Universität Ulm baut Kontakte aus

08.12.2006 - (idw) Universität Ulm

Hochschulvertreter aus fünf Ländern informierten sich von Montag bis Mittwoch dieser Woche in Ulm über das baden-württembergische Schul- und Hochschulsystem. Besonders beeindruckt zeigten sich die überwiegend im internationalen Studentenaustausch tätigen Gäste bei dem von der Abteilung für Internationale Angelegenheiten der Universität Ulm organisierten Seminar vom Konzept der Wissenschaftsstadt, von der interdisziplinären Ausrichtung der Uni und der Leistungsfähigkeit der Hochschule Ulm sowie vom interaktiven und zweisprachigen Unterricht am örtlichen Geschwister-Scholl-Gymnasium.
Besuche dieser Einrichtungen vertieften das der Gruppe zuvor in Vorträgen und Diskussionen vermittelte Wissen. Professor Ulrich Stadtmüller, Vizepräsident der Universität für die Lehre, hatte den Gästen bereits bei der Begrüßung die Entwicklungsperspektiven der Uni erläutert. Professor Karsten Urban, Studiendekan für die Mathematik und Leiter des Instituts für Numerik, informierte über die derzeit laufende Umstellung der Studiengänge im Rahmen des so genannten Bologna-Prozesses, erläuterte hier übliche Verfahren zur Evaluierung der Lehre und beschrieb anschaulich den Karriereweg eines deutschen Uni-Professors.
Eine lebhafte Debatte über verschiedene Aspekte der Studienreform entwickelte sich im Anschluss an den Vortrag von Professor Albrecht Rothermel (Institut für Allgemeine Elektrotechnik und Mikrotechnik sowie Studiendekan für die Ingenieurwissenschaften). Das von ihm vorgestellte Konzept speziell für die Ingenieursausbildung fand zwar rundum hohe Akzeptanz. Gleichwohl verwischen sich aus Sicht des Auslands die Unterschiede zwischen den verschiedenen Institutionen des tertiären Bildungssystems, wie in der Diskussion deutlich wurde.
Ähnlich gestaltete sich die Diskussion beim Besuch der Hochschule Ulm. Deren spezielles Profil hatte Prorektor Professor Ulrich Petri vermittelt und in diesem Zusammenhang auf verschiedene internationale Kooperationen hingewiesen. Auch die Hochschule Ulm will Petri zufolge ihr Angebot weiter ausbauen.
Sehr angetan waren die Gäste zudem von der stadtnahen Campus-Lage sowie der Wohn- und Freizeitqualität Ulm, nicht zuletzt von der Architektur der "Neuen Mitte" und natürlich vom Weihnachtsmarkt. Auch dies ein wichtiger Faktor aus Sicht der Organisatoren. Ziel des dritten und wiederum vom baden-württembergischen Wissenschaftsministerium finanziell unterstützten Seminars dieser Art nämlich war auch, die Hochschulen auf verschiedenen Kontinenten für ein Auslandsstudium ihrer Klientel in Ulm zu interessieren. "Das ist uns schon in den vergangenen Jahren gelungen und auch diesmal zeichnen sich dafür gute Chancen ab", sagte Dr. Reinhold Lücker, Leiter der Abteilung für Internationale Angelegenheiten. Ein ganz wichtiger Aspekt dabei ist Lücker zufolge das Ziel, Ulmer Studenten im Austausch Möglichkeiten eines Auslandsstudium zu eröffnen - ein Faktor, der bekanntlich zunehmend an Bedeutung gewinnt.
Im Erfolgsfall dürften sich für Ulmer Interessanten attraktive Perspektiven auftun. Die Besucher, die am Mittwoch an die Universität Hohenheim weiterreisten, rekrutierten sich aus Hochschulen in Brasilien, China, Kanada, Singapur und Taiwan.