Universität Erlangen-Nürnberg: Hohe Ehrung für Erlanger Augenforscher

25.05.2007 - (idw) Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg

Prof. Dr. Elke Lütjen-Drecoll, Inhaberin des Lehrstuhls für Anatomie II an der Universität Erlangen-Nürnberg, und Prof. Dr. Dr. h.c. Johannes Wilhelm Rohen, emeritierter Ordinarius für Anatomie der Universität Erlangen-Nürnberg, sind für ihr Lebenswerk mit dem renommierten Helen-Keller-Prize for Vision Research ausgezeichnet worden. Der Preis wird seit 1994 Wissenschaftlern für herausragende Leistungen auf dem Gebiet der augenheilkundlichen Forschung, speziell für Forschungen zur Erhaltung der Sehkraft, von der Helen Keller Eye Research Foundation verliehen. Damit geht die hoch angesehene Auszeichnung erstmals an deutsche Wissenschaftler. Professorin Drecoll ist außerdem die erste Frau, der dieser Preis verliehen wurde. Zu den früheren Preisträgern gehören unter anderem die Nobelpreisträger David Hunter Hubel und Torsten Nils Wiesel. Die Preisträger
Elke Lütjen-Drecoll ist seit 1984 Professorin an der Universität Erlangen-Nürnberg. Der Schwerpunkt der wissenschaftlichen Arbeit von Elke Lütjen-Drecoll liegt auf der Erforschung von Entstehung und Verlauf der Glaukomerkrankungen, der Grünen Stare. Besondere Verdienste erwarb sie sich durch die enge Verknüpfung von Grundlagen- und klinischer Forschung und ihrer Lehrtätigkeit. Für ihre wissenschaftlichen Leistungen wurde Elke Lütjen-Drecoll mit zahlreichen Preisen geehrt: So erhielt sie unter anderem 2003 den Bayerischen Maximiliansorden für Wissenschaft und Künste sowie 2005 vom Alcon Research Institute in Fort Worth, Texas, den international höchstdotierten Preis in der ophtalmologischen Wissenschaft, mit dem sie bereits zum zweiten Mal ausgezeichnet wurde. Seit 2005 ist Lütjen-Drecoll Präsidentin der Mainzer Akademie der Wissenschaften und der Literatur.

Johannes Wilhelm Rohen leitete von 1974 bis zu seiner Emeritierung 1991 den Lehrstuhl für Anatomie I an der Universität Erlangen-Nürnberg. Schwerpunkt seiner wissenschaftlichen Tätigkeit sind die funktionelle Morphologie des Auges, die Augendruckregulation und die Entstehung von Glaukomen. Seine Forschungen zur Entstehung verschiedener Formen des Grünen Stars gelten als bahnbrechend. Der vielfach ausgezeichnete Mediziner ist, ebenso wie Prof. Lütjen-Drecoll, einer der wenigen Wissenschaftler, die den in den USA sehr hoch angesehenen Alcon Research-Preis zweimal erhalten haben. Von der Universität Uppsala in Schweden wurde ihm die medizinische Ehrendoktorwürde verliehen.

Helen Keller
Helen Adams Keller (1880-1968) war eine amerikanische Schriftstellerin, die im Alter von knapp zwei Jahren erblindete und ertaubte. Sie setzte sich für die Rechte von Minderheiten ein und erreichte mit ihren Schriften und Vorträgen eine Reform der Blinden- und Gehörlosenerziehung.

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Prof. Dr. Elke Lütjen-Drecoll
Tel.: 09131/85-22865
Drecoll@anatomie2.med.uni-erlangen.de