LMU trauert um ihren ehemaligen Rektor Andreas Heldrich

31.10.2007 - (idw) Ludwig-Maximilians-Universität München

Die Ludwig-Maximilians-Universitität (LMU) München trauert um ihren ehemaligen Rektor Professor Andreas Heldrich. Der emeritierte Ordinarius für Bürgerliches Recht ist am heutigen Mittwoch im Alter von 72 Jahren in München verstorben. "Wir verlieren mit Herrn Kollegen Heldrich eine große Persönlichkeit, einen hervorragenden Wissenschaftler und einen großartigen Menschen. Wir trauern um ihn. Andreas Heldrich hat die LMU in den acht Jahren seines Rektorats in vielfältiger Weise vorangebracht", so LMU-Präsident Professor Bernd Huber. "Professor Heldrich hat wichtige Schritte zur Modernisierung und zum Ausbau der Universität eingeleitet, die dazu beigetragen haben, aus der LMU eine der renommiertesten und forschungsstärksten Universitäten in Europa zu machen." Für die Ära Heldrich stünden, so Huber, die enorme bauliche Erweiterung der LMU, die intensive Pflege internationaler Beziehungen sowie richtungweisende interne Strukturveränderungen. Andreas Heldrich hat maßgeblich den Ausbau des HighTechCampusLMU in Großhadern/Martinsried vorangetrieben - vor allem die Gründung des Biomedizinischen Zentrums, das die Kompetenzen im Bereich Molekularmedizin bündeln soll und sich bereits in der Planungsphase befindet, war ihm ein besonderes Anliegen. Heldrich war Mitbegründer der League of European Research Universities (LERU), der neben der LMU 20 europäische Spitzenuniversitäten, darunter Oxford und Cambridge, angehören. Auch die Kooperation mit der Harvard Medical School, die in ein völlig neues, praxisnahes Lehr- und Lernsystem in der Medizinerausbildung mündete, gehört zu seinen Verdiensten. Als Wegbereiter der Departmentstruktur der LMU gelang es Heldrich in enger Abstimmung mit dem Hochschulrat, fachverwandte und wirtschaftlich effiziente Haushaltseinheiten zu schaffen.

Ein besonderes Anliegen des ehemaligen Rektors war die Auseinandersetzung der LMU mit ihrer Geschichte im Dritten Reich. Präsident Huber: "Ihm ist es zu verdanken, dass die Rolle der LMU in den zwölf Jahren der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft kritisch beleuchtet und diskutiert wird. Besondere Verdienste hat er sich auch um das Vermächtnis der Weißen Rose erworben." Von 2004 bis zu seinem Tod war Heldrich Stiftungsdirektor der Stiftung Bayerische Gedenkstätten mit den beiden KZ-Gedenkstätten Flossenbürg und Dachau.

Professor Andreas Heldrich wurde 1935 in Jena geboren und studierte von 1953 bis 1957 Rechtswissenschaft an der LMU und an der Universität London. 1959 promovierte er zum Dr. jur. an der LMU und legte 1961 seine Zweite Juristische Staatsprüfung ab. Von 1962 bis 1965 war er wissenschaftlicher Referent am Max-Planck-Institut für Ausländisches und Internationales Recht in Hamburg. 1965 habilitierte sich Heldrich an der Juristischen Fakultät der LMU und erhielt die venia legendi für die Fächer Bürgerliches Recht, Internationales Privatrecht, Rechtsvergleichung und Europarecht. Von 1965 bis 1972 war er Ordentlicher Professor und Direktor des Instituts für ausländisches und internationales Privat- und Wirtschaftsrecht der Universität Münster. Anschließend nahm er den Ruf als Professor für Bürgerliches Recht an der LMU an. Heldrich war von 1976 bis 1982 Mitglied des Wissenschaftsrats, von 1979 bis 1982 dessen Vorsitzender. Seit 1987 war er zunächst Vizepräsident, von 1990 bis 1994 Prorektor der LMU. Im selben Jahr wurde er zum Rektor der Universität gewählt und übte dieses Amt bis 2002 aus. Für seine Verdienste als engagierter Mitgestalter der Hochschulorganisation und Hochschulpolitik wurde Heldrich im Jahr 1997 mit dem Verdienstkreuz 1. Klasse des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland geehrt. 2003 verlieh ihm der Bayerische Ministerpräsident den Bayerischen Verdienstorden als Zeichen ehrender und dankbarer Anerkennung für hervorragende Verdienste um den Freistaat Bayern und das bayerische Volk.