Mehr als nur das Machbare - Aktuelle Ansätze transnationaler Frauenbewegungspolitik

11.01.2007 - (idw) Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt (Main)

Internationale Konferenz mit Expertinnen aus aller Welt FRANKFURT. Prominente Expertinnen aus Afrika, Asien, Lateinamerika, USA, Ost- und Westeuropa diskutieren zweieinhalb Tage lang an der Universität Frankfurt, ob und wie Frauenbewegungen heute internationale Politik beeinflussen: Zu der internationalen Konferenz "Beyond the Merely Possible - Transnational Women´s Movements Today" ("Mehr als nur das Machbare - Aktuelle Ansätze transnationaler Frauenbewegungspolitik") werden vom 18. bis 20. Januar 2007 mehr als 100 Teilnehmerinnen auf dem Campus Westend erwartet, darunter auch Peggy Antrobus, eine der Gründerinnen des weltweit größten und wichtigsten Frauennetzwerkes DAWN, dem viele prominente Frauen aller südlichen Kontinente angehören, und die international bekannte Friedensforscherin Malathi de Alwis aus Sri Lanka. Organisiert wird diese öffentliche Veranstaltung vom Team der Professur für Entwicklungsländer- und Geschlechterforschung (Prof. Uta Ruppert), Fachbereich Gesellschaftswissenschaften, im Cornelia Goethe Centrum für Frauenstudien und die Erforschung der Geschlechterverhältnisse und in Kooperation mit der Heinrich Böll Stiftung Hessen.

Spätestens seit der Weltfrauenkonferenz in Peking 1995 scheint der Weltöffentlichkeit bewusst geworden zu sein, dass Frauenbewegungen rund um den Globus die Welt verändern. Aber wie steht es gegenwärtig um ihre Einflussmöglichkeiten? Können Frauenbewegungen in einer Welt, die einerseits von ständig zunehmender Machtkonzentration, andererseits von immer mehr Betonung kultureller Differenzierung geprägt ist, überhaupt noch als Akteurinnen gesellschaftlicher Veränderung fungieren? Welche Konzepte favorisieren sie für eine (geschlechter-)gerechte Gestaltung von Welthandel und internationaler Währungspolitik? Haben Frauenbewegungen in Nord und Süd, Ost und West noch große gemeinsame Politikziele? Welche Rolle spielen anerkannte und gleichzeitig immer wieder umkämpfte internationale Normen wie die Frauen-Menschenrechte? In welchem Verhältnis stehen die Bewegungen zu internationalen Institutionen, von den UN über die Welthandelsorganisation (WTO) bis zu den internationalen Strafgerichtshöfen? Um zeitgemäße Antworten auf solche Fragen zu finden, drehen sich alle Debatten der Konferenz immer auch um die Differenzen zwischen Frauen. So werden z.B. Vorstellungen islamischer Aktivistinnen über Frauenrechte oder Differenzen der Klasse und ethnischen Zuschreibung, wie etwa die zwischen Karrierefrauen und ihren Hausangestellten thematisiert.

Soziale Bewegungen, so die These der Veranstalterinnen, müssen auf die Veränderung der Weltpolitik und die zunehmenden Differenzen zwischen Frauen auch mit neuen Formen der Organisierung antworten. Deshalb werden die Referentinnen aus Wissenschaft, Politik, Publizistik und Praxis nicht zuletzt darüber diskutieren, welche neuen Themen, Strategien und Orte des Handelns von Frauenbewegungen zukünftig von besonderer Bedeutung sein werden.

Informationen:
Prof. Uta Ruppert, Andrea Jung, Beatrix Schwarzer,
Professur für Entwicklungsländer- und Geschlechterforschung,
Fachbereich Gesellschaftswissenschaften,
Telefon 069/798-22061, Fax: 069/798-28298,
E-Mail: global-south@soz.uni-frankfurt.de,
Internet: www.uni-frankfurt.de/fb/fb03/global-south/

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Internationale Konferenz "Mehr als nur das Machbare - Aktuelle Ansätze transnationaler Frauenbewegungspolitik"

Wann? Donnerstag (18.1.2007), ab 17 Uhr, bis Samstag (20.1.2007)
Wo? Johann Wolfgang Goethe-Universität, Campus Westend, Casino-Gebäude, Raum 1.811, Grüneburgplatz 1, 60323 Frankfurt am Main

Anfahrtshinweis: www.uni-frankfurt.de/ueber/campi/westend/anfahrt.html

Interviews und Gespräche mit den internationalen Gästen können gern vermittelt werden.