Prof. Dr. Andreas Vosskuhle löst den langjährigen Universitätsrektor Prof. Dr. Wolfgang Jäger ab

01.04.2008 - (idw) Albert-Ludwigs-Universität Freiburg im Breisgau

Übergabe des Rektoramts der Universität Freiburg mit Bundesforschungsministerin Dr. Schavan und Landeswissenschaftsminister Prof. Frankenberg Nach zwölfeinhalb Jahren Amtszeit übergab heute Prof. Dr. Wolfgang Jäger in einer feierlichen Rektoratsübergabe im Audimax der Universität die Amtskette des Rektors an seinen Nachfolger Prof. Dr. Andreas Voßkuhle.

In die Amtszeit des scheidenden Rektors fallen die Umstrukturierung der Universität im bewussten Konsensmanagement aller Beteiligten, eine bauliche Blütezeit für die traditionsreiche Universität, die Positionierung der Freiburger Universität im Wettbewerb auf Spitzenrängen, der Erfolg in der Exzellenzinitiative, das erfolgreiche Jubiläumsjahr zur Feier des 550. Jubiläums mit einer gestärkten Corporate Identity und die Öffnung der Universität in Stadt und Region. Rektor Jäger war darüber hinaus zusammen mit den Fakultäten der Motor für eine starke Zentrenbildung in der Universität im Sinne einer Neuen Universitas, die Interdisziplinarität über Fakultätsgrenzen hinweg garantiert.

Bei der Amtsübergabe betonte Prof. Dr. Andreas Voßkuhle als neuer Rektor der Universität, dass sich die deutsche Universitätslandschaft im wohl größten Umbruch seit Bestehen der Bundesrepublik befinde. In solchen Zeiten das Amt des Rektors anzutreten, habe etwas von einer Fahrt auf die offene See bei unsicherer Wetterlage. Dass er dennoch zuversichtlich sei, führe er unter anderem auf das von ihm gewählte Führungsteam und die exzellente Verfassung der Universität zurück.

Als erste wichtige Herausforderung benannte er die erfolgreiche Umsetzung der Exzellenz-Initiative. Die Universität werde in fünf Jahren nicht nur daran gemessen werden, ob und wie sie die ehrgeizigen Pläne aus dem Jahre 2007 erfüllt habe, sondern daran, welche zusätzlichen neuen zukunftsweisenden Entwicklungen auf den Weg gebracht wurden.

Priorität habe zudem die Aufgabe, der Exzellenz in der Wissenschaft die Exzellenz in der Lehre folgen zulassen. "Jede Universität ist nur so gut wie ihre Studierenden", sagte Rektor Voßkuhle.
Als weiteren Schwerpunkt definierte er die Förderung von Frauen in der Wissenschaft. Eine internationale Spitzenuniversität könne auf die Kompetenz, Kreativität und Leistungskraft hervorragend ausgebildeter Frauen nicht verzichten. Darüber hinaus habe Rektor Jäger die Weichen gestellt, die Universität Freiburg als Institution und eigenständigen wissenschaftspolitischen Akteur auf der nationalen und internationalen Bühne zu etablieren. Dieser Weg müsse jetzt mit einem eigenständigen und unverwechselbaren Profil konsequent weiter beschritten werden. Rektor Voßkuhle sprach in seiner Rede der klassischen Volluniversität als einzigartigem Ort der Begegnung von Menschen die Funktion zu, ein unentbehrlicher Garant für eine lebenswerte Zukunft zu sein. Für ihn gebe es keinen anderen Ort, an dem das verstreute Wissen unserer Zeit und das Ringen um Erkenntnis in seinen unterschiedlichen Ausprägungen so konzentriert und unmittelbar für den Einzelnen erfahrbar seien.

Die Universität biete zudem ein einzigartiges Fundament für das produktive Zusammenführen unterschiedlicher Erkenntnisse und Forschungsansätze, so der neue Rektor. Ihre dauerhafte Kreativität und Innovationskraft basiere auf ihrer Rolle als eine Art Widerlager gegen den flüchtigen Zeitgeist der Gesellschaft.
Wohl nur an Universitäten ließen sich in einem größerem Umfang jene unentbehrlichen Grundlagen der Zivilisation kultivieren, die in sehr dynamisch fortschreitenden Gesellschaften immer Gefahr laufen, verloren zu gehen: Zeit zum Nachdenken und Experimentieren, Erkenntnislust und Wahrheitsfreude, intellektuelle Neugier und Idealismus, Kritikfähigkeit und Bildung.

Nur wenige Universitäten in Europa könnten für sich in Anspruch nehmen, dieser Idee der Universität so nahe zu kommen wie die Albert-Ludwigs-Universität Freiburg. Diese Schätze zu bewahren zu und zu mehren, dafür werde er als Rektor alle seine Kräfte einsetzen.