Verkehrsleitsystem in Nürnberg erhält Mobilitätspreis des ADAC Bayern

27.03.2003 - (idw) Fraunhofer-Institut für Materialfluss und Logistik IML

Fraunhofer IML erarbeitete Machbarkeitsstudie und konzipierte ausgezeichnetes Verkehrsleitsystem für die Stadt Nürnberg.

"Der Preis würdigt intelligente Lösungen zur Mobilitätssicherung auf bayerischen Straßen. Das Konzept, vorhandene Verkehrswege ohne zusätzlichen Straßenbau, optimal zu nutzen, hat den ADAC überzeugt." Mit der Begründung zur Verleihung des Preises weist Peter Spruß, Vorsitzender des ADAC Nordbayern auf die Effizienz des damit zum zweiten Mal ausgezeichneten Verkehrsleitsystems der Stadt Nürnberg hin. Das Projekt erhielt schon einmal im Jahr 2002 den ersten Preis der Bundesvereinigung der Straßenbau- und Verkehrsingenieure und ist in dieser Größenordnung in Europa einmalig.

Aufgrund der vom Fraunhofer IML, Projektzentrum für Verkehr, Mobilität und Umwelt in Prien durchgeführten Machbarkeitsstudie konnte die Leistungsfähigkeit des existierenden Straßennetzes um über 100 Prozent gesteigert werden. "Durch eine Einbeziehung sogenannter Überlaufparkplätze an der Peripherie wurde es möglich, die Leistungsfähigkeit auf über 250 Prozent zu steigern - dies alles mit äußerst geringen straßenbaulichen Veränderungen", unterstreicht Katrin Scholz, Projektleiterin und wissenschaftliche Mitarbeiterin des IML-Projektzentrums die ökonomische und ökologische Relevanz. Vor allem können die Autofahrer jetzt noch zügiger und sicherer ans Ziel kommen und schonen damit Umwelt und Nerven.


Verkehrslogistisch durchdacht

Möglich macht dies eine verkehrslogistisch durchdachte Konzeption. Die Besonderheit des neuen Systems: die auf den Autobahnschildern ausgewiesenen Routen zur NürnbergerMesse, zum Frankenstadion und der Eissporthalle ARENA werden auch kontinuierlich über die städtischen Straßen weitergeführt und berücksichtigen die jeweiligen Verkehrslagen. Damit werden ebenso unfallträchtige Missverständnisse, Staus und durch Suchverkehre bedingte Orientierungslosigkeit der Autofahrer weitgehend ausgeschaltet. Dem Team Fraunhofer IML und dem ebenfalls eingebundenen Ingenieurbüro SSP-Consult ist damit eine ebenso stringente wie umsichtige Lösung gelungen.

In konsequenter Fortführung des Verkehrsleitsystems erfolgt in einem zweiten Projekt und der nächsten Baustufe die konsequente Einbeziehung der Parkplätze in die dynamische Lenkung der Verkehre durch ein integriertes, aber autark funktionierendes dynamisches Parkleitsystem, wodurch die Auslastung aller zur Verfügung stehenden Parklätze für alle Veranstaltungen im Stadion, im Eisstadion ARENA auf dem Volksfestplatz und im Messezentrum optimiert wird.

Der Nürnberger Verkehrsausschuß hat der Planung bereits zugestimmt. Mit den Bauarbeiten könnte noch in 2003 begonnen werden. (RFN)