Professor Dr. Hans H. Maurer erhielt die Ehrendoktorwürde der Universität Gent

08.05.2007 - (idw) Universität des Saarlandes

Auszeichnung für den Leiter der Abteilung Experimentelle und Klinische Toxikologie der Universität des Saarlandes in Homburg

Am 23. März 2007 wurde Professor Dr. Hans H. Maurer, Homburg (Saar), die Ehrendoktorwürde der Universität Gent, Belgien, verliehen. Er erhielt diese hohe Auszeichnung auf Vorschlag der Genter Fakultät der Pharmazeutischen Wissenschaften für seine herausragenden wissenschaftlichen Leistungen auf dem Gebiet der Analytischen Toxikologie und des Metabolismus von Arznei- und Suchtstoffen. Die Ehrendoktorwürde wurde im Rahmen des Festaktes anlässlich des Dies Natalis der Universität Gent verliehen. Die festlich in Talare gekleidete Professorenschaft und geladene Gäste wohnten den Verleihungen der Ehrendoktorgrade an Professor Maurer und weitere herausragende Wissenschaftler anderer Fachgebiete sowie an die Generalsekretärin von Amnesty International, Irene Z. Khan, bei.

Professor Willy Lambert, ein anerkannter Wissenschaftler auf dem Gebiet der Analytischen Chemie und Toxikologie, skizzierte in seiner Laudatio für Professor Maurer dessen wissenschaftlichen Werdegang. Maurer, Jahrgang 1950, hatte zunächst Pharmazie studiert und 1977 die Approbation als Apotheker erhalten. Seine akademische Laufbahn begann er als Mitarbeiter von Professor Karl Pfleger im Institut für Pharmakologie und Toxikologie der Universität des Saarlandes in Homburg, wo er auch seine wissenschaftliche Ausbildung im Bereich der Analytischen Toxikologie erhielt. Bereits zu dieser Zeit beschäftigte sich Maurer mit der Kopplung von Gaschromatographie und Massenspektrometrie (GC-MS) zum Nachweis von Arznei- und Giftstoffen sowie deren Metaboliten in biologischem Material, ein Gebiet, das bis heute zu den Schwerpunkten seiner Forschung gehört. Nach seiner Promotion zum Dr. rer. nat. an der Naturwissenschaftlichen Fakultät der Universität des Saarlandes blieb Maurer an der Medizinischen Fakultät des Saarlandes, zunächst als wissenschaftlicher Mitarbeiter, später als Hochschulassistent und nach seiner Berufung ab 1992 als Universitätsprofessor und Leiter der Abteilung für Experimentelle und Klinische Toxikologie.
Maurer publizierte 1985 zusammen mit Professor Pfleger und Armin Weber die erste Ausgabe der Massenspektrensammlung von Arznei- und Giftstoffen sowie deren Abbauprodukten. Diese entwickelte sich schnell zu dem Referenzwerk für toxikologische Labors in aller Welt. Vor kurzem ist bereits die 4. Auflage der Printversion mit mehr als 7800 Einträgen veröffentlicht worden. Außerdem sind zahlreiche Versionen der elektronischen Spektrenbibliothek erschienen, die zu einem unverzichtbares Instrument insbesondere für klinische und forensische Toxikologen geworden ist. Außerdem sei, so Lambert, eine beeindruckende Zahl von Publikationen in exzellenten analytischen Fachjournalen erschienen, so dass die Arbeitsgruppe Maurer nach und nach zum internationalen Zentrum für die Anwendung der GC-MS zum Nachweis toxikologisch relevanter Stoffe in biologischem Material geworden sei. Auch bei der Einführung der Kopplung von Flüssigchromatographie und Massenspektrometrie (LC-MS) wurde das Potential der neuen Technik von Maurers Arbeitsgruppe schnell genutzt. Durch eine Serie von Publikationen zuverlässiger Methoden gehörte Maurers Arbeitsgruppe schnell zu einer der führenden auch in diesem Bereich, wie Lambert betonte. Die Entwicklung von Konzepten zur Validierung analytischer Methoden, die breite Akzeptanz gefunden hätten, zeige abermals die Vorreiterrolle dieser Arbeitsgruppe.

Des Weiteren ging Professor Lambert auf den zweiten Schwerpunkt von Maurers wissenschaftlicher Tätigkeit ein, die Untersuchungen zum Fremdstoffmetabolismus insbesondere von neuen Designerdrogen. Er habe als erster in der Klinischen und Forensischen Toxikologie untersucht, über welche Isoenzyme die einzelnen Stoffwechselwege katalysiert werden und welche toxikogenetischen und -kinetischen Interaktionsrisiken zu erwarten seien. Solche Daten seien für alle einschlägigen Labors von unschätzbarem Wert.

Natürlich, so Lambert, sei die innovative, herausragende Forschung und die Publikation grundlegender Referenzwerke in der Fachwelt nicht unbemerkt geblieben. Vortragseinladungen führten Maurer in alle Kontinente. Er ist Mitglied der Editorial Boards mehrerer internationaler Fachjournalen und fungiert als Gutachter für eine Vielzahl weiterer Fachzeitschriften. Seine Wahl in den Vorstand internationaler Fachgesellschaften unterstreicht ebenfalls sein internationales Standing. Auf dem Kongress der International Association of Therapeutic Drug Monitoring and Clinical Toxicology (IATDMCT) in Nizza wird er im Herbst 2007 das Präsidentenamt übernehmen. 2005 wurde er in Seoul in den Vorstand der International Association of Forensic Toxicologists (TIAFT) gewählt. Seit zwanzig Jahren ist er Schatzmeister der Gesellschaft für Toxikologische und Forensische Chemie (GTFCh) und seit 10 Jahren Leiter des Arbeitskreises Klinische Toxikologie der GTFCh.
Schließlich sei er bereits mit prestigeträchtigen internationalen Preisen ausgezeichnet worden, nämlich dem Irving-Sunshine Award for Outstanding Contributions to Clinical Toxicology der IATDMCT 1997 in Vancouver und dem Alan Curry Lifetime Achievement Award for Outstanding Contributions to Forensic Toxicology der TIAFT 2003 in Melbourne.

Professor Lambert betonte zum Schluss, dass dies nur einige Gründe seien, warum Professor Hans Maurer die Ehrendoktorwürde der Universität Gent verdient habe. Diese wurde ihm dann vom Rector der Universität Gent, Professor Paul Van Cauwenberge, feierlich verliehen.

Weitere Informationen:

Abteilung Experimentelle und Klinische Toxikologie der Universität des Saarlandes, 66421 Homburg, Gebäude 46:

Leiter: Univ.-Prof. Dr. Hans H. Maurer
Telefon: 0 68 41 16-2 60 50
Fax: 0 68 41 16-2 60 51
E-mail: pthmau@uniklinikum-saarland.de