Filmmusik: Emotion, Erlebnis, Empathie

03.07.2007 - (idw) Christian-Albrechts-Universität zu Kiel

1. Kieler Symposion zur Filmmusikforschung

Dallas, Das Boot und Der rosarote Panther haben eines gemeinsam: eine Filmmusik, die zum Ohrwurm wurde. Mit den historischen, gestalterischen und psychologischen Aspekten und Besonderheiten dieses musikalischen Genres beschäftigt sich das 1. Kieler Symposion zur Filmmusikforschung am 6. und 7. Juli. Dann treffen sich 50 Medien-, Kommunikations- und Filmwissenschaftler, Musikwissenschaftler, Psychologen, aber auch Produzenten, Redakteure und Komponisten aus Deutschland, England, Österreich und der Schweiz an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU). Eingeladen hat die Kieler Gesellschaft für Filmmusikforschung, eine Arbeitsgruppe von Musik- und Medienwissenschaftlern der Kieler Uni, die sich seit 2006 mit den Zusammenhängen zwischen filmischen Medien und Musik beschäftigen. Einen Schwerpunkt bildet das Thema Emotionalität: Jeder kennt diese Filmmomente, die das Herz höher schlagen oder das Blut in den Adern gefrieren lassen. Wie die Musik dazu beiträgt, genau dieses Mitfühlen zu erreichen, damit beschäftigen sich die beiden Kieler Medienwissenschaftler Patrick Kruse und Lars Grabe. In ihrem Vortrag geht es um Musik und empathische Strukturen im Film.

Als Signum von Klang und Musik in U-Boot-Filmen gilt das musikalisch eingesetzte "Ping" des Sonars seit der Erstausstrahlung von Das Boot im Jahr 1981. Die Musikwissenschaftlerin der Universität Frankfurt am Main, Dr. Linda Koldau, zeigt mit ihrem Vortrag, wie Klaus Doldingers Musik emotionale und bildliche Reaktionen hervorruft und sich dann mit anderen filmischen Parametern verändert. "Je nach visuellem Umfeld gewinnen Klänge eine andere Qualität und führen somit zu anderen Interpretationen. Diese Besonderheit zeichnet Filmmusik vor anderen Gattungen aus", so Koldau.

Wie breit das Themenspektrum des Symposions ist, zeigen die Beispiele aus den Vorträgen: Motive von Knocking on Heavens Door bis Bachs Matthäuspassion, Filme von Breakfast at Tiffany's (USA 1961) bis Requiem (BRD 2005), Regisseure von Pedro Almodóvar bis Clint Eastwood. Auch Nicht-Wissenschaftler, die sich für Filmmusik interessieren, können sich noch kurzfristig anmelden unter E-Mail: hwulff@litwiss-ndl.uni-kiel.de. Die Teilnahmekosten betragen 25 Euro.

Das Programm und weitere Informationen:
http://www.filmmusik.uni-kiel.de

Kontakt:
Christian-Albrechts-Universität zu Kiel
Institut für Neuere Deutsche Literatur und Medien
Prof. Dr. Hans Jürgen Wulff
Tel: 0431/880-3360, Fax: 0431/880-3673
e-mail: hwulff@litwiss-ndl.uni-kiel.de
Weitere Informationen: http://www.filmmusik.uni-kiel.de