Jugendumweltverbände fordern stärkere Einbindung in Zukunftsfragen

13.12.2007 - (idw) Bundesamt für Naturschutz

Naturschutz braucht Zukunft
Jugendumweltverbände fordern stärkere Einbindung in Zukunftsfragen
BfN will Engagement der jungen Menschen für die Natur unterstützen

Bonn, 13. Dezember 2007: Die Jugendumweltverbände fordern eine stärkere Einbindung Jugendlicher in die Entscheidungen der künftigen Naturschutz- und Umweltpolitik. Angesichts der besorgniserregenden Prognosen zum Klimawandel treten Kinder und Jugendliche ein schweres Erbe an. Die Teilnehmer eines Treffens der drei großen bundesweit tätigen Naturschutz-Nachwuchsorganisationen (BUNDJugend, Naturschutzjugend (NAJU) und Naturfreundejugend Deutschlands) mit der BfN-Präsidentin Prof. Dr. Beate Jessel betonten, dass Kindern und Jugendlichen im Naturschutz mehr Gehör verschafft werden sollte.

"Es geht hier nicht nur darum, dass wir unseren Kindern auf diesem Planeten eine gute Ausgangsposition hinterlassen wollen. Sie haben ein Recht auf eine intakte Natur, die nicht schlechter sein darf als wir sie vorgefunden haben. Wir müssen junge Menschen für ein sinnvolles Engagement für die Natur begeistern und ihre Anregungen ernst nehmen", sagte Frau Prof. Dr. Beate Jessel, Präsidentin des Bundesamtes für Naturschutz zu den Forderungen der Jugendumweltverbände. Beate Jessel verwies auf das BfN-Kinder- und Jugend-Naturschutzforum zu Beginn des Jahres, das bereits viele Anregungen für einen zukunftsorientierten Naturschutz gegeben hatte.

Alle Gesprächspartner waren sich einig, dass hauptamtlicher und ehrenamtlicher Naturschutz gerade in der Kinder- und Jugendarbeit auch in Zukunft weiter eng zusammen und an neuen Ansätzen arbeiten wollen. Naturschutzarbeit brauche Kontinuität über die verschiedenen Altersgruppen hinweg, wobei gerade die oft unkonventionellen Ideen der Jugendlichen frischen Wind und neue Impulse bei der Vermittlung von Naturschutzanliegen gäben.

Beispielhaft für neue Ansätze in der Zusammenarbeit mit der jüngeren Generation stehen Projekte von Jugendorganisationen der Naturschutzverbände, die durch das Bundesamt für Naturschutz gefördert werden:

Für den Wettbewerb "TRIOlogisch! Entdecken, Motzen, besser Machen" der BUNDJugend können sich Gruppen anmelden, die ihren ganz persönlichen Beitrag zur Rettung des Planeten beitragen wollen (www.triologisch.de). "Die Welt braucht junge Leute, die Fragen stellen, auf Antworten drängen und selbst Verantwortung im alltäglichen Handeln übernehmen" so die Geschäftsführerin der BUND-Jugend Nicola Moczek.

Im Projekt "Der Zug der Vögel im Klimawandel" werden von der Naturschutzjugend wissenschaftliche Erkenntnisse für die ehrenamtliche Verbandsarbeit aufbereitet und verfügbar gemacht. Die Bundesjugendsprecherin der NAJU Anja Bäthge sagte dazu: "Bei der großen Bedeutung des ehrenamtlichen Engagements für den Naturschutz ist eine erfolgreiche Anpassung an den Klimawandel nur möglich, wenn es uns gelingt die Basis mitzunehmen."

Mit dem Thema "Biodiversität" steht der von der Naturfreundejugend Deutschlands organisierte Kindergipfel 2008 in Bonn ganz im Zeichen der ebenfalls im Mai in Bonn stattfindenden Vertragsstaatenkonferenz der Konvention über die Biologische Vielfalt und der gerade erst von der Bundesregierung verabschiedeten nationalen Biodiversitätsstrategie. "Kinder und Jugendliche haben eine sehr klare Vorstellung, was Artenvielfalt und eine intakte Umwelt für ihre Zukunft bedeuten. Mit dem Kindergipfel gelingt es uns, ihnen eine Stimme zu geben um ihre Zukunftsvorstellungen mit politischen Entscheidungsträgern zu diskutieren. " kommentierte Kai Niebert, Bundesleiter der Naturfreundejugend Deutschlands.

Das BfN bietet mit den Naturdetektiven ein speziell auf Kinder- und Jugendliche zugeschnittenes Angebot an. Interaktiv werden die Nutzerinnen und Nutzer des multimedialen Internetangebots (www.naturdetektive.de) angeregt, Erfahrungen und Beobachtungen in der Natur zu machen und sich im Internet hierzu auszutauschen. Mit durchschnittlich über 30.000 Seitenzugriffen pro Monat ist der Erfolg des Webangebotes überwältigend.

Hinweis:
Die Bundesregierung setzt sich für den Erhalt der biologischen Vielfalt ein. Im Vorfeld der UN-Naturschutzkonferenz führt das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit eine Kampagne zur biologischen Vielfalt durch, um die Öffentlichkeit auf den Wert und den Nutzen der biologischen Vielfalt aufmerksam zu machen. Weitere Information unter www.naturallianz.de.