Pinkwart: Nordrhein-Westfalen rüstet sich für 160.000 zusätzliche Studienanfänger im kommenden Jahrzehnt

20.05.2008 - (idw) Ministerium für Innovation, Wissenschaft, Forschung und Technologie NRW

Landesregierung stellt Weichen zum Ausbau der Hochschullandschaft Die nordrhein-westfälische Landesregierung hat heute die Weichen dafür gestellt, die Kapazitäten an den Hochschulen des Landes im kommenden Jahrzehnt erheblich auszubauen und insbesondere die Fachhochschulen deutlich zu stärken. Innovationsminister Prof. Andreas Pinkwart: "Nordrhein-Westfalen wird im kommenden Jahrzehnt 160.000 zusätzliche Studienanfängerplätze schaffen, so dass jeder junge Mensch im Land, der studieren möchte, auch einen Studienplatz findet."

Das Kabinett beschloss heute in Düsseldorf, die Fachhochschullandschaft durch Neugründungen auszubauen und deren Anteil an den Studienanfängern von derzeit 25 Prozent auf 40 Prozent zu steigern. Drei komplette Fachhochschulen und fünf Zweigstellen bereits bestehender Fachhochschulen an neuen Standorten werden mit Schwerpunkt auf den so genannten MINT-Fächern (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften, Technik) neu gegründet. Zusätzlich wird eine Fachhochschule für Gesundheitsberufe neu gegründet.

"Wir bauen das Angebot an MINT-Fächern aus, denn der Bedarf an hochqualifizierten Ingenieurinnen und Ingenieuren ist groß und wird noch weiter anwachsen", sagte der Minister. Im Vollbetrieb werden für die Neugründungen insgesamt jährliche Kosten von 160 Millionen Euro entstehen, die die Landesregierung zusätzlich zur bisherigen Hochschulfinanzierung aufbringt.

Nordrhein-Westfalen macht sich mit dem heutigen Kabinettbeschluss stark für eine Fortsetzung des Hochschulpakts. Die neuen Fachhochschulen werden im kommenden Jahrzehnt 25.000 der 160.000 zusätzlichen Studienanfänger ausbilden. Die übrigen 135.000 sollen zu gleichen Teilen von den bestehenden Universitäten und Fachhochschulen aufgenommen werden. "Wir brauchen etwa das Fünffache der 450 Millionen Euro, die die 26.000 zusätzlichen Studienanfängerplätze aus dem Hochschulpakt I bis 2010 kosten", sagte Pinkwart. "Wir setzen darauf, dass der Bund auch bei der Fortsetzung des Hochschulpaktes zu seiner Verantwortung steht."

Das Innovationsministerium wird darüber hinaus bis Jahresende ein Konzept erarbeiten, wie die räumlichen Rahmenbedingungen an den steigenden Bedarf angepasst und wie der Modernisierungs- und Sanierungsstau der Hochschulen abgebaut werden kann. Der genaue Finanzbedarf wird derzeit noch ermittelt. Schätzungen gehen von rund 5 Milliarden Euro aus. Auf dieser Basis wird die Landesregierung ein Sanierungs- und Modernisierungsprogramm für die Hochschulen auflegen. Pinkwart: "Das Maßnahmenpaket, das wir heute geschnürt haben, bedeutet für das Land eine immense Anstrengung. Aber es zeigt, wie ernst es uns ist mit der Priorität für Bildung."