Präzisere Entfernung von Gehirntumoren

26.01.2007 - (idw) Universitätsklinikum Ulm

Baden-Württemberg und Bayern beschließen länderübergreifende Kooperation zwischen Universitätsklinikum / Universität Ulm und Bezirkskrankenhaus Günzburg Mit gut 3000 neurochirurgischen Operationen im Jahr stehen das Bezirkskrankenhaus Günzburg und das Universitätsklinikum Ulm schon heute deutschlandweit mit an der Spitze. Mithilfe einer länderübergreifenden Kooperation wollen beide Häuser diese Spitzenstellung weiter ausbauen.

"Die Kooperation von Krankenhäusern hat in den vergangenen Jahren ständig an Bedeutung gewonnen, sagte Dr. Monika Stolz, Ministerin für Arbeit und Soziales in Baden-Württemberg. Die Ministerin wies darauf hin, dass auch die Expertenkommission 'Zukunft der Krankenhäuser' den Trägern in den Grenzregionen empfehle, länder- und grenzüberschreitende Kooperationsstrategien zu entwickeln. "Ulm und Günzburg befinden sich mit Ihrem Projekt ganz auf der Höhe der aktuellen Diskussionen und ich würde mich freuen, wenn dieses Beispiel auch bei anderen Trägern Schule machte", so die Ministerin weiter.

An beiden Standorten soll die medizinische Kompetenz auch in Forschung und Lehre gebündelt und eine kostengünstigere medizinische Versorgung auf höchstem Niveau gesichert werden. "In Zeiten finanziell knapper Ressourcen ist es besonders wichtig, Konkurrenzsituationen mit unwirtschaftlichen Doppelstrukturen zu vermeiden", betonte Jürgen W. Heike, Staatssekretär im Bayerischen Staatsministerium für Arbeit und Sozialordnung, Familie und Frauen. "Nur durch das hier in vorbildlicher Weise praktizierte Miteinander kann eine Spitzenposition in der Hochleistungsmedizin, wie sie hier erarbeitet wurde, auf Dauer auch in Zukunft gesichert werden."

Die Bayerische Staatsministerin der Justiz und ehemalige Oberbürgermeisterin von Neu-Ulm, Dr. Beate Merk, betonte, dass sich der Schulterschluss zwischen Günzburg und Ulm bereits in der Vergangenheit bestens bewährt habe. Merk: "Dank der Neuauflage dieser gelungenen Partnerschaft wird das Bezirkskrankenhaus Günzburg auch künftig ein Leuchtturm in der Kliniklandschaft sein."

Ein Kernbestandteil der Kooperationsvereinbarung ist die gemeinsame Anschaffung eines hoch leistungsfähigen intraoperativen Magnetresonanz-Tomographen (MRT). Mit diesem Gerät lässt sich die Präzision bei der Operation von Hirntumoren stark verbessern, indem während der Operation die Position eines Tumors und seine Abgrenzung von gesundem Hirngewebe genau dargestellt werden. Prof. Dr. Peter Frankenberg, Minister für Wissenschaft, Forschung und Kunst in Baden-Württemberg, hat in der letzten Woche angekündigt, dass das Land seinen Anteil von einem Drittel an den Anschaffungskosten von insgesamt 2,7 Millionen Euro übernehmen will. Staatssekretär Heike aus dem Bayerischen Sozialministerium betonte, mit dem neuen MRT-Gerät würden die beteiligten Häuser über ein medizintechnisches "Highlight" verfügen: "Dem Bezirk Schwaben stellt der Freistaat Bayern für den derzeit laufenden Ersatzneubau des neurochirurgischen OP-Trakts Fördermittel in Höhe von 7,87 Mio. Euro zur Verfügung. Für das intraoperative MRT-Gerät sind durch den Krankenhausträger die ihm jährlich pauschal zur Gerätebeschaffung zufließenden Fördermittel einzusetzen."

Die mit dem neuen MRT-Gerät erreichbare Präzision bei Tumoroperationen ist von großer praktischer Bedeutung, denn die Prognose ist für den Patienten deutlich besser, wenn der Tumor möglichst vollständig entfernt wird. "Während der Operation kann durch aktuelle Bilder kontrolliert werden, ob das gesamte Tumorgewebe entfernt wurde und dann gegebenenfalls weiteres Gewebe entnommen werden", erklärte Prof. Dr. Hans-Peter Richter, Direktor der Neurochirurgischen Universitätsklinik Ulm / Bezirkskrankenhaus Günzburg. "Möglich ist auch, die Verbindungsbahnen einzelner Hirnzentren mit dem übrigen Körper darzustellen, zum Beispiel zwischen dem Bewegungszentrum und den Beinen -dadurch können Schädigungen vermieden werden", so Richter. Bisher gibt es in Deutschland nur in Erlangen den neurochirurgischen Einsatz eines so leistungsstarken Gerätes.

Mit freundlichen Grüßen,
Petra Schultze

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