Professor Matthias Schwab ist neuer Leiter des Instituts für Klinische Pharmakologie in Stuttgart

11.01.2007 - (idw) Robert Bosch Stiftung

Am 1. Januar 2007 hat Professor Matthias Schwab sein Amt als Leiter des Dr. Margarete Fischer-Bosch-Instituts für Klinische Pharmakologie (IKP) angetreten. Die Robert Bosch Stiftung hatte Schwab gemeinsam mit der Eberhard-Karls-Universität Tübingen zum neuen Leiter berufen. Mit der Leitung des weltweit renommierten Instituts übernimmt er gleichzeitig den Lehrstuhl für Klinische Pharmakologie an der Universität Tübingen. Professor Schwab folgt Professor Michel Eichelbaum nach, der das IKP von 1985 bis zu seinem altersbedingten Ausscheiden 2006 leitete. Matthias Schwab (*1963) kehrt nach einem Auslandsaufenthalt am St. Jude Children's Research Hospital in Memphis, USA, an seine alte Wirkungsstätte zurück. Nach seiner Weiterbildung zum Facharzt für Kinder- und Jugendmedizin in Nürnberg und Erlangen war er bereits rund 10 Jahre am IKP tätig - zunächst als wissenschaftlicher Mitarbeiter, nach der Anerkennung als Facharzt für Klinische Pharmakologie als Oberarzt. Während dieser Zeit habilitierte er sich an der Universität Tübingen mit einer Arbeit über die Bedeutung genetischer Polymorphismen des P-Glykoproteins und der Thiopurin S-Methyltransferase für die Entstehung und Therapie chronisch entzündlicher Darmerkrankungen. Er erhielt die Lehrbefugnis für die Fächer Klinische Pharmakologie und Pädiatrische Pharmakologie. Einen Ruf als ordentlicher Professor für Klinische Pharmakologie an die Medizinische Universität Innsbruck hat er 2006 abgelehnt.

Schwabs wissenschaftlicher Schwerpunkt liegt auf dem Gebiet der Pharmakogenomik. In diesem Teilgebiet der Klinischen Pharmakologie gehen Forscher u.a. der Frage nach, inwieweit genetische Ursachen für individuelle Unterschiede in der Wirksamkeit von Arzneimitteln verantwortlich sind. Dr. Schwab ist Autor und Mit-Autor von mehr als 100 Fachartikeln auf diesem und verwandten Gebieten der Klinischen Pharmakologie. Für seine Arbeit über die genetischen Hintergründe der Nierentoxizität von Cyclosporin nach Nierentransplantation wurde er 2005 mit dem Galenus von Pergamon Preis ausgezeichnet. 2004 erhielt er für seine wissenschaftlichen Arbeiten den Friedrich Hartmut-Dost Preis der Dt. Gesellschaft für Klinische Pharmakologie und Therapie.

Dr. Margarete Fischer-Bosch, die älteste Tochter von Robert Bosch, spendete anlässlich ihres 80. Geburtstags im Jahr 1968 drei Millionen Mark für die Gründung eines klinisch pharmakologischen Instituts am Robert-Bosch-Krankenhaus (RBK). Seitdem ist die Forschung am IKP eng verbunden mit der klinischen Arbeit und Forschung am RBK, so dass die Verbesserung der Patientenversorgung stets im Fokus auch der wissenschaftlichen Bemühungen an den Einrichtungen bleibt. Das IKP gehört mit seinen etwa 70 Mitarbeitern zu den meist zitierten und größten akademischen Forschungseinrichtungen für Klinische Pharmakologie weltweit und ist das größte Institut dieser medizinischen Fachrichtung außerhalb der pharmazeutischen Industrie in Deutschland. Die Robert Bosch Stiftung unterstützt die Forschung an den eigenen Instituten - IKP und RBK - mit jährlich etwa 4,5 Millionen Euro.
Weitere Informationen: http://www.bosch-stiftung.de/ikp http://www.ikp-stuttgart.de