HELIOS Klinikum Berlin-Buch: Tomotherapie - Mit neuer Strahlentechnik den Krebs präzise im Visier

04.02.2008 - (idw) Helios Research Center GmbH

Das HELIOS Klinikum Berlin-Buch setzt als erste Klinik in Berlin und in den neuen Bundesländern ein Tomotherapiegerät zur Behandlung von Krebspatienten ein

Berlin-Buch, den 4. Februar 2008. Zur präzisen und schonenden Behandlung von Krebser-krankungen verfügt das HELIOS Klinikum Berlin-Buch als erstes Krankenhaus in Berlin und in den neuen Bundesländern über ein hochmodernes Strahlentherapiegerät ("Tomothe-rapie"). Der medizinische Nutzen: Bessere Heilungschancen bei weniger Nebenwirkungen. "Mit dem neuen Gerät können wir auch sehr ungünstig liegende Tumore, die bisher nicht erreichbar waren, sehr präzise zerstören und gesundes Gewebe schonen", hebt Prof. Robert Krempien, Chefarzt der Klinik für Strahlentherapie, einen wichtigen Vorteil des neuen Ge-rätes hervor. Das Gerät kann bei einigen Tumoren, beispielsweise bei der Behandlung von Prostatakrebs, die OP ersetzen. Die Therapie ist unblutig und schmerzfrei. Die Tomotherapietechnik - eine Kombination aus Linearbeschleuniger und Computerto-mographie (CT) - gilt weltweit als das modernste Behandlungsverfahren in der Strahlenthe-rapie. In Deutschland verfügen bisher nur wenige Kliniken über das 3,5 Millionen Euro teu-re Gerät. Die Tomotherapie kann zur Bestrahlung aller bösartigen Zellen eingesetzt werden und bietet aber entscheidende Vorteile bei der Behandlung von Krebsgeschwüren in Ge-hirn, Lunge, Prostata, die in der Nähe zu empfindlichen Organen liegen. Das Gerät arbeitet auf weniger als einen Millimeter genau.

In Deutschland erkranken jährlich 400.000 Menschen an Krebs, von denen 60 Prozent mit einer Strahlentherapie behandelt werden. Mit herkömmlichen Bestrahlungsgeräten müssen bei der Bestrahlung von schwer erreichbaren Tumore, die in der Nähe von sensiblen Orga-nen liegen, insbesondere in Gehirn, Lunge, Prostata, oder Bauchraum, oft schwere Neben-wirkungen - beispielsweise Blutungen, chronische Entzündungen oder Funktionsein-schränkungen von Organen - in Kauf genommen werden. "Hier eröffnet die Tomotherapie neue Therapiemöglichkeiten und eine individuell maßgeschneiderte Behandlung", freut

sich Prof. Krempien und spricht von einem "Quantensprung." "Mit dem neuen Tomothera-piesystem können wir jetzt auch Krebspatienten behandeln, für die eine Strahlentherapie bislang unmöglich war."

Während ein hochauflösender CT den Tumor vor jeder einzelnen Bestrahlung sehr genau lokalisiert, nimmt der um den Patienten kreisende Linearbeschleuniger das Krebsgeschwür von allen Seiten unter Beschuss. "Wir schonen empfindliche Organe, in dem wir den Tumor aus vielen Richtungen bestrahlen und sensiblen Organen ausweichen", erläutert Prof. Krempien einen entscheidenden Vorteil. Zusätzlich kann die Strahlendosis, mit der das Krebsgeschwür gezielt zerstört wird, individuell an die "Tumordichte" (Anzahl der Tumor-zellen) angepasst werden. Mit dem Tomotherapiesystem lassen sich ebenfalls mehrere Tu-morherde und Metastasen in einem Arbeitsgang bestrahlen. Die Strahlenintensität wird je nach Ausdehnung, Stärke und Art des Tumors sehr genau dosiert. Auf diese Weise kann das gesundes Gewebe und die benachbarte Organe noch besser geschützt werden. Je nach Tumor dauert die Bestrahlung zwischen fünf und 20 Minuten.

Die Lage von Organen und der Tumore verändern sich ständig. Zum Beispiel verschiebt sich die Prostata je nach Blasenfüllung um bis zu zwei Zentimetern und schrumpft während der Therapie. Mit herkömmlichen Geräten kompensieren Strahlentherapeuten Organver-schiebungen bisher anders: Sie beschießen eine größere Fläche, um sicherzustellen, dass das Ziel auch immer getroffen wird. Bei der Therapie des Prostatakarzinoms geraten auf diese Weise auch Teile des Darms in den Strahlengang, schmerzhafte Darmreizungen können die Folge sein, im schlimmsten Fall sogar irreversible chronische Entzündungen. Im Gegensatz dazu passt sich die Tomotherapie den Veränderungen während der Bestrahlung an. Das Tomotherapiegerät macht mit dem integrierten CT vor jedem Beschuss ein Schichtbild mit aktueller Größe und Lage der Geschwulst. So treffen die Strahlen auch Organe, die sich verschieben, sehr präzise. .

"Das neue Strahlentherapiegerät ist eine echte medizinische Innovationen mit einem unmit-telbaren therapeutischen Nutzen für unsere Patienten", hob Jörg Reschke, Regionalge-schäftsführer der HELIOS-Region Berlin-Brandenburg, hervor. In Deutschland sind bisher nur wenige Tomotherapiegeräte im Einsatz, ausschließlich in den alten Bundesländern und ausschließlich in Universitätskliniken. Mit dem neuen Gerät unterstreicht HELIOS den An-spruch auf die Qualitätsführerschaft in der stationären Akutmedizin in Deutschland. "Die HELIOS-Kliniken bieten eine hochwertige Medizin und Pflege, die höchsten wissenschaftli-chen Ansprüchen genügt", so der Geschäftsführer. Die Erfüllung dieses Anspruchs sei an-gesichts der medizinischen Innovationen und der kurzen Halbwertzeit von wissenschaftli-chen Erkenntnissen eine ständige Herausforderung.

"Ich freue mich sehr, dass wir als erstes Krankenhaus in den neuen Bundesländern und Ber-lin in der Strahlentherapie über ein Gerät der neuesten Generation verfügen", erklärte Jenni-fer Kirchner, die Verwaltungsleiterin des HELIOS Klinikums Berlin-Buch. Das Gerät sei eine echte Erweiterung des therapeutischen Spektrums zur Behandlung von Patienten mit Tu-morerkrankungen. Buch sei traditionell auf die Behandlung von Tumorerkrankungen spe-zialisiert, etwa jeder dritte Patient suche die Klinik wegen einer Tumorerkrankung auf. "Ei-ne bessere Botschaft an unsere Patienten kann ich mir zu Beginn meiner Tätigkeit in Buch nicht vorstellen", meinte neue Bucher Verwaltungsleiterin, die seit Anfang dieses Jahres für das 1000-Betten-Haus die wirtschaftliche Verantwortung trägt.

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