Modernste Form der Krebsbekämpfung

25.09.2008 - (idw) Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg

Hengstberger-Symposion vom 28. bis 30. September 2008 widmet sich der Ionenstrahltherapie - Auf dem "First Danish-German Meeting on Radiation Therapy" werden innovative Konzepte aus diesem Bereich vorgestellt und diskutiert - Ort der Tagung: Internationales Wissenschaftsforum der Universität Heidelberg Gerade bei bösartigen Tumoren hoffen Arzt und Patient mit Hilfe einer Bestrahlung die Krebserkrankung in den Griff zu bekommen oder sie gar vollständig zu überwinden. Da dabei allerdings auch gesundes Gewebe getroffen wird, gehören zum Teil erhebliche Nebenwirkungen zu den unangenehmen Begleiterscheinungen der ohnehin schon belastenden Behandlung. Im weltweit einzigartigen Heidelberger Ionenstrahl-Therapiezentrum (HIT), das in diesem Herbst seine Pforten für Patienten öffnet, sollen nun erstmals in großem Maßstab die Vorzüge dieser modernsten Form der Strahlentherapie zum Tragen kommen - nämlich eine gesteigerte Wirksamkeit bei gleichzeitig besserer Schonung des gesunden Gewebes. Auf dem im Internationalen Wissenschaftsforum der Universität Heidelberg veranstalteten Hengstberger-Symposion werden Wissenschaftler aus Deutschland und Dänemark innovative Konzepte dazu diskutieren, um möglichst schnell für den Patienten eine sichere klinische Routine anbieten zu können.

Dr. Stephanie Combs, Mitarbeiterin der Klinik für RadioOnkologie und Strahlentherapie in Heidelberg, erhielt im vergangenen Jahr den Hengstberger-Preis für ihren Symposienvorschlag zu diesem Thema. "Ionenstrahlen", erläutert die Wissenschaftlerin, "haben besondere physikalische Eigenschaften, die eine äußerst präzise Bestrahlung ermöglichen. Gleichzeitig besitzen die Schwerionen durch ihre biologischen Eigenschaften eine höhere Wirksamkeit. Sie verursachen große Schäden in den Tumorzellen, die durch deren zelleigene Reparaturmechanismen nur schwer wieder ausgebessert werden können." Seit 1997 werden in der Heidelberger Klinik Patienten mit Kohlenstoffionen (Schwerionen) behandelt. Damit konnten für eine Reihe von Tumorarten wesentliche Therapieverbesserungen erreicht werden, insbesondere bei sehr strahlenresistenten Tumoren an der Schädelbasis sowie bösartigen Tumoren der Speicheldrüsen. Das vom Heidelberger Universitätsklinikum errichtete Heidelberger Ionenstrahl Therapiezentrum (HIT), in dem zukünftig Therapieoptionen für über 1000 Patienten jährlich zur Verfügung stehen, wird in der Erforschung und Behandlung von Tumorerkrankungen zweifellos neue Maßstäbe setzten.

Auf der Tagung, zugleich das erste Dänisch-Deutsche Symposium zum Thema Ionenstrahltherapie, werden die Heidelberger Klinik für RadioOnkologie und Strahlentherapie unter der Leitung von Prof. Dr. Dr. Jürgen Debus sowie die Klinik für Strahlentherapie der Universität Aarhus (Prof. Dr. Jens Overgaard) ihre Expertise auf diesem Gebiet bündeln. Die internationale Zusammenarbeit von Physikern, Biologen und Strahlentherapeuten auf diesem Gebiet ist aufgrund der großen klinischen Relevanz und der enormen technologischen Entwicklung von besonderer Bedeutung.

Der Klaus-Georg und Sigrid Hengstberger-Preis, der dieses Symposion ermöglicht und von der Universität Heidelberg vergeben wird, wird jährlich an drei Nachwuchswissenschaftler bzw. Nachwuchswissenschaftlerteams vergeben. Mit der Preissumme von 12.500 Euro sollen die jungen Forscher in die Lage versetzt werden, ein interdisziplinäres wissenschaftliches Symposion im Internationalen Wissenschaftsforum der Universität Heidelberg durchzuführen. Die Auszeichnung richtet sich an alle Wissenschaftsbereiche - Themen aus den Naturwissenschaften und der Medizin werden ebenso berücksichtigt wie solche aus den Geistes- und Gesellschaftswissenschaften.

Journalisten sind als Zuhörer des Symposions herzlich willkommen und wenden sich bitte vorab an Dr. Stephanie Combs. Einzelinterviews mit den Wissenschaftlern können auf Wunsch vereinbart werden.

Kontakt:
Dr. med. Stephanie E. Combs
Universitätsklinikum Heidelberg
Klinik für RadioOnkologie und Strahlentherapie
Im Neuenheimer Feld 400
69120 Heidelberg
Tel. 06221 56 8202, Fax 06221 56 5353
Stephanie.Combs@med.uni-heidelberg.de

Dr. Ellen Peerenboom, Geschäftsführerin
Internationales Wissenschaftsforum der Universität Heidelberg
Tel. 06221 5436 90, Fax 16 58 96
iwh@uni-hd.de

Allgemeine Rückfragen von Journalisten auch an:
Dr. Michael Schwarz, Pressesprecher der Universität Heidelberg
michael.schwarz@rektorat.uni-heidelberg.de

Irene Thewalt
presse@rektorat.uni-heidelberg.de