"Nicht einer allein schafft den Krebs"

05.11.2006 - (idw) Tumorzentrum München an den Medizinischen Fakultäten der LMU und der TU

Tagung an der onkologischen Fachklinik Bad Trissl zur Eröffnung der neuen Praxis für Strahlentherapie "In den letzten zehn Jahren gab es keine onkologische Disziplin, die so große Fortschritte gemacht hat wie die Strahlentherapie" - konstatierte Prof. Dr. Jürgen Dunst in seinem Vortrag auf der Tagung "Strahlentherapie" der Klinik Bad Trissl. Die Klinik ist Gründungsmitglied des Münchner Tumorzentrums und auf die Therapie von Krebserkrankungen spezialisiert. Anlass für die"29. Oberaudorfer Fortbildungsveranstaltung für praktische Onkologie" war die Eröffnung der neuen Praxis für Strahlentherapie an der Klinik, in der seit kurzem sowohl stationäre als auch ambulante Patienten behandelt werden können.

Der Leiter der Klinik für Strahlentherapie an der Universität Lübeck brachte gleich einige Beispiele: "Bei Brustkrebs dachte man früher, dass Strahlentherapie keinen Nutzen bringt. Heute kann man damit das Risiko für ein Nachwachsen des Tumors auf ein Viertel reduzieren - allerdings immer in Verbindung mit einer Chemo- oder Hormontherapie". Bedeutende Fortschritte gibt es auch bei Lungenkrebs, beim Gebärmutterhalskrebs und beim Speiseröhrenkrebs, so Dunst.

Für die Behandlung von Darmkrebs eröffnet die Kombination der Strahlentherapie mit Substanzen, die die Blutzufuhr zum Tumor hemmen, völlig neue Perspektiven, erläuterte Prof. Volker Heinemann vom Klinikum Großhadern in München. Die Ansprechraten bei diesem Tumor betrugen noch vor wenigen Jahren gerade mal zehn Prozent. Mit der neuen Therapiestrategie kann man sie unter optimalen Bedingungen auf fast zwei Drittel steigern.

Etwas Wasser in den Wein goss Prof. Michael Molls, der Leiter der Strahlentherapie am Klinikum rechts der Isar in München. Seiner Meinung nach seien viele Forschritte in den Überlebensraten von Krebspatienten vor allem auf die verbesserte Diagnostik zurückzuführen. Denn je früher ein Tumor entdeckt wird, desto leichter lässt er sich der Regel auch heilen. Doch auch Prof. Molls stimmte mit den anderen Rednern überein, dass eine Kombinationstherapie für die meisten Krebserkrankungen am sinnvollsten sei: "Wenn Tumorzellen auf Strahlen nicht ansprechen, werden sie vielleicht von der Chemo getötet und umgekehrt".

"Nicht einer allein schafft den Krebs, viele verschiedene Fachrichtungen müssen dabei interdisziplinär zusammenarbeiten", so lautete das Fazit, das Dr. Ralf Wilkowski, der Leiter der neuen Praxis für Strahlentherapie an der onkologischen Fachklinik Bad Trissl, am Ende der Tagung zog.

Weitere Informationen:
Dr. Ralf Wilkowski
Praxis für Strahlentherapie
an der Klinik Bad Trissl
Bad-Trissl-Str. 73
83080 Oberaudorf
Tel: 08033/20-351
Fax: 08033/20-370
E-Mail: ralf.wilkowski@klinik-bad-trissl.de
Weitere Informationen: http://www.klinik-bad-trissl.de