Schüler auf Ausbildungsfahrt mit dem Kieler Forschungsschiff Alkor

09.10.2007 - (idw) Christian-Albrechts-Universität zu Kiel

Am 16. Oktober 2007 starten sechs Oberstufenschüler aus Schleswig-Holstein und zwei norwegische Gymnasiasten einer Partnerschule in Bergen auf Exkursion mit dem zweitgrößten Kieler Forschungsschiff Alkor. Die insgesamt 7-tägige Schülerforschungsreise geht von Warnemünde nach Danzig und zurück. An Bord betreuen Meereswissenschaftler des IFM-GEOMAR und des Kieler Exzellenzclusters "Ozean der Zukunft" die Schüler und geben Einblicke in die spannende Arbeit auf einem Forschungsschiff. In Danzig erhalten die Nachwuchs-Meereskundler Verstärkung von polnischen Schülern. Das internationale Team wird gemeinsam die Gewässer der Danziger Bucht erforschen.

"Auf der Fahrt vermitteln wir den Schülern vor allem meereskundliche Messmethoden wie die Entnahme von Proben. Gleichzeitig untersuchen wir, ob sich eine vor kurzem in die Ostsee eingewanderte Rippenqualle weiter ausgebreitet hat", sagt Fahrtleiter Dr. Andreas Lehmann, physikalischer Ozeanograph und Experte des IFM-GEOMAR für die Hydrographie der Ostsee. "Die Ergebnisse fließen in die laufenden wissenschaftlichen Analysen ein, was die Schüler-Forschungsfahrt für beide Seiten zu einer wertvollen Erfahrung werden lässt."

"Schülern öffnet sich die Wissenschaft von ihrer interessantesten Seite. Sie erhalten Zugang zu modernen Geräten, praktischen Arbeiten und unmittelbaren Kontakt zu Wissenschaftlern", berichtet Dr. Katrin Knickmeier, Meeresbiologin und Koordinatorin der Schulkooperation für den Exzellenzcluster "Ozean der Zukunft". "Das Schulprojekt, das wir im Rahmen von NaT-Working "Meeresforschung" realisieren konnten, ist sicher außergewöhnlich."

So trägt die Alkor-Reise zur Vertiefung der europäischen Zusammenarbeit in den Meereswissenschaften und der internationalen Jugendarbeit bei. Die deutschen und norwegischen Schüler geben den fünf polnischen Preisträgern eines Schüler-Wissenschaftswettbewerbs ihre auf der Seereise erworbenen Erfahrungen weiter und unternehmen als internationale Jugend-Forschergruppe gemeinsam zwei Tagesausfahrten.

In Danzig gibt es darüber hinaus am 20. Oktober ein eintägiges Open-Ship. Besucher können sich über das Arbeiten an Bord informieren und haben Gelegenheit, das Forschungsschiff zu besichtigen.

Auch die Deutsche Botschaft in Warschau nutzt die Forschungsfahrt für einen Empfang und die Stärkung der europäischen Zusammenarbeit. Ursprünglich hatte sie die Fahrt ins Leben gerufen, um die Sieger eines Wissenschaftswettbewerbs von polnischen Oberstufenschülern mit zwei Tagesausfahrten auszuzeichnen. Die Sieger sollten Preise erhalten, die einen engen Bezug zur Wissenschaft haben.

Ablauf (Die Reise findet in den Schleswig-Holsteinischen Herbstferien statt.)

15.10.: Einschiffen auf ALKOR in Warnemünde.
16.10.: Auslaufen nach Danzig, 300 Seemeilen, 30 Std. Dampfzeit, Durchführung einiger Mess-Stationen sowie Plankton- und Quallenfänge.
17.10.: Einlaufen in Danzig.
18.10.: Tagesfahrt mit polnischen Schülern.
19.10.: Tagesfahrt mit polnischen Schülern. Empfang an Bord für die deutsche Botschaft und Gäste aus Danzig.
20.10.: Open Ship: Schiffsbesichtigung und Gerätevorführungen für die Öffentlichkeit.
21.10.: Rückfahrt nach Warnemünde, 30 Std., weitere Messungen.
22.10.: Einlaufen in Warnemünde.
23.10.: Ausschiffen von ALKOR.

Über das IFM-GEOMAR
Das Leibniz-Institut für Meereswissenschaften an der Universität Kiel (IFM-GEOMAR) entstand im Januar 2004 aus der Fusion des Forschungszentrums für Marine Geowissenschaften (GEOMAR) und des Instituts für Meereskunde (IfM).
Ziel des Instituts ist es, in interdisziplinärer Zusammenarbeit alle wichtigen Bereiche der modernen Meeresforschung von der Geologie des Meeresbodens bis zur maritimen Meteorologie zu bearbeiten. Die Forschungsschwerpunkte gliedern sich in vier zentrale Bereiche: Ozeanzirkulation und Klimadynamik, Marine Biogeochemie, Marine Ökologie und Dynamik des Ozeanbodens.

Über NaT-Working "Meeresforschung"
NaT-Working "Meeresforschung" ist eine Initiative, bei der Schülern die Faszination der Naturwissenschaften am Beispiel der Meeresforschung vermittelt wird. Die Jugendlichen erhalten im Rahmen von Fach- und Projektarbeiten direkten Kontakt zu Wissenschaftlern und werden an aktuelle Forschungsinhalte herangeführt. Das Angebot richtet sich vor allem an die gymnasiale Ober- und Mittelstufe und wurde jüngst auf jüngere Schülergruppen ausgedehnt. NaT-Working "Meeresforschung" entstand als Initiative und durch die Förderung der Robert-Bosch-Stiftung. Als Teil des Kieler Exzellenzclusters "Ozean der Zukunft" wird sie von der Deutschen Forschungsgemeinschaft unterstützt.

Über den Kieler Exzellenzcluster "Ozean der Zukunft"
Der Kieler Exzellenzcluster "Ozean der Zukunft" ist ein Zusammenschluss von rund 120 Kieler Wissenschaftlern aus 26 Instituten der Christian-Albrechts-Universität, dem Leibniz-Institut für Meereswissenschaften (IFM-GEOMAR). Als Kooperationspartner sind das Institut für Weltwirtschaft (IfW) und der Muthesius Kunsthochschule beteiligt. Ziel des Exzellenzclusters ist es, den Ozeanwandel weiter zu erforschen, um so ein weltweites Management der Ozeane und mariner Ressourcen zu entwickeln.

Kontakt
Friederike Balzereit, Öffentlichkeitsarbeit Exzellenzcluster "Ozean der Zukunft", Tel: 0431-880-3032, fbalzereit@uv.uni-kiel.de; presse@ozean-der-zukunft.de
Dr. Andreas Villwock, IFM-GEOMAR, Öffentlichkeitsarbeit, Tel: 0431-600-2802, avillwock@ifm-geomar.de
Weitere Informationen: http://www.ifm-geomar.de und http://www.ozean-der-zukunft.de