Drogentod in Köln

18.02.2003 - (idw) Universität zu Köln

Drogentod in Köln
Geringe Bedeutung von Methadon- Todesfällen

Nahezu zwei Drittel der Kölner Drogentoten sterben an ihrem Drogenkonsum. Im Unterschied zu anderen Regionen spielt der Konsum des Substitutionsmittels Methadon hierbei nur eine Ne-benrolle. Zu diesen Ergebnissen gelangt eine Untersuchung, die Dr. Sönke Behnsen am Institut für Rechtsmedizin der Universi-tät zu Köln erstellt hat. Der Kölner Mediziner hat sich in seiner Studie mit den Todesumständen Kölner Drogenabhängiger in den Jahren 1989 bis 2000 befasst.

Auffallend ist, dass das erreichte Lebensalter der Drogentoten in diesem Zeitraum von durchschnittlich 29 auf ca. 34 Jahre an-stieg. Die Altersgruppe der 25- bis 35jährigen macht allein nahezu 60 Prozent aller Todesfälle aus. Frauen sterben im Durchschnitt jünger, hier sind es vor allem die 20- bis 30jährigen, während das Durchschnittsalter männlicher Drogen-toter bei über 30 Jahren liegt.

Der nachgewiesene Konsum von Suchtstoffen betraf vor allem Heroin, häufig kombiniert mit Alkohol, gefolgt von Benzodiaze-pinen. Vielfach liegt der Fall einer Dreierkombination von Benzodiazepinen, Heroin und Alkohol vor. Der Konsum von Kokain spielte in Köln bislang offenbar eine geringere Rolle als in anderen Metropolen. Insgesamt ist fast ein Viertel aller Dro-gentoten zum Zeitpunkt ihres Ablebens wohnungslos. Nahezu 40 Prozent der verstorbenen Drogenabhängigen werden in ihrer ei-genen Wohnung aufgefunden. Relativ selten werden die Drogento-ten auf offener Straße oder in Grünanlagen gefunden. Auffal-lend ist, dass unter den wohnungslosen Drogentoten der Anteil der Frauen höher ist, als der Prozentsatz der Männer. Bei den Drogentoten werden typische Begleiterkrankungen des Drogenkon-sums festgestellt. So leiden fast die Hälfte aller Drogentoten zum Zeitpunkt ihres Ablebens an Hepatitis. Weitere Begleit-krankheiten wie HIV, Tuberkulose und Lues werden nur in Ein-zelfällen festgestellt. Ein direkter Zusammenhang zwischen den Entwicklungen des Drogenhilfesystems und der Drogentodesfälle ließ sich in der vorliegenden Untersuchung nicht feststellen. Regionale Besonderheiten des Kölner Hilfesystems dürften aus-schlaggebend sein für die auffälligen Unterschiede der Kölner Untersuchungsergebnisse zu anderen nationalen und internatio-nalen Studien.

Verantwortlich: Dr. Wolfgang Mathias

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