politisch Verantwortliche durch Stellungnahmen zu gesellschaftlich relevanten Themen, fördert junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler und sie betreibt wissenschaftshistorische Forschung.

Die Leopoldina ist die älteste naturwissenschaftliche Akademie in Deutschland. Ihr gehören etwa 1.200 Mitglieder in aller Welt an. Drei Viertel der Mitglieder kommen aus den Stammländern Deutschland, Schweiz und Österreich, ein Viertel aus weiteren ca. 30 Ländern. Zu Mitgliedern werden Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus naturwissenschaftlichen und medizinischen Disziplinen sowie aus den Kultur- und den empirischen Geistes-, Verhaltens- und Sozialwissenschaften gewählt, die sich durch bedeutende Leistungen ausgezeichnet haben. Unter den derzeit lebenden Nobelpreisträgern sind 34 Mitglieder der Leopoldina.

Rückfragehinweis:
Prof. Dr. Jutta Schnitzer-Ungefug
Generalsekretärin der Deutschen Akademie der Naturforscher Leopoldina
Telefon/Telefax: + 49 - 345 - 4 72 39 12 / + 49 - 345 - 4 72 39 19
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