kopal im "Computerworld Honors Program" ausgezeichnet

10.08.2007 - (idw) Projektträger im DLR

Langzeitarchiv zählt zu den "New Heroes" der Informationstechnologie Washington, D.C.: Hundert der weltweit größten Firmen der Informationstechnologie wählten kürzlich das unter der Federführung der Deutschen Nationalbibliothek betriebene Projekt "kopal - Kooperativer Aufbau eines Langzeitarchivs digitaler Informationen" in das "Computerworld Honors Program". Die von kopal erreichte technologische Innovation wurde durch eine Medaille im Programm "A Search for New Heroes" ausgezeichnet und darüber hinaus für den "21st Century Award" im Bereich "Education" als Finalist nominiert. Die Preisverleihung fand am 4. Juni in Washington, DC, statt. (http://<www.cwhonors.org/about/event2007.htm>).
Im Rahmen des Computerworld Honors Program werden seit 1988 jedes Jahr in zehn Kategorien besonders zukunftsweisende Projekte ausgewählt. Die 50 Finalisten kommen aus einer Gruppe von 234 Projekten, die sich mit einer detaillierten Case Study beworben hatten. Diese online verfügbaren Informationen dokumentieren die durch das Projekt erreichte organisatorische und technologische Lösung für das Problem der Langzeitarchivierung digitaler Dokumente (http://<www.cwhonors.org/viewCaseStudy.asp?NominationID=173>).

Mit der sich wandelnden Publikationskultur hin zu elektronischen Formaten ergeben sich für Kulturerbeinstitutionen wie Bibliotheken, Archive und Museen neue Herausforderungen. Laufend entstehen neue Formate, die von spezifischen Hard- und Softwareumgebungen abhängen, so dass ältere Daten unbenutzbar werden. Um die wertvollen digitalen Sammlungen langfristig zu erhalten und zur Verfügung stellen zu können, stellt kopal ein kooperativ entwickeltes und betriebenes Archivsystem bereit. Das Archiv basiert auf der mandantenfähigen Software DIAS von IBM und der Open-Source-Software "kopal Library for Retrieval and Ingest" (koLibRI), die von der Deutschen Nationalbibliothek und der Niedersächsischen Staats- und Universitätsbibliothek (SUB) Göttingen entwickelt wurde. Betrieben wird das System bei der Gesellschaft für wissenschaftliche Datenverarbeitung mbH Göttingen (GWDG). Die SUB Göttingen und die Deutsche Nationalbibliothek nutzen das Archivsystem inzwischen im Routinebetrieb und spielen sukzessive ihre digitalen Sammlungen in das Archiv ein. Um diese technische Infrastruktur anderen Institutionen zur Nachnutzung anzubieten, hat kopal im Juni 2007 ein Servicekonzept mit unterschiedlichen Nutzungsmodellen vorgestellt. Dieses wird in einem intensiven Austausch mit ersten Interessenten an einer Nutzung des Archivsystems sukzessive weiterentwickelt.
Das System kopal ergänzt mit seiner Technik das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderte Kompetenznetzwerk nestor (http://www.langzeitarchivierung.de), das ein nationales Konzept sowie Empfehlungen und Grundsätze für die Archivierung digitaler Daten erarbeitet. Der Aufbau des Langzeitarchivs kopal wurde vom BMBF bis Juni 2007 unterstützt.

Weitere Informationen über kopal: http://kopal.langzeitarchivierung.de/