Universität Augsburg: Strafrechtler Claus Roxin und Erziehungswissenschaftlerin Rita Süssmuth Mitglieder des künftigen U

12.09.2007 - (idw) Universität Augsburg

Der Senat der Universität Augsburg hat heute dem Vorschlag der Universitätsleitung zugestimmt, Prof. Dr. Dr. h. c. mult. Claus Roxin und Prof. Dr. Dr. h. c. mult. Rita Süssmuth dem Bayerischen Staatsminister für Wissenschaft, Forschung und Kunst als weitere externe Mitglieder des ab 1. Oktober 2007 amtierenden neuen Universitätsrates zur Bestellung vorzuschlagen. Die Zustimmung des Ministers vorausgesetzt, ist das aus sechs externen und sechs universitätsinternen Mitgliedern bestehende Gremium damit komplett. Die heutige Nachwahl war erforderlich geworden, nachdem der Senat der Universität Augsburg Ende Juli nur vier der sechs Kandidaten der von der Universitätsleitung ursprünglich vorgelegten Liste bestätigt hatte. Bereits Ende Juli dieses Jahres als externe Mitglieder des Universitätsrates vom Senat bestätigt und vom Wissenschaftsminister ernannt wurden der ehemalige langjährige Präsident der Universität Würzburg und der amtierende Präsident Deutschen Akademischen Austauschdienstes (DAAD), Prof. Dr. Dr. h. c. mult. Theodor Berchem, der Unternehmer S. D. Hubertus Fürst Fugger-Babenhausen und der Direktor der Mercedes-Benz Niederlassung Augsburg, Ralf Hartung, die bereits dem bisherigen Hochschulrat der Universität Augsburg angehörten, sowie der Vorsitzende der Geschäftsführung der Verlagsgruppe Weltbild, Carel Halff, der von der Universitätsleitung als neues Mitglied vorgeschlagen worden war.

Die sechs universitätsinternen Mitglieder des neuen Universitätsrates, die zugleich der Erweiterten Universitätsleitung angehören werden, wurden bereits bei den Hochschulwahlen Anfang Juli 2007 gewählt. Die Gruppe der Professor/inn/en wird hier von Prof. Dr. Siegfried Horn (Mathematisch-Naturwissenschaftliche Fakultät), Prof. Dr. Thomas M. J. Möllers (Juristische Fakultät) und Prof. Dr. Hubert Zapf (Philologisch-Historische Fakultät) vertreten. Als Vertreter/innen der Gruppen wurden Dr. Albrecht Bossert (wissenschaftliche und künstlerische Mitarbeiter/innen), Sabine Fuhrmann-Wagner (wissenschaftsstützende Mitarbeiter/innen) und Andreas Riedl (Studierende) gewählt. Als Frauenbeauftragte der Universität wird Prof. Dr. Hildegard Macha dem Universitätsrat mit beratender Stimme angehören.
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Anhang 1

Prof. Dr. Dr. h. c. mult. Claus Roxin

Prof. Dr. Dr. h. c. mult. Claus Roxin ist emeritierter Ordinarius für Strafrecht, Strafprozessrecht und allgemeine Rechtslehre an der LMU München. 1931 in Hamburg geboren, studierte, promovierte (1957) und habilitierte (1962) er an der Universität seiner Geburtstadt. Von 1963 bis 1971 war er Ordinarius für Strafrecht, Strafprozessrecht und allgemeine Rechtslehre an der Universität Göttingen. Einen Ruf an die Universität Bochum lehnte er 1966 ab. 1971 folgte er dem Ruf auf den Münchner Lehrstuhl, den er bis zu seiner Emeritierung im Jahr 1999 innehatte.

Roxins Publikationsverzeichnis umfasst u. a. 29 Bücher, knapp 240 Beiträge in Zeitschriften, Festschriften und Sammelbänden sowie jeweils knapp 40 Rezensionen und Urteilsanmerkungen. Er war Fachgutachter der DFG für Strafrecht und Strafprozessordnung (1973 bis 1981), Auswahlgutachter der Humboldt-Stiftung für Strafrecht und Strafprozessrecht (1975 bis 1980) sowie von 1973 bis 1989 Mitglied und von 1989 bis 1997 Vorsitzender des Fachbeirats des Max-Planck-Instituts für ausländisches und internationales Strafrecht in Freiburg. Er ist Ordentliches Mitglied der Bayerischen Akademie der Wissenschaften (seit 1994) und Mitherausgeber der Zeitschrift für die gesamte Strafrechtswissenschaft (ZStW) sowie der Neuen Zeitschrift für Strafrecht (NStZ).

Roxin ist Träger des Verdienstkreuzes 1. Klasse des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland. International spiegelt sich das hohe wissenschaftliche Ansehen des prominenten Strafrechtlers in 14 Ehrendoktortiteln von Universitäten in aller Welt.

Bekannt ist der Strafrechtler Roxin auch als Karl May-Experte. Seit 1970 ist er Mitherausgeber des Jahrbuchs der Karl-May-Gesellschaft, 1971 bis 1999 war er Vorsitzender und seither ist er Ehrenvorsitzender dieser Gesellschaft und seit 2000 amtiert er als Präsident des Kuratoriums der Karl-May-Stiftung.

Prof. Dr. Dr. h. c. mult. Rita Süssmuth

Prof. Dr. Dr. h. c. mult. Rita Süssmuth, geboren1937 in Wuppertal, studierte von 1956 bis 1961 Romanistik und Geschichte an den Universitäten Münster, Tübingen und Paris. Im Anschluss an ihre Promotion in Philosophie (1964) war sie Dozentin an der Pädagogischen Hochschule Ruhr und Professorin für International Vergleichende Erziehungswissenschaft an der Ruhr-Universität Bochum.

In dieser Zeit war sie Mitglied in zahlreichen wissenschaftlichen Beratungskommissionen zur Jugend- und Familienpolitik für die damalige Bundesregierung. Süssmuth gehört seit 1981 der CDU an und war 1986 bis 2001 Bundesvorsitzende der Frauen-Union der CDU. Zwischen 1985 und 1988 war sie Bundesministerin für Jugend, Familie, Gesundheit später auch für Frauen. 1988 bis 1998 hatte sie das Amt der Präsidentin des Deutschen Bundestages inne.

Sie ist Vizepräsidentin der Parlamentarischen Versammlung (PV) der OSZE und stellvertretende Leiterin der deutschen Delegation bei der PV der OSZE. 2001 bis 2002 war sie Vorsitzende der Zuwanderungskommission der Bundesregierung, zwischen 2003 und 2005 Vorsitzende des Sachverständigenrats für Zuwanderung und Integration und von Januar 2004 bis Dezember 2005 Mitglied in der "Global Commission on International Migration". Seit Januar 2006 ist Süssmuth Präsidentin des Deutschen-Polen Instituts und Vorsitzende der "EU Hochrangigen Beratergruppe (High Level Group) für Integration von benachteiligten ethnischen Minderheiten in die Gesellschaft und den Arbeitsmarkt" sowie Mitglied im Kuratorium des OECD Entwicklungszentrumprojekts "Bereicherung durch Migration".

"In Anerkennung ihrer Verdienste um die Pädagogik, Frauenforschung und Bildungspolitik" wurde Süssmuth von der Philosophisch-Sozialwissenschaftlichen Fakultät der Universität Augsburg ehrenpromoviert. Nach entsprechenden Auszeichnungen durch die Ruhr-Universität Bochum, die Universität Hildesheim, die Universität Weliko Tarnowo (Bulgarien), die Sorbonne Nouvelle-Paris III, die Johns-Hopkins-University in Baltimore und die Ben-Gurion-Universität in Bersheva war die Augsburger Ehrendoktorwürde die siebte, die Rita Süssmuth zuteil wurde.

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Anhang 2: Zum Hochschul-/Universitätsrat

Die Zusammensetzung des Hochschulrats, der an der Universität Augsburg künftig die Bezeichnung "Universitätsrat" haben wird, sowie die Wahl seiner Mitglieder und seine Kompetenzen sind in Artikel 26 des Bayerischen Hochschulgesetzes geregelt (siehe http://www.stmwfk.bayern.de/hs_ hochschulgesetz.html). In Abweichung von den einschlägigen Vorgaben des BayHSchG hat die Universität Augsburg unter Nutzung der sogenannten "Experimentierklausel" die Zahl der Mitglieder von jeweils acht externen und acht internen auf jeweils sechs externe und interne reduziert. Die Frauenbeauftragte der Universität Augsburg gehört dem Gremium mit beratender Stimme an. Die externen Mitglieder wurden von der Universitätsleitung diesmal noch nach altem Recht dem Senat vorgeschlagen und nach der Bestätigung durch dieses Gremium vom Wissenschaftsminister bestellt. Künftig werden die externen Mitglieder der Erweiterten Universitätsleitung zur Bestätigung vorgeschlagen werden. Die internen Mitglieder - drei Professor/inn/en sowie je ein/e Vertreter/in der Gruppen der Studierenden, des Akademischen Mittelbaus und des wissenschaftsstützenden Personals - gehen aus den Hochschulwahlen hervor.