DFG-Präsident gratuliert Harald zur Hausen zum Nobelpreis für Medizin

06.10.2008 - (idw) Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG)

"Auszeichnung belegt erneut Qualität von Forschung und Wissenschaft in Deutschland" Nr. 54
6. Oktober 2008

Der Präsident der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG), Professor Matthias Kleiner, hat dem Heidelberger Krebsforscher Professor Harald zur Hausen zum diesjährigen Nobelpreis für Medizin gratuliert: "Die DFG und mit ihr die ganze deutsche Wissenschaft freut sich sehr, dass Ihre bahnbrechenden Forschungen zum Gebärmutterhalskrebs nun auch mit der höchsten wissenschaftlichen Auszeichnung gewürdigt werden", so Kleiner in seinem Glückwunschschreiben wörtlich.

Zur Hausen hatte bereits in den siebziger und frühen achtziger Jahren - unter anderem in einem von der DFG geförderten Sonderforschungsbereich (SFB) an der Universität Freiburg - an dem Nachweis gearbeitet, dass humane Papillomviren, so genannte Warzenviren, eine bedeutende Rolle bei der Entstehung von Gebärmutterhalskrebs spielen. Damit habe er die Grundlage für eine bessere Vorbeugung und Behandlung dieser bei Frauen inzwischen dritthäufigsten Krebserkrankung gelegt, betonte Kleiner.

Der Nobelpreis, so Kleiner weiter, unterstreiche immer auch die Leistungsfähigkeit eines Wissenschaftssystems. Dass nach dem Physiker Theodor Hänsch 2005, dem Chemiker und langjährigem DFG-Vizepräsidenten Gerhard Ertl sowie dem Physiker Peter Grünberg im vergangenen Jahr nun erneut ein deutscher Wissenschaftler ausgezeichnet werde, belege eindrucksvoll die Qualität von Forschung und Wissenschaft in Deutschland. Zur Hausens wissenschaftlicher Werdegang und vor allem seine langjährige Tätigkeit als Vorstandsvorsitzender des Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ) in Heidelberg stehe zudem für die erfolgreiche Verbindung von universitärer und außeruniversitärer Forschung, wie sie auch von der DFG vielfach gefördert werde.

Nicht minder bahnbrechend seien die Verdienste des neuen Nobelpreisträgers um die Vermittlung wissenschaftlicher Ergebnisse in die Gesellschaft, hob Kleiner abschließend hervor. Mit dem KID, dem Krebsinformationsdienst des DKFZ, habe zur Hausen ein weithin genutztes und anerkanntes Medium geschaffen, das die Öffentlichkeit ebenso fundiert wie hilfreich zum Thema Krebs informiere.