Kooperationsvereinbarung zwischen Bundesamt für Strahlenschutz und der Universität Hamburg unterzeichnet

25.06.2008 - (idw) Universität Hamburg

Das Carl Friedrich von Weizsäcker-Zentrum für Naturwissenschaft und Friedensforschung (ZNF) der Universität Hamburg beginnt mit dem Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) eine Kooperation auf dem Gebiet der Spurenanalyse zur Überwachung der Umweltradioaktivität und zum Nachweis nuklearer Aktivitäten. Der Vertrag wird am Donnerstag, dem 26. Juni 2008, unterzeichnet. Schwerpunkt der Zusammenarbeit ist die kontinuierliche Vermessung der atmosphärischen Konzentration der radioaktiven Edelgasisotope Krypton-85 und Xenon-133, die als Spaltprodukte in Kernreaktoren entstehen.

Das Bundesamt für Strahlenschutz hat der Universität Hamburg eine eigens vom Amt entwickelte Anlage zur Probennahme atmosphärischer Edelgase zur Verfügung gestellt, die vom ZNF eingesetzt wird. Die entnommenen Proben werden dann im Labor der Dienststelle des Bundesamtes für Strahlenschutz in Freiburg vermessen und auf Krypton-85 sowie radioaktive Xenonisotope untersucht. Die Messungsergebnisse kann das ZNF für seine Forschungen nutzen.

Dazu die Präsidentin der Universität Hamburg, Prof. Dr.-Ing. habil. Monika Auweter-Kurtz:

"Die nun unterzeichnete Vereinbarung zwischen dem Zentrum für Naturwissenschaft und Friedensforschung und dem Bundesamt für Strahlenschutz ist ein gelungenes Beispiel für eine Kooperation, von der beide Seiten gleichermaßen profitieren. Die Vernetzung mit außeruniversitären Institutionen ist uns ein großes Anliegen. Es freut mich, dass das Bundesamt für Strahlenschutz nun zu unseren Kooperationspartnern gehört."

Prof. Dr. Gerald Kirchner, Bundesamt für Strahlenschutz:

"Das BfS freut sich, auf diesem wichtigen Feld mit einer international ausgewiesenen Institution wie dem ZNF künftig noch enger zusammenzuarbeiten. Dadurch wird unsere bestehende Messstation in Freiburg um einen Standort in Norddeutschland ergänzt."

Das langlebige Krypton-85 wird bei der Wiederaufbereitung von Brennelementen aus Kernkraftwerken freigesetzt. Sein Nachweis in der Luft kann auf heimliche Plutoniumproduktion hinweisen. Die Edelgasanalyse ist daher eine Methode, die dazu genutzt werden kann, die Einhaltung des Kernwaffenteststopp-Vertrags (Comprehensive Nuclear-Test-Ban Treaty, CTBT) sowie des Atomwaffensperrvertrags (Non-Proliferation-Treaty, NPT) zu überprüfen.

Abends am 26. Juni 2008 spricht Prof. Dr. Gerald Kirchner vom Bundesamt für Strahlenschutz im Rahmen des Carl Friedrich von Weizsäcker-Kolloquiums zur Naturwissenschaft und Friedensforschung über "Spurenanalysen radioaktiver Edelgase in der Atmosphäre: Analytik, Ergebnisse und Bedeutung für die Überwachung des Atomwaffenschutzabkommens". Das Kolloquium findet statt von 18-20 Uhr im Hörsaal K im Hauptgebäude der Universität, Edmund-Siemers-Allee 1. Interessierte sind herzlich eingeladen.

Für Rückfragen:

Prof. Dr. Martin B. Kalinowski
Carl Friedrich von Weizsäcker-Zentrum für Naturwissenschaft und Friedensforschung
Tel.: (040) 428 38-28 70
E-Mail: Martin.Kalinowski@uni-hamburg.de
Internet: http://www.uni-hamburg.de/ZNF

Dr. Gerald Kirchner
Bundesamt für Strahlenschutz, Berlin
E-Mail: GKirchner@bfs.de